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Warum manche Menschen keine klaren Grenzen setzen können

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Um psychisch und körperlich gesund zu bleiben, ist es enorm wichtig, sich innerlich und äußerlich abgrenzen zu können. Aber warum können manche Menschen das nicht? Hier die 2 Hauptgründe: 

 

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die etwas für andere tun, obwohl Sie es eigentlich nicht tun wollen, dann kann das folgende zwei Gründe haben:

 

1. Sie wollen etwas und glauben, dass ein anderer Mensch Ihnen das geben kann

Menschen mit dieser Überzeugung tun Dinge, die sie über ihre Grenzen gehen lassen bzw. andere ihre Grenzen überschreiten lassen. Meistens ist das, was der Betroffene von anderen will, etwas Emotionales, wie zum Beispiel Anerkennung, Liebe oder Geborgenheit. Diese Dinge kann man jedoch nie von einem anderen Menschen bekommen. Man muss sie in sich selbst entwickeln, sonst läuft man Gefahr, ständig im Außen nach diesen wichtigen emotionalen Grundpfeilern zu suchen. Und wenn man diese Dinge dann nicht bekommt, fängt die Seele an zu wackeln, weil das Fundament fehlt. Die Lösung besteht darin, Selbstliebe zu entwickeln, sowie ein Gefühl für die eigene Identität. Wenn das erreicht ist, dann lässt man automatisch nicht mehr zu, dass die eigenen Grenzen von anderen überschritten werden.

 

2. Sie glauben, dass Sie geliebt werden, wenn Sie Ihre Grenzen öffnen

Viele Menschen, die keine Grenzen setzen können, haben in ihrer Kindheit erlebt, dass sie nur dann geliebt oder akzeptiert werden, wenn sie das tun, was andere von ihnen verlangen. Dabei haben sie ihre innere Stimme, die das nicht tun wollte, zum Schweigen gebracht. Kinder würden alles tun, um geliebt zu werden, denn sie brauchen die Liebe zum Überleben. Kinder können nicht einfach ihren Koffer packen und ins Hotel ziehen, sie müssen im Familiengefüge bleiben und zurechtkommen und es irgendwie schaffen, sich sicher zu fühlen. Je mehr ein Elternteil ein Kind liebt, umso sicherer fühlt sich das Kind. Deswegen gehen Kinder über ihre Grenzen, um diese Liebe zu bekommen. Als Erwachsener ist es dann sehr schwer, sich dieses Verhalten abzugewöhnen, weil der Glaubenssatz "Ich werde geliebt, wenn ich das tue, was andere von mir verlangen" sie beherrscht. Vor allem im Beruf kann das mit der Zeit enorme Schwierigkeiten bereiten. Viele Menschen, die an Burnout erkranken, haben nicht gelernt, auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten, sondern haben versucht, die Anforderungen anderer zu erfüllen, auch wenn das die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit überschreitet. Die Lösung für solche Fälle ist, einen neuen Glaubenssatz zu entwickeln. Dieser könnte zum Beispiel lauten: "Ich kann damit leben, wenn andere mich nicht lieben. Aber ich kann nicht damit leben, wenn ich mich nicht selbst liebe. Deswegen werde ich mich ab sofort um mich selbst kümmern, Nein sagen lernen und auf meine wahren Bedürfnisse achten."

 

Zum Weiterlesen: Warum Meditation positives Denken fördert.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, Therapeutin in Hamburg. Ich arbeite aber auch mit vielen Menschen ausserhalb von Hamburg telefonisch. Eine Übersicht über meine Therapie Schwerpunkte finden Sie hier: Mein Angebot.

 

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