"Macht für uns eine Paartherapie Sinn?" 4 Fragen zum Selbsttesten:

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Paartherapie Ja oder Nein? Es ist keine leichte Entscheidung, einer fremden Person Zutritt zur eigenen Beziehung zu gewähren. Hier eine Orientierungshilfe in Form von 4 Fragen:

Je häufiger Sie die folgenden 4 Fragen mit "Ja" beantworten, umso höher stehen die Chancen, einen Nutzen aus der Paartherapie zu ziehen:

 

1. "Bin ich innerlich wirklich bereit, die Beziehung mit einer fremden Person zu besprechen?"

Dieser Punkt wird oft unterschätzt. Es ist eine Sache, sich zu einer Paartherapie zu entscheiden, und oft eine ganz andere, dann dem Therapeuten oder der Therapeutin gegenüber zu sitzen und Dinge anzusprechen, die bisher nur das Paar etwas angingen. Viele Paare versuchen über einen langen Zeitraum, ihre Beziehungsprobleme vor anderen zu verbergen, deswegen kann die Paartherapie am Anfang sehr irritierend sein. Es hilft, sich vorher auf diese Situation einzustimmen, damit man schon im Probetermin offen und bereit ist, an sich und den Problemen zu arbeiten.

 

2. "Kann ich den Aspekt der Schuldzuweisung beiseite schieben?"

Das halte ich für einen der wichtigsten Aspekte bei Paartherapien. Viele Paare beginnen die Therapie in der Hoffnung, dass der andere dann als der Schuldige entlarvt wird. Es ist ja auch meist so, dass man sich selbst als unschuldig an der Situation erachtet, und zwar deshalb, weil man natürlich nur die eigene Sicht auf die Dinge hat und zum Beispiel den Ärger des Partners aus dem eigenen Blickwinkel nicht nachvollziehen kann. Es gilt somit, einen Perspektivwechsel zu vollziehen, und für diesen Perspektivwechsel ist das Über-Bord-Werfen der Schuldfrage immens wichtig, sonst dreht man sich im Kreis.

 

3. "Habe ich eine Vision für unsere Beziehung?"

Die Frage nach der Vision ist äusserst entscheidend, denn sonst gibt man das Ruder aus der Hand. Und ich meine nicht die Vision als Paar, sondern die eigene, individuelle Vision für die Beziehung. Es ist wichtig, klar zu wissen, was man will: Will ich mit diesem Menschen bis ans Ende meiner Tage zusammenleben? Will ich herausfinden, ob ich den Menschen noch liebe? Will ich meinem Partner für etwas verzeihen, was er mir angetan hat? Viele Paare, die in Schwierigkeiten sind, haben diese Vision verloren. Sie wissen überhaupt nicht mehr, wie es weitergehen soll. In solchen Fällen ist es jedoch sehr wichtig, für sich selbst zu wissen, was man will und sich dann individuell dafür zu entscheiden, bevor man die Therapie beginnt. Aus meiner Sicht macht zum Beispiel eine Paartherapie im Falle eines Betrugs nur Sinn, wenn der betrogene Partner sich vorstellen kann, dem Partner zu verzeihen. Oder wenn er ihm nicht verzeihen kann, dass er sich dann vorstellen kann, die Beziehung zu verlassen. Ansonsten dreht sich das Paar auch hier wieder im Kreis.

 

4. "Bin ich bereit, das Wort 'Liebe' für uns neu zu definieren?"

Viele Paare kommen mit dem Gefühl in die Paartherapie, sich nicht mehr zu lieben, beziehungsweise das Liebesgefühl, das am Anfang der Beziehung da war, nicht mehr zu spüren. Hier ist es wichtig, eine neue Definition für das zu finden, was das Paar verbindet. 'Liebe' ist für jedes Paar etwas anderes und es entwickelt sich im Laufe der Beziehung. Hält man zu sehr daran fest, was einen früher verbunden hat, verpasst man die Chance, zu erkennen, dass es neue und tiefere Werte gibt, die einen heute als Paar verbinden und stark machen.

 

Je mehr Fragen Sie mit "Ja" beantworten konnten, desto höher stehen meiner Erfahrung nach die Chancen auf Erfolg in der Paartherapie. Zu mir: Ich bin Natalie Marby, Paartherapeutin in Hamburg. Ich biete auch bilinguale Paartherapie für englisch-/deutschsprachige Paare an. Mehr Informationen zu meiner Arbeit finden Sie hier: Paartherapie in Hamburg.

 

Zum Weiterlesen: Bi-nationale Partnerschaft - "Einer von beiden ist immer am Kämpfen".

 

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