· 

"Warum brauche ich Alkohol?" Drei psychologische Gründe:

Eine Alkoholsucht zu überwinden ist einfacher, wenn man die Gründe versteht, warum man Alkohol trinkt. Hier sind die 3 häufigsten emotionalen Motive:

1. Unterdrücken von Gefühlen

Man kommt abends nach Hause, hatte vielleicht einen sehr anstrengenden Tag und tagsüber war kaum Zeit, auf eigene Bedürfnisse zu achten. Der Feierabend kann dann zur Falle werden, wenn man tagsüber viele Emotionen wie Ärger, Ungeduld, Unlust oder Langeweile unterdrücken musste, um zu funktionieren. Im Grunde ist ein Glas Wein vielleicht nicht die schlechteste Lösung. Denn angestaute negative Emotionen, die sich zum Feierabend entladen, sind aus meiner Sicht genauso ungesund wie Alkohol. Aber das Problem ist, dass Alkohol diese negativen Emotionen zwar dämpft, aber nicht beseitigt. Und deshalb braucht man ein zweites oder drittes Glas.

 

2. Man spürt abends, wie weit man sich von sich selbst entfernt hat

Das ist die traurige Wahrheit: Die meisten Menschen verbringen ihre Arbeitszeit damit, sich unbewusst weiter und weiter von sich selbst zu entfernen. Das fängt zum Beispiel damit an, dass man in den meisten Berufen sehr viel kontrollieren muss. Sehr viel reden muss. Und sehr viele Menschen ertragen muss, die man eigentlich lieber auf den Mond schicken würde. Diese Dinge sind alle nicht weiter tragisch und gehören zum Leben dazu. Aber abends spürt man es. Und dann wissen viele Menschen einfach nicht, wie sie wieder zu sich selbst kommen sollen. Sport ist eine gute Möglichkeit, genauso wie Zeit mit der Familie, Kindern oder Freunden. Kreative Dinge sind auch sehr gut, um sich wieder mit sich selbst zu verbinden. Das Problem ist jedoch: Den meisten gelingt es nicht, in diese 'gesunden' Aktivitäten hineinzukommen, weil sie den ganzen Tag etwas anderes gemacht haben. Es ist schwer, den Schalter einfach umzulegen und ein Bild zu malen, wenn man den ganzen Tag über Meetings hatte. Der Fernseher, das Computerspiel oder eben das Glas Wein schaffen dann schneller und leichter die gewünschte Entspannung.

 

3. Der Wunsch, nicht zu denken

Nach dem ersten Glas Wein hört man die innere Stimme nicht mehr. Man hört die Gespräche des Tages nicht mehr. Und auch nicht die negativen Gedanken, die einen den ganzen Tag über begleitet haben. Das ist für sich genommen nicht verkehrt. Aber auch hier gibt es ein Begleitproblem: Ein Glas Wein entspannt zwar und man hat sofort weniger negative Gedanken. Das ist aber im Grunde so, als ob Sie einen Ertrinkenden bewusstlos schlagen, um ihn zu retten. Das ist zwar eine Lösung, aber keine Dauerlösung, weil es eine Überwältigung (Ihrer selbst) ist.

 

Was ist nun die Lösung, wenn ich ein schleichendes Alkoholproblem habe?

Der erste Schritt ist, zu entscheiden, dass man etwas ändern möchte. Vielleicht tut Ihnen Alkohol ja gut. Manche Menschen spüren aber, dass es ihnen nicht gut tut, vor allem dann nicht, wenn es zur Gewohnheit wird. Man kann aus meiner Sicht mit einer gedanklichen Neuprogrammierung Süchte sehr gut überwinden. Dazu gehört jedoch die Bereitschaft, sich seinen Gefühlen und negativen Glaubenssätzen zu stellen, denn Alkohol ist immer ein Versuch, unbewusste Gefühle und Gedanken zu unterdrücken. Eine Psychotherapie kann Ihnen dabei sehr gut helfen.

 

Zum Weiterlesen: Seelische Gesundheit ist die wichtigste finanzielle Investition.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, Therapeutin in Hamburg. Eine Übersicht über meine Therapie-Schwerpunkte finden Sie hier: Mein Angebot

 

 

 

Hier können Sie meinen Blog abonnieren.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0