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Wie entsteht eine Barriere, Englisch zu sprechen?

Viele Menschen beschreiben ihre Englischangst nicht als etwas, das plötzlich begonnen hat.

 

Sie erzählen vielmehr, dass die Unsicherheit über Jahre langsam größer wurde.

 

Aus einem unguten Gefühl wurde Zurückhaltung.

 

Aus Zurückhaltung wurde Vermeidung.

 

Und irgendwann fühlt sich das Englischsprechen kaum noch möglich an.

 

Natürlich verläuft das nicht bei allen Menschen so.

 

Dennoch ist diese langsame Entwicklung eine Beobachtung, die mir in meiner therapeutischen Arbeit immer wieder begegnet.

Oft beginnt es mit einer verständlichen Reaktion

Manchmal erinnern sich Menschen an belastende Erfahrungen in der Schule.

 

Andere denken an schwierige Situationen im Beruf.

 

Und manche können keinen konkreten Auslöser benennen.

 

Was diese Erfahrungen häufig gemeinsam haben, ist nicht das Ereignis selbst.

 

Sondern das Gefühl, das dabei entstanden ist.

 

Zum Beispiel Scham.

 

Hilflosigkeit.

 

Der Wunsch, nie wieder so verletzlich sein zu müssen.

 

Solche Reaktionen sind zunächst sehr verständlich.

Aus Schutz wird manchmal eine Barriere

Unser Nervensystem versucht, uns vor schmerzhaften Erfahrungen zu schützen.

 

Deshalb entwickeln Menschen oft Strategien, die ihnen Sicherheit geben.

 

Sie bereiten sich besonders gründlich vor.

 

Sie vermeiden bestimmte Situationen.

 

Sie sprechen möglichst wenig.

 

Oder sie versuchen, keine Fehler zu machen.

 

Diese Strategien entstehen meist nicht, weil etwas mit einem Menschen nicht stimmt.

 

Sondern weil sie einmal hilfreich waren.

 

Mit der Zeit können sie jedoch selbst zu einem Teil der Barriere werden.

Irgendwann scheint die Angst einfach da zu sein

Viele Menschen wissen nach einigen Jahren gar nicht mehr, warum sie sich beim Englischsprechen so unsicher fühlen.

 

Die ursprüngliche Situation tritt in den Hintergrund.

 

Die Angst bleibt.

 

Dadurch wirkt sie oft rätselhaft.

 

Dabei bedeutet das nicht, dass sie grundlos ist.

 

Vielleicht ist der Zusammenhang nur nicht mehr unmittelbar sichtbar.

Es geht nicht darum, alte Gefühle noch einmal zu durchleben

Manchmal glauben Menschen, sie müssten frühere Erfahrungen noch einmal vollständig erleben, um sie hinter sich lassen zu können.

 

So erlebe ich meine therapeutische Arbeit nicht.

 

Wir versuchen vielmehr, dem Teil in Ihnen zu begegnen, der heute noch Angst hat.

 

Nicht, um ihn zu überwältigen.

 

Sondern um zu verstehen, wovor er Sie schützen möchte.

 

Allein diese Begegnung kann etwas verändern.

 

Nicht, weil die Vergangenheit verschwindet.

 

Sondern weil Sie ihr heute als erwachsener Mensch begegnen.

Wie wir damit in der Therapie arbeiten

In meinen Sitzungen suchen wir deshalb nicht nach der einen Ursache oder der richtigen Erklärung.

 

Wir beginnen mit dem, was jetzt geschieht.

 

Wie fühlt sich das Englischsprechen im Moment an?

 

Welche Gedanken entstehen?

 

Wie reagiert Ihr Körper?

 

Und welchem Teil in Ihnen fällt diese Situation besonders schwer?

 

Aus diesem gemeinsamen Verstehen entsteht für viele Menschen Schritt für Schritt ein anderer Umgang mit ihrer Englischangst.

 

Nicht dadurch, dass sie gegen die Angst kämpfen.

 

Sondern dadurch, dass sie ihr nicht mehr allein begegnen müssen.


Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst (Angst, Englisch zu sprechen) erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen: