Wie sorgt man als Therapeut für sich selbst? 3 einfache Regeln:

Selbstfürsorge für Therapeuten kommt in allen helfenden Berufen leider immer noch zu kurz. Hier beschreibe ich 3 Regeln, die mir selbst geholfen haben und mit deren Hilfe jeder Therapeut ohne viel Aufwand gut für sich selbst und damit auch für seine Klienten sorgen kann:

Regel Nr. 1: Leuchte immer auf dich selbst

Aus meiner Erfahrung machen viele Psychologen und Psychotherapeuten den Fehler, ihre gesamte Aufmerksamkeit dem Klienten zu schenken. Dabei ist es sehr wichtig, den Großteil der Aufmerksamkeit bei sich selbst zu behalten. Ich nehme hierfür gerne das Beispiel einer Taschenlampe:

 

Wenn die Taschenlampe ein Symbol für deine Aufmerksamkeit ist, dann richte den Strahl auf dich selbst. Schau, wie es dir selbst gerade geht, während der Klient von seinem Problem erzählt und du wirst die Lösung finden, die er braucht, wenn du dich fragst, was DU gerade brauchst.

 

Manche Therapeuten werden einwenden: "Aber es geht doch nicht um mich...!" Meine Antwort dazu lautet: Doch, es geht immer um den Therapeuten, denn nur über den Therapeuten und seine Emotionen kann für den Klienten Heilung stattfinden.

 

Regel Nr. 2: Du darfst es geniessen

Das ist (zu Recht) ein grosses Tabu, denn die Grenze zum Missbrauch ist schnell überschritten. Trotzdem darf man auch als Therapeut die Sitzungen geniessen, denn aus einer solchen Haltung fliesst sehr viel positive Energie vom Therapeuten zum Klienten. In einer guten psychotherapeutischen Sitzung findet ein einzigartiger menschlicher Kontakt statt, der auch dem Therapeuten guttut, wenn er es sich erlaubt, es zu geniessen. Dabei muss man allerdings immer achtsam mit der Grenze des Klienten umgehen. Das Geniessen der Therapiesitzungen ist jedoch aus meiner Sicht unerlässlich, um als Therapeut für sich selbst zu sorgen und damit ein guter Therapeut zu sein.

 

Regel Nr. 3: In den Körper gehen

Viele Therapeuten leben sehr ungesund: Sie sitzen den ganzen Tag, zwischen den Sitzungen haben sie kaum Zeit, etwas zu essen und während der Sitzungen erlauben sie es sich nicht, zu trinken, um noch besser im Gefühl zu sein. Während einer therapeutischen Sitzung nimmt man als Therapeut in der Regel sehr viele Energien auf, die alle in den Körper wandern und was schwierig werden kann, wenn man diese Energien nicht wieder ausleitet. Meiner Ansicht nach ist mangelnde Bewegung für einen Therapeuten deshalb oft der direkte Weg in den Burn-Out. Man kann aber auch während der Sitzungen ein Stück weit "in Bewegung bleiben", indem man immer wieder die Aufmerksamkeit vom Klienten weg und auf den eigenen Körper richtet und damit im Körper bleibt. Das führt dazu, dass der Körper besser die Energien aufnehmen und sofort wieder ableiten kann. So mache ich es und das hat den Vorteil, dass der eigene Körper sozusagen als Co-Therapeut fungiert, denn er gibt wertvolle Hinweise auf das momentane emotionale Befinden des Klienten, wenn man seine Antennen hierfür gut trainiert hat.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, Therapeutin in Hamburg (ich arbeite auch mit vielen Menschen über das Telefon). Mehr zu meinem Therapieangebot finden Sie hier: Natalie Marby Psychotherapie.

 

Zum weiterlesen: Warum wird man Therapeutin? Meine Gründe.

 

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