Viele Menschen gehen davon aus, dass sich Englisch erst dann leichter anfühlen wird, wenn sie sicherer sprechen, mehr Wörter kennen oder weniger Fehler machen.
Manchmal geschieht jedoch etwas Überraschendes.
Das Englisch bleibt fast unverändert. Und trotzdem fühlt sich das Sprechen plötzlich leichter an.
Wie kann das sein?
Nicht Ihr Englisch verändert sich zuerst
Es ist oft nicht die Sprache, die sich zuerst verändert.
Sondern die Beziehung zu sich selbst während des Sprechens.
Vielleicht beobachten Sie sich nicht mehr ununterbrochen.
Vielleicht müssen Sie sich nicht mehr dafür sorgen, wie Sie wirken.
Vielleicht fühlt sich ein fehlendes Wort nicht mehr wie ein persönliches Versagen an.
Von außen betrachtet sprechen Sie vielleicht noch genauso wie vorher.
Sie suchen manchmal nach einem Wort.
Sie machen kleine Fehler.
Sie sprechen nicht perfekt.
Und trotzdem fühlt es sich anders an.
Nicht, weil Ihr Englisch besser geworden ist.
Sondern weil Sie während des Sprechens nicht mehr ständig gegen sich selbst arbeiten.
Was sich stattdessen verändert
Viele Menschen mit Englischangst erleben genau diesen inneren Kampf.
Während sie sprechen, versuchen sie gleichzeitig, Fehler zu vermeiden, ruhig zu bleiben, kompetent zu wirken und die eigene Unsicherheit zu verstecken.
Das kostet unglaublich viel Kraft.
Wenn dieser innere Kampf langsam nachlässt, entsteht oft etwas, womit viele Menschen gar nicht gerechnet haben:
Englisch sprechen kann sich leichter anfühlen, obwohl sich die sprachlichen Fähigkeiten kaum verändert haben.
Das bedeutet nicht, dass plötzlich jede Situation einfach wird.
Vielleicht gibt es weiterhin Nervosität.
Vielleicht fehlen weiterhin Wörter.
Vielleicht gibt es auch Tage, an denen alles wieder schwieriger wirkt.
Der Unterschied besteht darin, dass diese Erfahrungen nicht mehr dieselbe innere Bedrohung auslösen.
Man muss sich nicht mehr gegen jeden Fehler verteidigen.
Man darf kurz überlegen.
Man darf stocken.
Und das Gespräch kann trotzdem weitergehen.
In meinen Sitzungen geht es deshalb oft nicht zuerst darum, das Englisch zu verbessern.
Mich interessiert zunächst, was während des Sprechens in Ihnen geschieht.
Denn manchmal verändert sich das Erleben früher als die Sprache.
Und genau dadurch kann sich Englisch sprechen überraschend leicht anfühlen.
Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst (Angst, Englisch zu sprechen) erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen:
