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"Mein Kind hat Angst davor, Englisch zu reden" – 5 Gedanken für Eltern

Manche Kinder trauen sich nicht, im Englischunterricht etwas zu sagen, obwohl sie die Sprache eigentlich beherrschen. Für Eltern kann das verwirrend sein. Sie sehen, dass ihr Kind die Vokabeln kennt, die Hausaufgaben erledigt und schriftlich oft gute Leistungen zeigt – und trotzdem bleibt es im Unterricht still.

 

Aus meiner Erfahrung liegt der Grund dafür nicht immer in den Englischkenntnissen selbst. Oft lohnt es sich, die Situation etwas weiter zu betrachten.

 

Hier sind fünf Gedanken, die Eltern hilfreich finden könnten.

1. Weniger Druck kann manchmal mehr bewirken

Wenn ein Kind große Hemmungen entwickelt hat, Englisch vor anderen zu sprechen, erlebt es den Unterricht oft als belastend. Jede Aufforderung, etwas zu sagen, kann dann zusätzlichen Druck erzeugen.

 

In manchen Fällen kann es hilfreich sein, mit der Schule über vorübergehende Entlastungen nachzudenken. Das bedeutet nicht, dass das Kind dauerhaft von der mündlichen Mitarbeit ausgeschlossen werden sollte. Manchmal kann jedoch eine Phase mit weniger Druck dabei helfen, wieder mehr Sicherheit aufzubauen.

 

Welche Möglichkeiten sinnvoll sind, hängt immer vom einzelnen Kind und von der jeweiligen Schulsituation ab.

2. Fragen Sie Ihr Kind, was es braucht

Eine einfache Frage kann manchmal überraschend hilfreich sein:

 

“Was würde dir helfen, damit du im Englischunterricht etwas sagen kannst?”

 

Viele Kinder wissen darauf zunächst keine Antwort. Das ist völlig in Ordnung.

 

Wichtiger als die Antwort selbst ist oft die Erfahrung, dass jemand wirklich verstehen möchte, wie es ihnen geht. Wenn Sie die Frage gelegentlich und ohne Druck stellen, entsteht manchmal nach und nach ein Gespräch über das, was Ihr Kind belastet oder was ihm helfen könnte.

3. Versuchen Sie, die Funktion der Angst zu verstehen

Wenn ein Kind etwas vermeidet, geschieht das häufig nicht ohne Grund.

 

Vielleicht hat Ihr Kind Angst davor, ausgelacht zu werden. Vielleicht möchte es Fehler vermeiden. Vielleicht fühlt es sich in Gruppen grundsätzlich unsicher oder steht unter hohem Leistungsdruck.

 

Die Angst ist dann nicht einfach ein Hindernis, sondern oft auch ein Versuch des Kindes, mit einer schwierigen Situation umzugehen.

 

Deshalb kann es hilfreich sein, weniger zu fragen:

 

“Wie bekommen wir die Angst weg?”

 

und stattdessen zunächst zu überlegen:

 

“Wovor schützt sich mein Kind gerade?”

 

Diese Perspektive verändert oft den Blick auf die Situation.

4. Suchen Sie das Gespräch mit der Lehrkraft

Lehrkräfte erleben Kinder in einem anderen Kontext als ihre Eltern. Deshalb kann ein Gespräch manchmal wertvolle Hinweise liefern.

 

Vielleicht beobachtet der Lehrer bestimmte Situationen, in denen die Hemmung besonders stark auftritt. Vielleicht fällt ihm auf, dass Ihr Kind nur in größeren Gruppen schweigt oder dass es sich bei schriftlichen Aufgaben deutlich sicherer fühlt.

 

Nicht jeder Lehrer wird dieselbe Einschätzung haben. Dennoch kann ein offenes Gespräch helfen, die Situation besser zu verstehen und gemeinsam nach Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen.

5. Manchmal lohnt sich ein genauerer Blick

Wenn die Angst sehr ausgeprägt ist, über einen längeren Zeitraum besteht oder sich auf weitere Bereiche ausweitet, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen.

 

Manche Kinder reagieren auf Englischsituationen besonders empfindlich. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Manchmal spielen frühere Erfahrungen eine Rolle, manchmal allgemeine Unsicherheit, Leistungsdruck oder andere Belastungen.

 

Nicht immer lässt sich eindeutig feststellen, warum die Angst entstanden ist. Oft zeigt sich jedoch, dass hinter der Englischhemmung mehr steckt als die Sprache selbst.

 

Wenn die Belastung groß ist, kann ein Gespräch mit einer psychologischen Fachperson dabei helfen, die Situation besser zu verstehen und passende Unterstützung zu finden.


Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst bei Kindern erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen: