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Psychologische Beratung online oder am Telefon wegen Coronavirus: 6 häufige Fragen

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Eine psychologische Beratung am Telefon oder online reduziert zur Zeit die Ansteckungsgefahr und funktioniert viel besser, als manche glauben. Hier werden die wichtigsten Fragen zur Online Hilfe beantwortet:

1. Hilft eine Online Beratung genauso gut wie eine Psychotherapie vor Ort?

Studien belegen, dass eine psychologische Online Beratung vor allem bei Depressionen und Angststörungen ebenso wirksam sein kann wie eine persönliche Sitzung beim Psychotherapeuten. In meiner psychotherapeutischen Praxis biete seit vielen Jahren telefonische Beratungen sowie online Beratungen an. Video Anrufe wie Skype oder Facetime ziehen jedoch aufgrund des Bildes sehr viel Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit des Klienten sollte immer auf sich selbst gerichtet sein, ein Skype Termin bindet jedoch diese Aufmerksamkeit zu stark, zum Beispiel wenn das Bild "einfriert" oder die Verbindung kurz unterbrochen wird. Auch die Tatsache, dass man sich bei einem Skype Gespräch selbst sehen kann, lenkt den Fokus weg von sich selbst und hin zu einem Bild von sich - und genau das sollte in einer Therapiestunde nicht passieren. Aus diesem Grund empfehle ich telefonische Termine und biete diese seit vielen Jahren an, vor allem für Menschen, die beruflich viel unterwegs sind.

2. Kann der therapeut mich einschätzen, wenn er mich nicht direkt vor sich hat?

Aus meiner Sicht kann ein Therapeut einen Klienten sogar besser einschätzen, wenn er mit ihm nur telefoniert. Findet ein Online Termin statt, kann der Therapeut über die Video Funktion recht gut einschätzen, was die Körpersprache oder die Mimik des Klienten aussagen. Bei einem Telefontermin kann der Therapeut aufgrund der Aussparungen von äußeren Eindrücken (wie zum Beispiel des äußeren Erscheinungsbildes des Klienten) insgesamt sogar wertfreier agieren und kommunizieren. Er gewinnt schneller ein Gefühl für den Menschen, der Hilfe sucht, wenn er sich zum Beispiel nur auf seine Stimme konzentriert. Viele Menschen glauben, "es fehle" etwas, wenn der Therapeut den Klienten nicht sehen kann. Aus meiner Sicht addiert die Telefonberatung etwas hinzu, denn der Klient kann sich am Telefon voll und ganz auf seine eigenen Emotionen und Gedanken fokussieren und dadurch stellen sich meiner Erfahrung nach fast immer sehr schnelle Beratungserfolge ein.

3. Wie kann ich dem Therapeuten vertrauen, wenn ich ihn nicht persönlich sehe?

Das Vertrauen zwischen Klient und Therapeut stellt sich meiner Erfahrung nach bei einem Online Termin oder über das Telefon genauso langsam oder schnell ein wie bei persönlichen Treffen. Aus meiner Sicht gibt es da keinen Unterschied. Wir glauben nur oft, dass wir mehr Kontrolle über eine bestimmte Situation haben, wenn wir unseren Gesprächspartner sehen können. Das Sehen und Bewerten eines Menschen gibt jedoch nur eine vermeintliche Sicherheit. Eine wirkliche Sicherheit und ein wirkliches Vertrauen zu einem Menschen stellt sich nur ein, wenn man in einem guten Kontakt zu sich selbst ist. Die Sicherheit kommt nie durch äußere Gegebenheiten, sondern ausschließlich durch die Sicherheit in einem selbst und die Verbindung, die man zu sich selbst hat. Diese Verbindung zu sich selbst wird durch eine telefonische Beratung von Anfang an gestärkt.

4. Gibt es Fälle, für die eine Online Beratung nicht geeignet ist?

Die Antwort lautet: Ja. Für die folgenden schweren psychischen Störungen ist eine online Beratung bzw. eine telefonische Beratung nicht geeignet:

  • akute Psychosen
  • Schizophrenie
  • Borderline Syndrom
  • schwere Depressionen
  • schwere Suchterkrankungen
  • Suizidalität

5. Wie kann ich die online Beratung oder die Telefon Beratung beginnen?

Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf, entweder per email oder Sie rufen mich direkt an: +49 40 46090233. Ich antworte meist innerhalb von 24 Stunden. Weitere Informationen finden Sie hier:

6. Zahlt die Krankenkasse die online Beratung?

Leider nein. Ich arbeite ausschließlich mit Selbstzahlern. Wenn Sie unschlüssig sind, ob Sie für die Kosten selbst aufkommen möchten, dann lesen Sie hier 2 Gründe, warum es sich lohnt, eine Psychotherapie selbst zu bezahlen.

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