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Kann Visualisierung bei Englischangst hilfreich sein?

Viele Menschen mit Englischangst verbringen erstaunlich viel Zeit damit, sich auszumalen, was alles schiefgehen könnte.

 

Sie stellen sich vor, dass ihnen die Worte fehlen.

 

Dass sie einen Blackout haben.

 

Dass andere sie negativ beurteilen.

 

Oft geschieht das ganz automatisch.

 

Vielleicht lohnt es sich deshalb, eine andere Frage zu stellen:

 

Was würde ich mir vorstellen, wenn ich mir selbst mehr zutrauen würde?

Worauf richtet sich meine Aufmerksamkeit?

Wenn wir Angst vor einer Situation haben, richtet sich unsere Aufmerksamkeit oft auf mögliche Probleme.

 

Das ist verständlich.

 

Gleichzeitig kann es dazu führen, dass wir nur noch sehen, was nicht funktioniert.

 

Beim Englisch sprechen könnte das zum Beispiel so aussehen:

  • der Fokus liegt auf fehlenden Vokabeln
  • auf möglichen Fehlern
  • auf peinlichen Momenten
  • auf der Sorge, nicht gut genug zu sein

Die Aufmerksamkeit wird dadurch sehr eng.

Eine andere Möglichkeit

Manchmal kann es hilfreich sein, sich bewusst eine andere Perspektive vorzustellen.

 

Nicht als positive Selbstbeeinflussung.

 

Nicht als Versuch, sich etwas einzureden.

 

Sondern als kleine gedankliche Übung.

 

Zum Beispiel:

 

Wie würde es aussehen, wenn ich die Situation einigermaßen gut bewältige?

 

Nicht perfekt.

 

Nicht fehlerfrei.

 

Sondern ausreichend gut.

 

Vielleicht suche ich nach einem Wort und finde es später doch.

 

Vielleicht mache ich einen Fehler und spreche trotzdem weiter.

 

Vielleicht bin ich nervös und komme trotzdem durch das Gespräch.

Warum solche Bilder hilfreich sein können

Viele Menschen mit Englischangst haben sehr konkrete Vorstellungen davon, was schiefgehen könnte.

 

Oft existieren jedoch kaum Bilder davon, was gelingen könnte.

 

Visualisierung kann helfen, den inneren Blick etwas zu erweitern.

 

Nicht indem sie die Realität verändert.

 

Sondern indem sie neue Möglichkeiten sichtbar macht.

Vom Perfektsein zum Ausreichendsein

Eine Beobachtung aus meiner Arbeit:

 

Viele Menschen versuchen, sich ein Bild von sich selbst als souveräner Englischsprecher vorzustellen.

 

Das fühlt sich oft weit entfernt an.

 

Manchmal hilft ein kleinerer Schritt.

 

Nicht:

 

“Ich spreche perfekt Englisch.”

 

Sondern:

 

“Mein Englisch darf für diesen Moment ausreichend sein.”

 

Dieser Gedanke verändert vielleicht nicht sofort alles.

 

Aber er schafft oft etwas mehr Raum.

 

Und manchmal beginnt Veränderung genau dort.

Es geht nicht darum, sich etwas einzureden

Visualisierung ersetzt keine Erfahrung.

 

Und sie löst nicht jede Form von Englischangst.

 

Sie kann jedoch eine Möglichkeit sein, sich selbst etwas freundlicher und etwas zuversichtlicher zu begegnen.

 

Vielleicht nicht mit der Frage:

 

“Wie vermeide ich jeden Fehler?”

 

Sondern mit der Frage:

 

“Wie möchte ich mir selbst begegnen, wenn Fehler passieren?”


Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen: