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Englisch Phobie überwinden mit der Kraft der Visualisierung

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Es ist ein Teufelskreis: Umso stärker der Wunsch ist, fehlerfrei und selbstbewusst Englisch zu reden, umso mehr machen fehlende Vokabeln eine Höllenangst. Was hilft, sind Visualisierungen:

Bei Englischangst muss sich der mentale fokus verändern:

Bei Menschen, die Angst haben, Englisch zu sprechen, liegt der gedankliche Fokus meist auf fehlenden Vokabeln und fehlenden Grammatikregeln. Dieser Fokus auf etwas, das nicht vorhanden ist, macht das nicht Vorhandene größer. Bedeutet: Die Vokabeln verstecken sich noch mehr und die Grammatikregeln ebenfalls. Der mentale Fokus muss sich verändern, und das geht nur durch die Kraft der Visualisierung. Oft bitte ich meine Klienten in der ersten Stunde, sich vorzustellen, wie es wäre, wenn sie frei und ungezwungen Englisch reden würden. Nach der ersten euphorischen Sekunde, in der sich diese Menschen das tatsächlich ganz kurz vorstellen können, setzt sofort eine gedankliche Sperre ein: Unbewusst wird diese Vorstellung "verboten", weil sie den unbewussten, negativen Glaubenssätzen widerspricht.

negative Glaubenssätze sind immer die Wurzel von Englischangst

Ein solcher Glaubenssatz könnte zum Beispiel lauten: Wenn ich Englisch spreche, bin ich für andere emotional sichtbarer. Ein Mensch, der in der Vergangenheit (z.B. in der Kindheit oder Schulzeit) schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, seine emotionale Seite zu zeigen, wird unbewusst vor Englisch zurückscheuen, denn er will diese Erfahrung (unbewusst) nicht wiederholen. Es bringt dann auch leider nichts, sich bewusst zu machen, dass es heute keine Gefahr mehr bedeutet, seine Emotionen zu zeigen, denn negative Glaubenssätze lassen sich nur durch neue, positive Glaubenssätze quasi überschreiben - sie lassen sich jedoch nicht mit guten Argumenten "wegreden".

Wie Visualisierung helfen kann, eine Englisch Phobie zu überwinden:

Bei Englisch Phobie ist es wichtig, den jeweiligen, negativen Glaubenssatz, der der Phobie zugrunde liegt, mit einem neuen Glaubenssatz zu ersetzen. Dies geschieht durch Visualisierung. Hat ein Mensch zum Beispiel den folgenden negativen Glaubenssatz abgespeichert:

 

Mein Englisch ist nicht gut genug

 

dann kann dieser Glaubenssatz durch den folgenden, neuen und positiven Glaubenssatz ausgetauscht werden:

 

 

Für den Moment ist mein Englisch ausreichend. 

 

Zugegeben: Dieser neue Glaubenssatz klingt erstmal etwas lahm, aber es steckt eine enorme Kraft darin, denn er bewegt den Betroffenen in eine neue Richtung, indem der Fokus generell gehalten wird. Was ich damit meine, ist: Der Fokus auf "nicht gut genug" wird abgemildert durch "für den Moment ausreichend" - dadurch wird die schädigende Dynamik des negativen Glaubenssatzes abgeschwächt. Erst dadurch können neue positivere Glaubenssätze entstehen, wie zum Beispiel der folgende:

 

Wenn ich Englisch rede, werde ich automatisch von Mal zu Mal besser.

 

Und hier setzt die Visualisierungsübung ein: Indem der Betroffene dies visualisiert (also sich vorstellt, wie sein Englisch von Mal zu Mal immer besser wird), wird eine neue Dynamik in Gang gesetzt. Das ist so, als ob ein ICE Zug, der mit voller Kraft in eine Richtung fährt, langsam anhält und sich dann wiederum sehr langsam in die entgegengesetzte Richtung in Bewegung setzt. Die entgegengesetzte Richtung ist das neue, positive Ziel - in diesem Fall: ein freies und souveränes Englisch, bei dem man nicht auf Fehler schaut, sondern auf das, was man durch kontinuierliches Sprechen, manchmal auch Scheitern und oft aber auch erfolgreiches Reden dazulernt.

Warum muss man das visualisieren?

Weil nur Visualisieren negative Glaubenssätze schnell entkräften kann. Es würde theoretisch auch über kognitive Methoden funktionieren, aber das ist langwieriger und mühsam. Visualisierungsübungen sind aus meiner Sicht der schnellste und effektivste Weg, um Veränderungen herbeizuführen. Vor allem tiefe, unbewusste und negative Glaubenssätze aus der Kindheit kann man so recht schnell und effektiv "überschreiben". 

Zum Weiterlesen:

Über mich:

Ich bin Natalie Marby, zweisprachig (Englisch/Deutsch) und Therapeutin in Hamburg. Ich habe mich auf die Behandlung von Englisch Phobie spezialisiert und biete diese Arbeit auch telefonisch an. Mehr zu meiner Arbeit lesen Sie hier: Psychotherapie bei Angst vor dem Englisch reden.

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