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Blockaden beim Englischsprechen: Warum gibt es dieses Phänomen überhaupt?

Viele Menschen kennen das Gefühl:

 

Eigentlich können sie Englisch.

 

Sie verstehen vieles.

 

Sie schreiben E-Mails.

 

Sie lesen Fachtexte.

 

Und trotzdem entsteht in bestimmten Situationen eine Blockade.

 

Plötzlich fehlen die Worte.

 

Der Kopf wird leer.

 

Das Sprechen fühlt sich anstrengend oder unangenehm an.

 

Warum das so ist, lässt sich nicht eindeutig erklären.

 

Aber über die Jahre sind mir zwei Themen immer wieder begegnet.

Der Wunsch nach Kontrolle

Viele Menschen versuchen, Englisch möglichst richtig zu machen.

 

Sie möchten die passenden Wörter finden.

 

Die richtige Grammatik verwenden.

 

Keine Fehler machen.

 

Das ist verständlich.

 

Gleichzeitig scheint genau dieser Wunsch manchmal etwas in Gang zu setzen, das das Sprechen erschwert.

 

Denn Sprache ist nicht nur Wissen.

 

Sie ist auch etwas Kreatives.

 

Etwas Lebendiges.

 

Etwas, das sich im Moment entfaltet.

 

Wenn wir versuchen, jedes Wort zu kontrollieren, entsteht oft Anspannung.

 

Und unter Anspannung passiert etwas Merkwürdiges:

 

Die Wörter scheinen sich zurückzuziehen.

 

Ich beschreibe das manchmal mit einem Bild:

 

Englische Wörter sind wie scheue Tiere im Wald.

 

Je hektischer man nach ihnen sucht, desto tiefer scheinen sie sich zu verstecken.

 

Das bedeutet nicht, dass Vorbereitung unwichtig ist.

 

Aber manchmal hilft weniger Druck mehr als noch mehr Anstrengung.

Etwas fühlt sich persönlicher an

Ein zweites Thema begegnet mir ebenfalls immer wieder.

 

Viele Menschen berichten, dass sie sich in einer Fremdsprache anders erleben als in ihrer Muttersprache.

 

Nicht unbedingt schlechter.

 

Aber anders.

 

Manche fühlen sich sichtbarer.

 

Andere verletzlicher.

 

Wieder andere spüren Unsicherheit deutlicher als sonst.

 

Warum das so ist, weiß ich nicht.

 

Aber ich habe oft den Eindruck, dass eine Fremdsprache etwas von dem reduziert, was wir normalerweise nutzen, um uns sicher zu fühlen.

 

Gewohnheiten.

 

Routine.

 

Sprachliche Sicherheit.

 

Rollen, die wir gut kennen.

 

Und plötzlich tritt etwas anderes stärker in den Vordergrund.

 

Vielleicht mehr Unsicherheit.

 

Vielleicht mehr Ehrlichkeit.

 

Vielleicht einfach mehr von dem, was ohnehin da ist.

Vielleicht geht es nicht nur um Englisch

Wenn Menschen beginnen, ihre Erfahrungen mit Englisch reflektierter zu betrachten, verändert sich manchmal etwas.

 

Nicht unbedingt sofort.

 

Und nicht immer auf dieselbe Weise.

 

Aber häufig entsteht mehr Verständnis für das, was eigentlich geschieht.

 

Die Aufmerksamkeit verschiebt sich dann oft ein Stück:

 

Weg von der Frage

 

“Wie bekomme ich diese Blockade weg?”

 

Hin zu der Frage

 

“Was passiert eigentlich gerade in mir?”

 

Manchmal liegt genau dort etwas Wertvolles.

 

Nicht weil Englischblockaden etwas Positives sind.

 

Sondern weil sie uns gelegentlich auf Themen aufmerksam machen, die weit über die Sprache hinausreichen.

 

Themen wie Selbstkritik.

 

Unsicherheit.

 

Kontrolle.

 

Oder die Frage, wie wir mit uns selbst umgehen, wenn etwas nicht sofort gelingt.

 

Vielleicht geht es deshalb bei einer Sprachblockade nicht immer nur darum, flüssiger Englisch zu sprechen.

 

Manchmal geht es auch darum, sich selbst ein Stück besser kennenzulernen.


Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst (Angst, Englisch zu sprechen) erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen: