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Personalentwicklung: Techniken auf Englisch souverän umsetzen

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Personalentwickler kennen das Problem: Hat ein Mitarbeiter entsprechende Skills gelernt, muss er diese oft in englischer Sprache in seinem Job dann auch anwenden. Manche Mitarbeiter tun sich damit sehr schwer. Warum, lesen Sie hier:

Beispiel: Rollenspiele und die spätere Umsetzung auf Englisch

Mitarbeiter müssen so qualifiziert werden, dass Sie bestmöglich zum Unternehmenserfolg beitragen können. Vertriebsmitarbeiter werden z.B. daher anhand von Rollenspielen so geschult, dass Sie mit eventuellen Einwänden im Verkaufsgespräch besser umgehen können. Selbst wenn ein Mitarbeiter das Rollenspiel jedoch vorher auf Englisch geübt hat, wird ihm die spätere Umsetzung in einem englischen Verkaufsgespräch vermutlich schwer fallen. Die Gründe hierfür lesen Sie im folgenden Abschnitt:

Warum fällt Mitarbeitern die Umsetzung der Techniken auf Englisch so schwer?

Alle Personalentwicklungs Techniken, wie z.B. Präsentationstechniken, Verhaltensmodellierung, Teamentwicklung oder Kundenorientierung haben eines gemeinsam: Sie bauen auf das Fundament des Selbstbewusstseins des jeweiligen Mitarbeiters auf. Um zum Beispiel spezielle Präsentationstechniken gezielt anzuwenden, muss ein Mitarbeiter sich generell erst wohl fühlen, wenn er vor anderen Menschen spricht. Erst wenn die Basiskompetenz „angstfreies Sprechen vor einer Gruppe von Menschen“ erworben ist (dies geschieht meist in der Schulzeit oder während des Studiums), können weiterführende Techniken erfolgreich und zielführend umgesetzt werden. Wohlgemerkt: in deutscher Sprache. Spricht jedoch ein Mitarbeiter in einer Fremdsprache, wird ein psychologischer Faktor von Unternehmen aus meiner Sicht maßlos unterschätzt: Denn eine Fremdsprache wie zum Beispiel Englisch aktiviert sofort in jedem Menschen alte Ängste, Unsicherheiten und Selbstzweifel - bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Oft stammen diese negativen Gefühle aus der Kindheit oder Schulzeit und die meisten Menschen haben diese Gefühle irgendwann aus eigener Kraft überwunden. Das ist eine gesunde und hilfreiche Strategie der Seele, mit alten Versagensängsten umzugehen. Das Ergebnis nennen wir dann „Selbstbewusstsein“, und es ist tatsächlich auch wirklich so, dass dieser Mensch sich seiner selbst mehr bewusst ist, sich nicht so einfach verunsichern lässt und sich gegenüber anderen dadurch behaupten kann. 

Wieso aktiviert die englische Sprache frühere Selbstzweifel?

Die meisten Menschen waren als Kinder oder Jugendliche nicht sonderlich selbstbewusst. Wir alle kennen das Gefühl von Schüchternheit, Unsicherheit oder Vorsicht - einfach deshalb, weil man die Welt als Kind oder Jugendlicher ja auch erst ein paar Jahre lang kennt. Man lernt Selbstbewusstsein im Laufe seines Lebens. Und jetzt kommt Englisch ins Spiel: Denn die Fremdsprache katapultiert jeden Menschen zurück in alte Gefühle, weil wir uns beim Sprechen einer fremden Sprache sofort wieder etwas kleiner, etwas dümmer und etwas unbedeutender fühlen. Das liegt daran, dass eine Fremdsprache an die Zeit erinnert, als wir unsere Muttersprache noch nicht so gut sprachen. „Richtig sprechen“ lernt ein Mensch ja meist erst, wenn er eine Ausbildung oder ein Studium beginnt und gezwungen ist, sich nach außen hin über die Sprache zu „verkaufen“. Aus diesem Grund gibt es das Phänomen plötzlich auftretender Englisch Hemmungen, selbst bei sonst sehr selbstbewussten und taffen Menschen.

Wie kann man das eigene Selbstbewusstsein beim Englisch sprechen stärken?

Der einzige Weg, das Selbstbewusstsein beim Englisch sprechen zu stärken besteht aus meiner Sicht darin, mit alten Glaubenssätzen über sich und die Welt "aufzuräumen". Das kann man auch im Alleingang. Hierzu bedarf es jedoch einer Grundregel, die man zunächst verinnerlichen und akzeptieren muss. Diese Grundregel lautet: 

 

"Ich bin kein Schüler mehr."

 

 

So banal das klingt: Dieser Satz ist oft der Schlüssel zu mehr Selbstbewusstsein beim Englisch reden, denn die meisten Deutschen versuchen, während sie Englisch sprechen, alles RICHTIG, das heisst fehlerfrei nach Schulbuch Standard zu machen. So, als ob in der Ecke ein Lehrer steht und sich mit rotem Stift die Fehler notiert, die dieser Mensch beim Reden macht. Selbst gestandene Führungskräfte werden plötzlich unsicher, wenn sie das Gefühl haben, kein korrektes Englisch zu sprechen, etwas falsch auszusprechen oder einen Grammatikfehler gemacht zu haben. Schafft man es jedoch, innerlich von dieser Angst vor Fehlern wegzukommen und eine souveränere Haltung einzunehmen, dann wird das Englisch oft sehr schnell viel besser und flüssiger. In der Praxis ist das Sich-Erlauben von Fehlern jedoch nicht so einfach: Man muss sich von vornherein klarmachen, dass Fehler dazugehören und dass es nicht darauf ankommt, perfektes Englisch zu sprechen. Da viele Menschen jedoch durch die Schulzeit derart geprägt sind, dass sie der festen Überzeugung sind, dass nur perfektes Schulbuch Englisch akzeptabel ist, kommen sie in große Schwierigkeiten, wenn sie Englisch im Beruf anwenden müssen. Vor allem das Sprechen vor Kollegen oder Kunden erinnert dann an die frühere Klassensituation, in der man nach "richtig" oder "falsch" bewertet wurde. Meiner Meinung nach sollten Firmen aus diesem Grund weniger in Sprachkurse und mehr in Selbstbewusstseinskurse beim Englisch sprechen investieren, damit jeder Mitarbeiter auch sein volles Potential gewinnbringend ausschöpfen kann.

Zum Weiterlesen:

Über mich:

Ich bin Natalie Marby, zweisprachig (Englisch/Deutsch) und arbeite mit Menschen, die sich selbstbewusster beim Englisch sprechen fühlen wollen. Mehr zu meiner Arbeit erfahren Sie hier: Frei und selbstbewusst Englisch sprechen.

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