Nicht jeder Mensch, der Englisch spricht, erlebt die Situation auf die gleiche Weise.
Für manche ist ein englisches Meeting eine normale berufliche Aufgabe.
Für andere ist es mit deutlich mehr Anspannung verbunden, als Außenstehende vermuten würden.
Das bedeutet nicht, dass diese Menschen weniger kompetent sind.
Oft fällt die Unsicherheit gerade bei Menschen auf, die ihre Arbeit ansonsten sehr souverän erledigen.
Englischangst bleibt häufig unsichtbar
Viele Menschen sprechen nur ungern über ihre Schwierigkeiten mit Englisch.
Sie schämen sich.
Sie möchten nicht negativ auffallen.
Oder sie glauben, sie müssten das Problem allein lösen.
Deshalb bleibt Englischangst im beruflichen Alltag häufig verborgen.
Nicht, weil die Belastung gering wäre.
Sondern weil Betroffene oft viel Energie darauf verwenden, sie nicht sichtbar werden zu lassen.
Was Kollegen manchmal beobachten
Es gibt keine sicheren Anzeichen für Englischangst.
Dennoch berichten manche Menschen von Verhaltensweisen wie:
- dem Vermeiden bestimmter Meetings
- großer Anspannung vor englischen Präsentationen
- auffälliger Zurückhaltung in englischen Gesprächssituationen
- starkem Perfektionismus im Umgang mit Sprache
Solche Verhaltensweisen können viele Ursachen haben.
Deshalb ist Vorsicht mit schnellen Schlussfolgerungen wichtig.
Was häufig hilft
Die meisten Menschen wünschen sich keine Analyse ihrer Schwierigkeiten.
Sie wünschen sich Verständnis.
Oft hilft bereits ein Arbeitsumfeld, in dem Fehler nicht sofort bewertet werden und Unsicherheit nicht als Schwäche gilt.
Manchmal macht es einen großen Unterschied, wenn Kollegen oder Vorgesetzte signalisieren:
“Du musst nicht perfekt sprechen.”
oder
“Es ist in Ordnung, nach Worten zu suchen.”
Solche kleinen Botschaften können überraschend entlastend sein.
Nicht jeder braucht dieselbe Unterstützung
Manche Menschen profitieren von mehr Sprachpraxis.
Andere von einem verständnisvollen Team.
Wieder andere möchten die Hintergründe ihrer Reaktion genauer verstehen.
Deshalb gibt es keine allgemeingültige Lösung.
Was jedoch fast immer hilfreich ist:
Menschen nicht auf ihre Unsicherheit zu reduzieren.
Denn hinter der Angst vor Englisch steht oft jemand, der in vielen anderen Bereichen seines Lebens sehr kompetent, engagiert und erfahren ist.
Eine kleine Erinnerung
Wer eine Fremdsprache spricht, bewegt sich außerhalb seiner gewohnten Sicherheit.
Das gilt für alle Menschen.
Manche spüren diese Unsicherheit stärker als andere.
Vielleicht ist die hilfreichste Haltung deshalb nicht die Frage:
“Warum stellt sich diese Person so an?”
Sondern:
“Was könnte ihr helfen, sich etwas sicherer zu fühlen?”
Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen:
