Familie, Job, Partner: So befreien Sie sich von unbegründeten Schuldgefühlen

"Ich fühle mich so schuldig, ich weiss gar nicht, warum..." - solche quälenden Gedanken können einem das Leben richtig schwer machen. Lesen Sie hier, wie Sie Schuldgefühle dauerhaft überwinden und so wieder mehr Lebensfreude und Kreativität in Ihr Leben bringen:

 

"Schuld" gibt es von Natur aus nicht

Schuldgefühle entstehen meist dann, wenn man die Erwartungen anderer nicht erfüllt. In Kombination mit dem Glaubenssatz "Ich sollte aber doch eigentlich..." entsteht dann dieses nagende Gefühl, etwas Falsches getan und sich damit "schuldig" gemacht zu haben. Jeder kennt solche Beispiele: Man hat die Eltern an Weihnachten nicht besucht, man hat sich eine Auszeit vom Partner genommen, man hat sich heimlich auf eine andere Stelle beworben - solche Dinge führen zu Schuldgefühlen. Aber warum? Lesen Sie im nächsten Abschnitt, wie so etwas entsteht:

 

So entstehen Schuldgefühle

Man hat die Eltern an Weihnachten nicht besucht - schon fühlt man sich schuldig, obwohl man doch erwachsen ist und es kein Gesetz gibt, das besagt "Du sollst deine Eltern an Weihnachten besuchen!". Aber halt: Genau da ist der Haken, denn es gibt zwar offiziell kein solches Gesetz, aber es gibt in unserer Gesellschaft einen extrem starken Glaubenssatz, der lautet: "Weihnachten gehört der Familie". Jeder hat diesen Satz schon mal gedacht oder laut ausgesprochen. Er ist in unserer Kultur, unserer Psyche und in unseren Genen fest verankert. Es ist unglaublich schwer, sich gegen solche Glaubenssätze zu wehren und sich anders zu verhalten! Die Selbstbestrafung folgt meist sofort auf dem Fuße, und zwar in Form eines starken, nagenden, diffusen Schuldgefühls. Psychologisch gesehen bilden Schuldgefühle den Unterbau einer funktionierenden Gesellschaft. Lesen Sie weiter, wie Sie Schuldgefühle dauerhaft loswerden:

 

Schuldgefühle für immer überwinden

Das Zauberwort lautet: "Verantwortung". Um bei dem Weihnachtsbeispiel zu bleiben, gibt es zwei Möglichkeiten, mit dem Schuldgefühl umzugehen:

  1. Man fühlt sich schuldig und versucht, es irgendwie wieder gutzumachen.
  2. Man fühlt sich schuldig und übernimmt die volle Verantwortung für sein Handeln. Diese Verantwortung führt dazu, dass man nicht mehr versucht, es wieder gutzumachen.

Nummer 1 ist die Methode, mit der die meisten Religionen arbeiten: Man verstösst gegen ein Gesetz und muss dann Buße tun, damit einem verziehen wird. Nummer 2 macht frei, denn man erkennt sein Handeln an, fühlt sich aber nicht schuldig im Sinne von "ich bin etwas schuldig, muss etwas wieder gutmachen, zurückzahlen etc."

 

Es fällt Ihnen schwer, dem innerlich zu folgen?

In meiner psychotherapeutischen Arbeit erlebe ich oft, dass Klienten mit der zweiten Möglichkeit zu Anfang grosse Schwierigkeiten haben. Es erfordert etwas Zeit und eine innere Beschäftigung mit dem Begriff der Verantwortung. Nehmen Sie das deutsche Volk: Es gäbe theoretisch die Möglichkeit, mit Schuld anders umzugehen, und zwar indem man die volle Verantwortung für das Handeln früherer Generationen übernimmt, ohne dafür weiterhin um Vergebung bitten zu müssen.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, zweisprachige Therapeutin (Englisch/Deutsch) mit Praxissitz in Hamburg. Ich arbeite auch mit Nicht-Hamburgern, kontaktieren Sie mich dazu gerne. Schwerpunkte meiner Arbeit sind Fremdsprachenangst, englischsprachige Psychotherapie und die Arbeit mit dem Unbewussten.

 

Zum Weiterlesen: Die therapeutische Wirkung von Englisch.

 

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