Erfahrungsbericht einer Klientin
„Ich begann die Therapie, weil in meinem Job immer häufiger Englisch gefordert wurde – vor allem am Telefon.
Zum Glück hatte ich nette Kolleginnen. Wenn plötzlich jemand auf Englisch anrief, konnte ich oft weiterverbinden oder um Unterstützung bitten.
Aber ich wusste, dass das keine dauerhafte Lösung war.
Das Merkwürdige war: Eigentlich konnte ich Englisch.
Nicht perfekt, aber durchaus gut genug für normale Gespräche.
Trotzdem passierte im Arbeitsalltag immer wieder dasselbe.
Sobald ich unerwartet Englisch sprechen sollte, fühlte ich mich überrumpelt.
Mein Kopf wurde leer.
Mir fiel nichts mehr ein.
Und ich verstand nicht, warum.
Das war besonders verwirrend, weil die Blockade nicht zu meinen tatsächlichen Sprachkenntnissen passte.
Im Laufe der Gespräche begann ich zu bemerken, dass dieses Gefühl nicht nur beim Englischsprechen auftauchte.
Es gab auch in anderen Bereichen meines Lebens einen starken inneren Druck, sofort reagieren zu müssen.
Sofort bereit sein.
Sofort funktionieren.
Sofort die richtige Antwort haben.
Während der Therapie wurde mir zunehmend bewusst, wie vertraut mir dieses Muster eigentlich war.
Ich hatte wenig Geduld mit mir selbst.
Ich gab mir kaum Zeit, mich zu sammeln.
Und genau das schien auch beim Englischsprechen eine Rolle zu spielen.
Was mich besonders berührt hat, war ein Satz, den Frau Marby einmal zu mir sagte:
„Gottseidank gibt es einen Teil in Ihnen, der keine Lust mehr hat, immer und sofort zu liefern.“
Damals hat mich diese Aussage überrascht.
Heute verstehe ich besser, warum mich dieser Satz so getroffen hat.
Vielleicht war die Englischblockade nicht einfach nur ein Hindernis.
Vielleicht machte sie auf etwas aufmerksam, das längst da war.
Auf Erschöpfung.
Auf Druck.
Auf den Wunsch, sich selbst mehr Zeit zu geben.
Mein Englisch wurde dadurch nicht über Nacht anders.
Aber mein Umgang mit mir selbst begann sich zu verändern.
Und mit der Zeit veränderte sich auch mein Verhältnis zur Sprache.
Rückblickend war das Wertvollste nicht, dass ich mehr Englisch sprach.
Sondern dass ich lernte, mir selbst etwas mehr Raum zu geben, bevor ich antworte.
Nicht nur auf Englisch.
Sondern im Leben insgesamt.“
Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst (Angst, Englisch zu sprechen) erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen:
