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Schüchternheit beim Englisch sprechen: Wenn eine ruhigere Seite von Ihnen sichtbar wird

Manche Menschen erleben beim Englisch sprechen etwas Überraschendes:

 

In ihrer Muttersprache wirken sie offen, souverän und kommunikativ.

 

Doch sobald sie Englisch sprechen sollen, taucht plötzlich Schüchternheit auf.

 

Sie werden vorsichtiger.

 

Zurückhaltender.

 

Unsicherer.

 

Und oft fragen sie sich:

 

“Warum bin ich plötzlich so schüchtern?”

Schüchternheit ist nicht automatisch ein Problem

Zunächst einmal lohnt es sich, Schüchternheit nicht sofort als etwas Negatives zu betrachten.

 

Viele Menschen verbinden Schüchternheit mit Unsicherheit oder mangelndem Selbstvertrauen.

 

Doch Schüchternheit kann auch andere Seiten haben:

  • Aufmerksamkeit
  • Sensibilität
  • Rücksichtnahme
  • Beobachtungsgabe
  • ein feines Gespür für andere Menschen

Nicht jede Form von Zurückhaltung muss überwunden werden.

 

Manchmal möchte sie einfach verstanden werden.

Warum wird Schüchternheit in einer Fremdsprache oft stärker spürbar?

Eine mögliche Erklärung ist, dass viele gewohnte Stärken beim Englisch sprechen zunächst weniger verfügbar sind.

 

Man findet Worte nicht sofort.

 

Man formuliert einfacher.

 

Man kann sich nicht ganz so spontan ausdrücken wie gewohnt.

 

Dadurch entsteht manchmal eine neue Form von Sichtbarkeit.

 

Etwas, das in der Muttersprache kaum auffällt, wird plötzlich deutlicher spürbar.

Die Erfahrung der "schüchternen Extrovertierten"

Im Laufe meiner Arbeit bin ich immer wieder Menschen begegnet, die nach außen sehr offen wirkten und sich selbst dennoch als eher schüchtern beschrieben.

 

Manche erzählten, dass sie als Kinder deutlich stiller und zurückhaltender gewesen seien.

 

Erst später hätten sie gelernt, sich sicher in sozialen Situationen zu bewegen.

 

Wenn diese Menschen Englisch sprechen, kann es vorkommen, dass die alte Zurückhaltung plötzlich wieder spürbar wird.

 

Nicht weil etwas falsch läuft.

 

Sondern weil die gewohnte sprachliche Sicherheit vorübergehend weniger verfügbar ist.

"Mit mir stimmt etwas nicht"

Viele schüchterne Menschen haben irgendwann die Botschaft erhalten, sie müssten anders sein.

 

Vielleicht wurden sie ermutigt, mehr aus sich herauszugehen.

 

Vielleicht wurde Schüchternheit als Schwäche verstanden.

 

Oft geschah das mit guten Absichten.

 

Trotzdem bleibt manchmal ein Eindruck zurück:

 

“So wie ich bin, bin ich nicht ganz richtig.”

 

Wenn diese Überzeugung vorhanden ist, kann sie beim Englisch sprechen wieder spürbar werden.

Was wäre, wenn Schüchternheit erlaubt wäre?

Vielleicht besteht die Herausforderung nicht darin, die eigene Schüchternheit loszuwerden.

 

Vielleicht besteht sie darin, ihr etwas mehr Raum zu geben.

 

Sich nicht zusätzlich unter Druck zu setzen.

 

Sich nicht für jede Unsicherheit zu kritisieren.

 

Und nicht zu glauben, man müsse sofort souverän, locker und perfekt wirken.

Eine Frage zum Schluss

Wenn Sie beim Englisch sprechen Schüchternheit spüren, dann fragen Sie sich einmal:

 

Was ist eigentlich so schlimm daran?

 

Vielleicht entdecken Sie dabei, dass die Schüchternheit selbst gar nicht das eigentliche Problem ist.

 

Sondern die Vorstellung, dass sie nicht da sein dürfte.

 

Und manchmal entsteht genau dort etwas Neues:

 

Nicht mehr Sicherheit gegen die Schüchternheit.

 

Sondern Sicherheit mit ihr.


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