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Wenn frühere Schulerfahrungen beim Englischsprechen wieder auftauchen

Viele Menschen beschreiben ein merkwürdiges Phänomen:

 

Sie sind längst erwachsen.

 

Sie arbeiten erfolgreich.

 

Sie tragen Verantwortung.

 

Und trotzdem fühlen sie sich beim Englischsprechen manchmal plötzlich wieder klein, unsicher oder bewertet.

 

Nicht immer liegt das nur an der Sprache selbst.

 

Manchmal scheint eine Situation etwas Älteres zu berühren.

Englisch kann Erinnerungen an frühere Erfahrungen wachrufen

Im Laufe meiner Arbeit habe ich immer wieder Menschen getroffen, die von belastenden Erlebnissen aus ihrer Schulzeit berichteten.

 

Manche wurden häufig korrigiert.

 

Andere hatten Angst, vor der Klasse sprechen zu müssen.

 

Wieder andere erinnerten sich an Situationen, in denen sie sich bloßgestellt oder beschämt fühlten.

 

Natürlich führt nicht jede schwierige Schulerfahrung später zu Sprachängsten.

 

Aber manchmal scheint es Zusammenhänge zu geben.

 

Vor allem dann, wenn heutige Situationen ein ähnliches Gefühl erzeugen.

Es geht oft weniger um die Sprache als um die Atmosphäre

Interessanterweise beschreiben viele Menschen nicht nur Angst vor Englisch.

 

Sie beschreiben eine bestimmte Atmosphäre.

 

Eine Atmosphäre von Beobachtung.

 

Von Bewertung.

 

Von „Ich darf keinen Fehler machen“.

 

Diese Atmosphäre kann in Meetings, Präsentationen oder Gruppengesprächen wieder auftauchen — selbst viele Jahre nach der Schulzeit.

Manchmal hilft es, offener zurückzublicken

Wer sich in solchen Situationen wiedererkennt, könnte sich fragen:

  • Welche Erinnerungen habe ich an den Englischunterricht?
  • Wie habe ich mich damals gefühlt?
  • Gab es Situationen, in denen ich mich beschämt oder bloßgestellt gefühlt habe?
  • Welche Erwartungen hatte ich damals an mich selbst?
  • Welche Erwartungen habe ich heute?

Nicht um Schuldige zu suchen.

 

Sondern um besser zu verstehen, was in der Gegenwart möglicherweise mitschwingt.

Ein einfacher Schreibimpuls

Manchen Menschen hilft es, eine frühere Situation einmal aufzuschreiben.

 

Nicht als Analyse.

 

Sondern als Beschreibung.

 

Was ist passiert?

 

Wie habe ich mich gefühlt?

 

Was hätte ich damals gebraucht?

 

Oft entsteht dadurch etwas Abstand.

 

Nicht weil die Vergangenheit verschwindet.

 

Sondern weil sie klarer gesehen werden kann.

Vom Bewertetwerden zum Lernen

Viele Menschen verlassen die Schule mit dem Gefühl, dass Sprache vor allem bewertet wird.

 

Im späteren Leben verändert sich der Kontext jedoch.

 

Im Beruf, auf Reisen oder im Alltag geht es meist nicht darum, die perfekte Antwort zu geben.

 

Es geht darum, sich verständlich zu machen.

 

Sich zu verbinden.

 

Und Schritt für Schritt mehr Sicherheit zu entwickeln.

 

Vielleicht liegt darin eine hilfreiche Perspektive:

 

Nicht jede heutige Englischsituation ist eine Wiederholung der Vergangenheit.

 

Auch wenn sie sich manchmal so anfühlen kann.