Manche Menschen bemerken, dass ihre Englischangst besonders in stressigen Phasen zunimmt.
Vielleicht stehen wichtige Entscheidungen an.
Vielleicht ist die Arbeitsbelastung hoch.
Vielleicht entsteht das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen.
In solchen Zeiten kann das Sprechen einer Fremdsprache plötzlich deutlich schwieriger werden.
Nicht unbedingt, weil sich die Englischkenntnisse verändert haben.
Sondern weil bereits viel innere Anspannung vorhanden ist.
Wenn belastende Gedanken sehr überzeugend wirken
Unter Stress werden viele Menschen strenger mit sich selbst.
Typische Gedanken können sein:
- “Ich darf jetzt keinen Fehler machen.”
- “Ich muss souverän wirken.”
- “Ich darf keine Unsicherheit zeigen.”
Solche Gedanken fühlen sich oft wahr an.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie wahr sind.
Manchmal kann es hilfreich sein, einen kleinen Abstand zu ihnen zu gewinnen.
Nicht um sie wegzuschieben.
Sondern um wahrzunehmen:
Das ist ein Gedanke – nicht unbedingt eine Tatsache.
Das berufliche Selbstbild
Viele Menschen tragen im Berufsleben ein bestimmtes Bild von sich selbst.
Sie möchten kompetent wirken.
Verlässlich.
Professionell.
Das ist verständlich.
Schwierig wird es oft dann, wenn dieses Selbstbild keinen Raum mehr für Unsicherheit lässt.
Eine Fremdsprache bringt fast automatisch Momente mit sich, in denen man nach Worten sucht, etwas nicht sofort versteht oder improvisieren muss.
Für manche Menschen entsteht genau dort Druck.
Nicht weil sie ungeeignet wären.
Sondern weil sie glauben, jederzeit vollkommen sicher auftreten zu müssen.
Ein Moment vor dem Meeting
Vor einem englischen Meeting oder einer Präsentation kann es hilfreich sein, kurz innezuhalten.
Nicht um sich noch besser vorzubereiten.
Sondern um wieder bei sich anzukommen.
Vielleicht nehmen Sie einen Atemzug wahr.
Den Raum.
Die Geräusche um sich herum.
Den Kontakt Ihrer Füße zum Boden.
Die Angst muss dabei nicht verschwinden.
Beides kann gleichzeitig da sein:
Die Nervosität.
Und die Präsenz.
Oft entsteht dadurch etwas mehr innerer Raum.
Verbindung statt Perfektion
Viele Menschen richten ihre Aufmerksamkeit vor englischen Gesprächen fast ausschließlich auf ihr Englisch.
Dabei gerät leicht aus dem Blick, worum es beruflich eigentlich geht.
Die Themen.
Die Zusammenarbeit.
Die Menschen.
Die eigentliche Aufgabe.
Vielleicht muss nicht jeder Satz perfekt sein.
Vielleicht reicht es manchmal, mit dem Gespräch verbunden zu bleiben.
Denn in den meisten beruflichen Situationen zählt am Ende nicht nur, wie etwas gesagt wurde.
Sondern auch, ob etwas verstanden wurde.
Was möchte die Angst vielleicht zeigen?
Manche Menschen stellen im Laufe der Zeit fest, dass ihre Englischangst auf bestimmte innere Überzeugungen aufmerksam macht.
Zum Beispiel:
- “Ich darf keine Fehler machen.”
- “Ich muss immer kompetent wirken.”
- “Ich genüge nur, wenn ich perfekt bin.”
Solche Überzeugungen müssen nicht die Ursache der Angst sein.
Sie können jedoch Teil dessen sein, was in stressigen Situationen zusätzlich Druck erzeugt.
Manchmal beginnt Veränderung nicht damit, die Angst sofort loszuwerden.
Sondern damit, offener zu werden für das, was sie sichtbar macht.
Und sich selbst dabei etwas freundlicher zu begegnen.
Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst (Angst, Englisch zu sprechen) erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen:
