Bi-nationale Partnerschaft: "Einer von beiden ist immer am Kämpfen"

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Eine bilinguale Paartherapie kann helfen, mit den oft immensen Schwierigkeiten umzugehen, die Paare aus unterschiedlichen Kulturen haben. Lesen Sie hier, wie Amy und Benjamin die Paartherapie empfunden haben:

 Amy (USA), 33 Jahre, Content Marketing Manager, und Benjamin (D), 34 Jahre, Facharzt:

 

Womit hatten Sie als Paar am meisten zu kämpfen?

Amy: "Das schwierigste war für mich, dass ich im ersten Jahr kein Deutsch sprach. Von allen Seiten habe ich den Druck verspürt, schnell die Sprache zu lernen. Ich war aber gerade am Anfang von morgens bis abends damit beschäftigt, mich an Deutschland zu gewöhnen. Meine Schwiegermutter hat es abgelehnt, mit mir Englisch zu reden, weil sie der Auffassung war, dass ich so schneller Deutsch lerne. Damit war jeder Familienbesuch purer Stress für mich. Mein Mann hat mir damals nicht wirklich zur Seite gestanden, was ich ihm sehr übel genommen habe."

 

Benjamin: "Für mich war schwierig, dass ich plötzlich die komplette Verantwortung für Amy hatte. Ich wollte, dass sie in Deutschland glücklich ist, das hat mich enorm unter Druck gesetzt. Ich lebte ständig mit der Angst, dass sie ihre Koffer packt und zurück in die USA zieht. Wenn sie Heimweh hatte, konnte ich sie gar nicht trösten. Hinzu kam, dass Amy und meine Mutter sich überhaupt nicht verstanden. Ich fühlte mich ständig zwischen zwei Fronten, das war ein regelrechter Kleinkrieg. Beide erwarteten von mir, dass ich für sie Partei ergreife. Ich fühlte mich dadurch monatelang unter Dauerstress."

 

Wie hat sich das Zusammenleben in Deutschland auf Ihre Beziehung ausgewirkt?

Benjamin: "Wir haben uns sehr viel gestritten, immer ging es um Banalitäten, die aber umso härter ausdiskutiert wurden. Keiner von uns wollte nachgeben. Ich hatte das Gefühl, dass einer von uns immer mit irgendetwas am Kämpfen war. Heute weiss ich, dass wir beide voller Angst waren, dass unsere Beziehung Deutschland nicht übersteht. Amy wollte auch nie etwas planen, sondern lieber spontan sein. Das hat mir in den USA gefallen, in Deutschland hat mich das aber nur noch genervt."

 

Amy: "Unsere Beziehung wurde durch Deutschland ernster. In den USA haben wir sehr viel Spaß zusammen gehabt. In Deutschland wurde Benjamin plötzlich sehr kontrollierend und unlocker."

 

Wie hat die Paartherapie Ihnen geholfen?

Amy: "Die Paartherapie war insofern gut, weil jeder in seiner Sprache sprechen konnte. Ich verstehe Deutsch inzwischen gut genug, so dass ich alles verstanden habe, was Benjamin in der Therapie auf Deutsch gesagt hat. Die Therapie hat mir geholfen, Benjamins Überforderung zu erkennen. Und ich habe gelernt, mich alleine gegenüber meiner Schwiegermutter zu behaupten, ohne Benjamin mit hineinzuziehen."

 

Benjamin: "Ich habe in der Therapie gelernt, meine Gefühle der Überforderung nicht in Kontrollwahn oder Stress auszuagieren, sondern auch einen Teil der Verantwortung bei Amy zu lassen. Sie ist eine starke Frau, aber mit meinem Über-Beschützerinstinkt habe ich sie unbewusst klein gemacht. Jetzt lasse ich die Dinge oft bewusst laufen und bin überrascht, wie einfach sich alles fügt. Ich bin froh, eine so positive Frau an meiner Seite zu haben und schätze jetzt auch hier ihre spontane, "undeutsche" Art. Jeder von uns kann jetzt wieder mehr er selbst sein."

 

Sind auch Sie ein mehrsprachiges Paar und überlegen, eine Paartherapie zu machen?

Ich bin Natalie Marby, zweisprachige Therapeutin in Hamburg und biete bilinguale Paartherapie (Deutsch/Englisch), auch für Paare aus dem nicht-englischsprachigen Raum. Sie können einen kostenfreien, einstündigen Probetermin buchen, indem Sie mir eine Email schreiben oder Sie rufen mich direkt an: (040) 46090233. Bitte vergessen Sie nicht, mir Ihre Telefonnummer und Ihre zeitliche Erreichbarkeit mitzuteilen, damit ich Sie zurückrufen kann. Ich freue mich auf Sie! (Hier geht's zu meinen Preisen und meinen Kontaktdaten).

 

Zum Weiterlesen: Bilinguale Paartherapie - Deutsch und Englisch im Wechsel, kann das funktionieren?

 

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