Der Fremdsprachenfluss wird meist durch unterdrückte Gefühle blockiert - 2 Beispiele

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Eine psychische Blockade beim Englisch sprechen wird durch unterdrückte Gefühle verursacht. In diesem Artikel beschreibe ich zwei typische Beispiele: Ärger und Wunsch nach Anerkennung:

Beispiel 1: Unterdrückter Ärger

Wenn man als Kind gelernt hat, Ärger oder Wut besser nicht zu zeigen, wird man sich als Erwachsener Strategien zurechtlegen, um ärgerliche Gefühle in den Griff bekommen, damit man sozial akzeptiert wird. Solche Menschen "schlucken" dann oft Ärger in sich hinein. Das funktioniert auch sehr gut - allerdings nicht mehr, wenn man eine Fremsprache spricht. Englisch zum Beispiel sabotiert die Strategie des "Schluckens" von Ärger, denn sobald man eine Fremdsprache spricht, hat man die eigenen Gefühle nicht mehr hundertprozentig unter Kontrolle. Eine Fremdsprache macht sichtbarer und bringt jeden Menschen sofort viel näher an die eigenen Gefühle heran. Man fühlt sich dann oft unsicher, verletzlich und eben oft auch ärgerlich - je nachdem, welches Gefühl vorher in Deutsch dauerhaft unterdrückt wurde. Damit die Seele die Situation irgendwie handhaben kann, entsteht eine Sprachblockade als unbewusster Versuch, die Gefühle dann irgendwie doch noch zu unterdrücken. Somit ist eine Englischblockade ein verzweifelter Versuch, die Strategie, die im Deutschen so gut funktioniert, weiter aufrecht zu erhalten.

 

Beispiel 2: Unterdrückter Wunsch nach Anerkennung

Einen Wunsch nach Anerkennung zeigen die meisten Menschen nicht gern, denn dieser Wunsch zeigt eine Bedürftigkeit und erzeugt das Gefühl von Abhängigkeit. Ein Mensch, der sehr viel Anerkennung braucht, ist auch sehr verletzbar. Solche Menschen gehen meist in die Offensive und versuchen, den Eindruck zu erzeugen, überhaupt keine Anerkennung zu brauchen. Indirekt versuchen sie aber weiter, die Anerkennung zu bekommen, z.B. durch hervorragende Leistungen oder kompetitives Verhalten. Solche Menschen geraten stark ins Schlingern, wenn sie Englisch sprechen: Sie denken dann, nicht perfekt genug zu sein, ständig Fehler zu machen und von anderen als dumm oder unprofessionell abgestempelt zu werden. Es entsteht ein starkes Gefühl von Hilflosigkeit, weil statt der erwünschten Anerkennung eine Ablehnung droht. Das Problem hierbei ist, dass es "perfektes Englisch" in der Realität gar nicht gibt, genauso wenig wie es "perfektes Deutsch" gibt. Somit werden diese Menschen mit ihrem unterdrückten Wunsch nach Anerkennung massiv konfrontiert und erleben Hemmungen, Unterbrechungen des Redeflusses und Angst vor der Fremdsprache, weil sie unbewusst Angst vor Ablehnung haben.

 

Starke Probleme beim Englisch sprechen lassen sich meist gut beheben. Ich habe mich als zweisprachige Therapeutin auf die Behandlung von Fremdsprachenangst spezialisiert, hier erfahren Sie mehr: Therapie bei Angst vor Englisch.

 

Zum Weiterlesen: Wer eine Englisch Schwäche hat, sollte lernen, bei sich zu bleiben!

 

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