Kunstausstellung als mentales Training nutzen

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Viele Menschen finden Kunstausstellungen langweilig - dabei kann man mit 2 simplen Tricks daraus ein sehr effektives mentales Training machen. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Kreativität, Ihre innere Stärke und Ihre Wahrnehmung mit dem Betrachten von Kunst fördern können:

1: Der Moment, wenn Sie die Ausstellung betreten

Sie kennen das: Sie kaufen ein Ticket, geben Ihren Mantel an der Garderobe ab - und dann kommt der Moment, wo Sie die "heiligen Hallen" betreten: Was passiert in dem Moment? Eben noch war man in der "normalen" Welt, plötzlich steht man vor Gemälden. Und man ändert automatisch den Blick: Achten Sie darauf, was in Ihnen passiert und nehmen Sie die Veränderung Ihrer Wahrnehmung wahr. Eine Zeitung, die eben noch in der U-Bahn auf dem Sitz lag, wird von Ihnen anders betrachtet, wenn die gleiche Zeitung in einer Museumshalle unter Glas liegt. Diese Wahrnehmungsveränderung können Sie z.B. auch in einem Meeting anwenden: Betrachten Sie Ihre Kollegen für einen kurzen Moment doch mal so, als wären sie Teil einer Ausstellung. Was ändert sich in Ihnen? Es ist interessant, damit zu experimentieren und Sie gewinnen dadurch mentale Stärke, weil Sie Ihre Fähgkeit trainieren, innere Distanz zu einer Situation aufzubauen.

 

2: "Gefühltes" Betrachten eines Kunstwerks

Die meisten Menschen gehen in eine Ausstellung und wollen so viel wie möglich über die Werke oder den Künstler wissen. Dabei vergessen sie oft, dass jeder Künstler vor allem sein Gefühl zum Ausdruck bringt und dieses Gefühl oft keine eindeutige Interpretation zulässt. Mein Rat ist: Wenn Sie ein Kunstwerk verstehen wollen, dann achten Sie darauf, was das Werk in Ihnen auslöst (das ist etwas schwierig, wenn sich sehr viele Menschen gleichzeitig um ein Bild drängeln und es erschwert auch das bei-sich-bleiben, deshalb rate ich immer dazu, zu den eher "unpopulären" Zeiten ins Museum zu gehen). Stellen Sie sich also z.B. vor ein Bild und fühlen Sie in sich hinein: Welches Gefühl löst das Bild in Ihnen aus? Wenn Sie das zum ersten Mal machen, kann es sein, dass Sie gar nichts wahrnehmen - macht nichts. Trainieren Sie weiter, es wird der Moment kommen, wo Sie etwas fühlen. In dem Moment nehmen Sie innerlich Kontakt auf zum Künstler und seinem Werk und eine bessere Interpretation von Kunst kann es aus meiner Sicht nicht geben. Auch diese Übung trainiert Ihre mentale Stärke, denn Sie fördert Ihren inneren Sensor für nonverbale Botschaften, die einen Grossteil unserer alltäglichen Kommunikation ausmachen.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, Kunsttherapeutin mit psychotherapeutischer und psychoanalytischer Ausbildung. Neben Kunst nutze ich auch Fremdsprache (hauptsächlich Englisch) in meiner Therapie. Hier erfahren Sie mehr: Kunst in der Therapie und Englisch in der Therapie.

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