3 mentale Strategien, um sich beim Englisch sprechen im Job zu erden

Englisch beruflich zu sprechen verlangt eine hohe mentale Präsenz. Ist man dabei sehr aufgeregt, bindet das viel Energie und man hat schnell das Gefühl, die Bodenhaftung zu verlieren. Das wirkt sich negativ auf das Selbstwertgefühl und auf die Performance in Englisch aus - hier 3 Strategien zur Vorbeugung:

1. Füsse auf den Boden - und warum das so schwer ist

Beobachten Sie mal Ihre Kollegen: Ist jemand aufgeregt, hat er garantiert seine Füsse nicht fest auf dem Boden. Selbst bei einer Präsentation im Stehen haben die meisten dann keinen Bodenkontakt, weil sie entweder ständig hin- und hergehen oder nur ein Bein belasten. Probieren Sie einmal folgendes: Wenn Sie aufgeregt sind, stellen Sie sich ganz bewusst mit beiden Füssen auf den Boden, und zwar so, dass beide Beine das Gewicht gleich tragen. Das erfordert am Anfang etwas Konzentration, weil der Körper im Zustand des Aufgeregtseins "weg will" und somit keine Erdung herstellt. Man ist "auf dem Sprung", auch im Sitzen. Achten Sie auf Ihre Füsse, stellen Sie mental eine Verbindung zum Boden her und fühlen Sie, wie Ihnen das mehr Sicherheit gibt. Wenn es Ihnen sehr schwer fällt, mit beiden Beinen fest zu stehen oder zu sitzen, weil Sie so aufgeregt sind, dann probieren Sie folgendes: Drücken Sie Ihre Zehen ganz leicht in den Boden, das kann wie eine Art "Ankerpunkt" funktionieren und ist leichter, als die rein mentale Erdung, weil es körperlich sofort spürbar ist.

 

2. Atmung - und warum Ausatmen so wichtig für Englisch ist

Wenn ein Mensch Angst hat, wird die Atmung flach. Alles ist auf Flucht programmiert, jede Kreativität wird im Keim erstickt, denn zum Weglaufen braucht man keine Ideen, sondern Beinmuskeln. Wenn Sie beim Englisch reden sehr aufgeregt werden, pausieren Sie kurz (1 Sekunde genügt) und atmen aus (nicht ein!). Sie müssen dabei nicht besonders tief oder geräuschvoll ausatmen, ein ganz kleine, unbemerkte Ausatmung reicht schon, um den gewünschten Effekt zu erzielen, denn gerade das Ausatmen fällt bei Stress sehr schwer und wird kurz. Ausatmen entspannt (im Gegensatz zum Einatmen) und wirkt sich positiv auf das vegetative Nervensystem aus. Probieren Sie es in Stressmomenten aus: Atmen Sie bewusst eine Sekunde ganz leicht aus und spüren Sie, wie der Stress dabei von Ihnen abfällt. Englisch Worte, die Ihnen vorher gefehlt haben, werden Ihnen dann oft plötzlich einfallen.

 

3. Körperhaltung: Der "deutsche Oberkörper"

Sitzen Sie leicht vorgebeugt, wenn Sie Englisch sprechen müssen? Ich habe das oft beobachtet, dass Deutsche leicht mit dem Oberkörper nach vorne gehen, wenn sie Englisch sprechen. Es ist, als ob sie sich damit schützen wollen oder eine Art möglichen Angriff abwehren wollen. Versuchen Sie, sich in Ihrem Stuhl (oder im Stehen) zu entspannen bzw. zurückzulehnen, wenn Sie Englisch sprechen. Das ist am Anfang sehr, sehr schwer. Üben Sie es! Es wird Sie erden und selbstbewusster machen. Ausserdem macht es Sie kreativer und damit Ihr Englisch flüssiger. Warum das so ist: Wenn Sie mit dem Oberkörper leicht nach vorne gehen, sind Sie mit dem Gegenüber nicht verbunden, denn Sie schützen sich oder wollen proaktiv etwas abwehren. Lehnen Sie sich zurück, sind Sie im Kontakt mit dem anderen und können besser auf das reagieren, was von ihm kommt. Es ist hier aber wie mit den Punkten 1. und 2.: Die Angst verhindert, dass Sie sich zurücklehnen, weil der Körper "weg will" (und er tritt die "Flucht nach vorn" an). Es erfordert Übung, sich daran zu erinnern, nicht mit dem Oberkörper nach vorne zu gehen. Im Stehen habe ich beobachtet, dass Deutsche beim Englisch sprechen die Schultern nach vorne ziehen, was für mich die gleiche Symptomatik darstellt. Achten Sie auch hier darauf: Entspannen Sie die Schultern, ziehen Sie sie bewusst zurück. Hier funktioniert auch sehr gut Punkt Nr. 2 mit der Ausatmung: Wenn Sie ausatmen, entspannen sich gleichzeitig automatisch Ihre Schultern.

 

Möchten Sie mehr Tipps für einen sicheren Auftritt im Business Englisch? In meinem Blog finden Sie weitere Artikel dazu: Selbstsicher Englisch sprechen.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, Therapeutin in Hamburg (und Online). Ich bin halbenglisch/halbdeutsch und arbeite therapeutisch mit Menschen, die Angst haben, eine Fremdsprache (Englisch, Französisch oder Deutsch) zu sprechen. Wenn auch Sie davon betroffen sind (hier können Sie den Test machen), dann kontaktieren Sie mich gerne! Hier geht's zu meinen Kontaktdaten.

 

Ich schreibe regelmässig über das Thema Psychotherapie & Fremdsprache, hier können Sie meinen Blog abonnieren.

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