Das grösste Problem beim englischen Small Talk: "Worüber soll ich reden?"

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Ein gutes Thema zu finden, über das man auf Englisch Small Talk machen kann, ist gar nicht so einfach - denken viele.  Dabei ist es sogar sehr einfach, wenn Sie diese simple Regel beachten:

Die Regel lautet: Suchen Sie nicht nach einem Thema, denn es liegt immer vor Ihnen, und zwar so:

Ein Beispiel: Sie treffen im Fahrstuhl einen amerikanischen Kollegen und die Konversation wird in etwa so beginnen:

 

"Hi"

"Hi, how are you?"

"I'm fine, and how are you?"

 

Nach dieser Einleitung stellt sich die Frage: Worüber reden? Dabei wird Ihr englischsprachiges Gegenüber immer mit einem Thema kommen, das Sie aufgreifen können - verlassen Sie sich drauf. Sie müssen einfach nur warten. Wahrscheinlich wird es etwas banales sein, was er anspricht, zum Beispiel, wohin er gerade geht, wo er gerade herkommt oder was er heute noch vorhat. Greifen Sie das auf, stellen Sie eine oberflächliche Frage dazu, zeigen Sie Interesse, aber bleiben Sie an der Oberfläche, zum Beispiel so:

 

"I just had a meeting with our project team, it went really well."

"Great! So what are the next steps?"

 

Bleiben Sie immer positiv und fragen Sie nie zu sehr im Detail. Greifen Sie immer das auf, was Ihr Gesprächspartner Ihnen in seinem letzten Satz als mögliches Thema offenbart.

 

Deutsche verstehen oft die Small Talk Signale nicht

In England und Amerika gilt es als extrem unhöflich, beim Small Talk kurz zu antworten. Meistens wird Ihr Gegenüber Ihnen daher etwas (ein Thema) offenbaren, was Sie aufgreifen können. Das ist ein Signal, auf das Sie reagieren sollten, denn es bedeutet so viel wie: Darüber können wir reden, wenn du willst! Wenn man offen bleibt und immer an das zuletzt Gesagte anknüpft (indem man dazu zum Beispiel eine Frage stellt oder sich positiv dazu äussert), dann muss man sich gar nicht anstrengen, ein Small Talk Thema zu finden. Das Gespräch findet dann in einer Art Flow statt, bei dem sich beide den Ball immer wieder zuspielen.

 

"Oberflächlich" wird in Deutschland anders bewertet als in England und USA

Beim Small Talk geht es nicht um den Inhalt. Es geht um Höflichkeit und um einen Austausch von oberflächlichen Sätzen, die aber nicht oberflächlich im deutschen Sinn sind. In Deutschland wird Oberflächlichkeit oft gleichgesetzt mit "uninteressiert", "langweilig" oder "dumm". In England und Amerika gilt oberflächlicher Small Talk jedoch als Annäherung und als Möglichkeit, warm mit jemandem zu werden und vor allem: als Selbstschutz. Small Talk ermöglicht es, in seiner Schutzzone zu bleiben und trotzdem zu kommunizieren.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, Therapeutin in Hamburg mit dem Schwerpunkt Fremdsprachenangst (speziell: Englisch Phobie). Ich arbeite auch mit Nicht-Hamburgern über das Telefon oder online. Hier erfahren Sie mehr: Therapie gegen Englischangst.

 

Zum Weiterlesen: So unterscheiden Sie amerikanisches und britisches Englisch.

 

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