Englisch Hemmungen aus eigener Kraft überwinden: 4 Übungen

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Starke Englisch Hemmungen können eine psychologische Ursache haben, aber das heisst nicht, dass man einen Psychologen braucht, um sie zu überwinden. Hier sind 4 Übungen, die Sie allein machen können:

Übung 1: Sehr langsam sprechen

Klingt banal, ist aber meiner Erfahrung nach die wirksamste Methode am Anfang. Und das kann man sehr gut alleine zu Hause üben! Nehmen Sie zum Beispiel diesen Satz:

"Excuse me, do you know what time it is?"

(zu deutsch: Entschuldigung, wissen Sie, wie spät es ist?)  Lernen Sie den Satz auswendig und sprechen Sie ihn dann sehr, sehr langsam laut aus. Während Sie sprechen, versuchen Sie, das Gefühl, das Sie beim Englisch sprechen haben möchten, zu produzieren. Zum Beispiel wollen Sie sich wahrscheinlich selbstbewusst fühlen. Das kann man produzieren, aber dafür muss man zunächst üben, sehr langsam zu sprechen, denn wenn Sie schnell sprechen, hat ausser Angst kein Gefühl in Ihnen mehr Platz.

 

Übung 2: Laut sprechen

Menschen, die Hemmungen haben, Englisch zu sprechen, sprechen automatisch sehr leise. Das ist vollkommen verständlich. Das leise Sprechen führt aber dazu, dass der Redefluss noch mehr blockiert wird. Ein leises, schüchternes Sprechen produziert mental eine Blockade. Wenn Sie das nicht glauben, dann testen Sie zu Hause folgendes: Nehmen Sie den Satz aus Übung 1 (oder irgendeinen anderen Satz) und sprechen ihn einmal leise und dann laut aus. Versuchen Sie, beim laut sprechen nicht zu "pressen". Es geht nicht darum, Geräusche zu machen, sondern Ihren Worten ein Gewicht zu verleihen. Umso lauter Sie sprechen, umso mehr Gewicht haben Ihre Worte - so als ob sich die Worte beim Sprechen in Blei verwandeln. Sie werden spüren, wie diese laute, gewichtige Art zu sprechen (verbunden mit dem langsamen Sprechen aus Übung 1) Ihnen mehr Selbstvertrauen schenken wird.

 

Übung 3: Augenkontakt halten

Der größte Fehler, den viele Menschen (hauptsächlich die Deutschen) machen, ist, auf den Boden zu schauen, wenn sie in Englisch unsicher werden. Das ist aus meiner Sicht deswegen so fatal, weil man sich dadurch noch "alleiner" fühlt - und das verstärkt die Angst. Auch wenn es verständlicherweise sehr schwer fällt: Halten Sie den Augenkontakt! Üben Sie es notfalls zu Hause vor dem Spiegel. Schauen Sie nicht weg, wenn Ihnen kein Wort mehr einfällt. Wenn Sie es schaffen, bei fehlenden Worten den Augenkontakt zu halten, wird Ihr Gegenüber sofort ein Wort liefern. Wenn Sie allerdings auf den Boden schauen, wird er nicht wissen, was er tun soll. Englischsprachige Menschen verstehen ein Wegschauen als Hinweis, dass sie etwas falsch gemacht haben. In solchen Momenten fühlen sich dann beide schlecht: Der Deutsche, der nach Worten ringt und der englischsprachige Mensch, der glaubt, etwas falsch gemacht zu haben.

 

Übung 4: Stehen Sie zu Ihrer Angst

Machen Sie das in kleinen Schritten. Suchen Sie sich jemanden, bei dem kein großes Risiko besteht, dass Sie das Gesicht verlieren oder sonstige Nachteile dadurch haben. Gestehen Sie diesem Menschen ganz offen ein, dass Sie Angst haben, Englisch zu sprechen und fragen Sie ihn nach seiner Meinung. Viele Menschen reagieren nach dem Motto: "Ach so ein Quatsch, du musst doch keine Angst vor Englisch haben! Einfach machen, das wird schon!" Das hilft Menschen mit Englisch Blockaden aber nicht weiter. Sie müssen lernen, für sich einzustehen und ihre Angst klar und deutlich mitzuteilen. Wenn Sie es schaffen, gegenüber einem guten Freund über Ihre Angst zu sprechen, wird sich etwas verändern. Das hat mit Selbstliebe zu tun. Probieren Sie es aus, Sie werden spüren, dass die Angst dadurch weniger wird, und dann können Sie es vielleicht sogar vor Ihren Kollegen zugeben. Ich habe sehr oft erlebt, dass Englischangst sich durch diese kleine Übung von allein aufgelöst hat.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, Therapeutin mit Schwerpunkt Englisch Phobie. Mehr zu meiner Arbeit finden Sie hier: Therapie bei Angst vor Englisch.

 

Zum Weiterlesen: Psychische Probleme mit Englisch gibt es vor allem in Konzernen.

 

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