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5 häufige Gedanken, die Englischsprechhemmungen verstärken können

Viele Menschen beschreiben ihr Englisch zunächst mit Sätzen wie:

 

“Mein Englisch ist nicht gut genug.”

 

oder

 

“Ich müsste eigentlich viel besser sprechen können.”

 

Interessanterweise stellt sich im Gespräch oft heraus, dass die Sprachkenntnisse deutlich besser sind, als die Betroffenen selbst glauben.

 

Im Laufe meiner Arbeit mit Fremdsprachenangst bin ich immer wieder bestimmten Überzeugungen begegnet, die das Englisch sprechen erschweren können.

 

Nicht als Ursachen im engeren Sinn.

 

Aber als Gedanken, die Druck erzeugen und Unsicherheit verstärken.

1. "Mein Englisch ist schlecht"

Viele Menschen sind deutlich kritischer mit ihren eigenen Sprachkenntnissen als nötig.

 

Sie konzentrieren sich auf das, was ihnen fehlt, und übersehen dabei, was bereits vorhanden ist.

 

Manchmal entsteht dadurch der Eindruck, man könne kaum Englisch sprechen – obwohl man sich durchaus verständigen kann.

 

Ein erster Schritt besteht oft darin, die eigene Einschätzung etwas genauer zu überprüfen.

2. "Alle anderen sprechen besser Englisch"

Auch dieser Gedanke begegnet mir häufig.

 

Wer sich unsicher fühlt, nimmt die eigenen Fehler oft sehr deutlich wahr und die Fehler anderer kaum.

 

Interessanterweise berichten manche Menschen später, dass sie plötzlich bemerken, wie unterschiedlich die Englischkenntnisse im beruflichen Umfeld tatsächlich sind.

 

Nicht weil andere schlechter geworden wären.

 

Sondern weil sich die eigene Wahrnehmung verändert hat.

3. "Ich müsste mich einfach mehr anstrengen"

Viele Menschen erklären ihre Schwierigkeiten zunächst mit mangelnder Disziplin oder zu wenig Übung.

 

Natürlich kann Übung hilfreich sein.

 

Gleichzeitig erlebe ich immer wieder Menschen, die sehr viel Energie in Englisch investiert haben und sich trotzdem blockiert fühlen.

 

Manchmal geht es deshalb nicht nur um die Menge des Lernens, sondern auch um den Druck, unter dem gelernt und gesprochen wird.

4. "Mein Englisch muss perfekt sein"

Perfektionismus spielt bei Englischsprechhemmungen häufig eine Rolle.

 

Wer versucht, jeden Satz perfekt zu formulieren, steht oft unter enormem Druck.

 

Dabei gerät leicht aus dem Blick, worum es in einem Gespräch eigentlich geht:

 

Verbindung.

 

Verständigung.

 

Austausch.

 

Gerade im englischsprachigen Raum erleben viele Menschen, dass Freundlichkeit, Interesse und ein respektvoller Umgang oft wichtiger sind als eine fehlerfreie Grammatik.

5. "Was passiert, wenn mir ein Wort fehlt?"

Für viele Menschen ist dies die größte Sorge.

 

Nicht das Gespräch selbst.

 

Nicht die Grammatik.

 

Sondern der Moment, in dem plötzlich ein Wort fehlt.

 

Oft wird dieser Moment innerlich wie eine Katastrophe erlebt.

 

Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit fehlenden Worten umzugehen:

 

Man kann umschreiben.

 

Man kann nachfragen.

 

Man kann pausieren.

 

Man kann gemeinsam nach einer Lösung suchen.

 

Je mehr Vertrauen in die eigene Fähigkeit entsteht, mit solchen Situationen umzugehen, desto weniger bedrohlich wirken sie oft.

Vielleicht geht es nicht nur um Englisch

Wenn ich auf viele Jahre Arbeit mit diesem Thema zurückblicke, dann fällt mir eines besonders auf:

 

Die größten Veränderungen entstehen oft nicht dadurch, dass Menschen perfekter sprechen.

 

Sondern dadurch, dass sie sich selbst beim Sprechen weniger unter Druck setzen.

 

Denn manchmal ist nicht das Englisch das eigentliche Hindernis.

 

Sondern die Art, wie wir mit uns selbst umgehen, während wir es sprechen.


Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen: