Manche Menschen erleben beim Englisch sprechen etwas Merkwürdiges:
Sie wissen, dass sie erwachsen sind.
Sie wissen, dass sie Englisch gelernt haben.
Und trotzdem fühlen sie sich plötzlich unsicher, klein oder unter Druck.
Für viele Betroffene ist das schwer zu verstehen.
Warum löst eine Sprache solche Gefühle aus?
Eine mögliche Erklärung ist, dass Fremdsprachen manchmal Erfahrungen berühren, die weit über die Sprache selbst hinausgehen.
1. Nicht alles zu verstehen
Kinder verbringen viele Jahre damit, die Welt sprachlich zu erschließen.
Am Anfang verstehen sie vieles nicht.
Sie beobachten.
Sie hören zu.
Sie versuchen, Zusammenhänge zu erkennen.
Wenn Erwachsene später Englisch sprechen und Mühe haben, einem Gespräch zu folgen, kann ein ähnliches Gefühl entstehen:
Ich verstehe nicht alles.
Das ist völlig normal.
Manche Menschen erleben dabei lediglich Unsicherheit.
Andere spüren deutlich stärkeren Stress.
2. Sich nicht ausdrücken zu können
Viele Menschen mit Englischangst berichten, dass sie eigentlich wissen, was sie sagen möchten.
Und trotzdem fehlen plötzlich die Worte.
Das kann frustrierend sein.
Vor allem dann, wenn man gewohnt ist, sich auf Deutsch klar und differenziert auszudrücken.
Manche Menschen erleben dabei ein Gefühl von Hilflosigkeit oder Ohnmacht, das sie bereits aus anderen Lebenssituationen kennen.
3. Angst, dumm zu wirken
Englisch sprechen bedeutet oft, Fehler zu machen.
Das gehört zum Lernen dazu.
Trotzdem haben viele Menschen große Angst davor.
Nicht unbedingt, weil sie Englisch nicht können.
Sondern weil sie befürchten, von anderen negativ bewertet zu werden.
Dann geht es oft weniger um die Sprache selbst als um die Frage:
Was denken andere über mich?
4. Sich plötzlich kleiner fühlen
Manche Menschen erleben einen deutlichen Unterschied zwischen ihrer Sicherheit auf Deutsch und ihrer Sicherheit auf Englisch.
Auf Deutsch fühlen sie sich kompetent.
Auf Englisch fühlen sie sich plötzlich unsicher.
Das kann besonders im beruflichen Umfeld belastend sein.
Nicht weil die Fähigkeiten verschwunden wären, sondern weil die vertraute Selbstverständlichkeit fehlt.
5. Hilfe zu brauchen
Eine Fremdsprache bringt uns immer wieder in Situationen, in denen wir Unterstützung brauchen.
Wir fragen nach.
Wir bitten um Wiederholung.
Wir suchen nach einem Wort.
Für viele Menschen ist das kein Problem.
Für andere ist genau das besonders schwierig.
Vor allem dann, wenn sie gelernt haben, alles allein schaffen zu müssen.
Nicht jeder erlebt Englischangst aus denselben Gründen
Die hier beschriebenen Erfahrungen sind keine festen Regeln.
Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit.
Trotzdem berichten viele Betroffene, dass Englisch sprechen Gefühle auslöst, die größer erscheinen als die Sprache selbst.
Deshalb lohnt es sich manchmal, nicht nur auf das Englisch zu schauen, sondern auch auf die Erfahrungen, Gedanken und Gefühle, die damit verbunden sind.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, welche Erfahrungen und inneren Muster bei Englischangst eine Rolle spielen können, finden Sie hier weitere Informationen:
