Englisch verstehen, aber nicht sprechen können - woran liegt das?

Sie verstehen fast alles, aber sobald Sie Englisch sprechen sollen, geht gar nichts mehr? Totale "Ladehemmung"? Damit sind Sie nicht allein. Vielen Menschen geht es so. Aber warum ist das aktive Englisch oft so viel schlechter als das passive und wie lässt sich das ändern? Lesen Sie hier mehr:

Gehörtes Englisch verbindet sich von selbst mit Deutsch

Wenn Sie Englisch hören, sind Sie innerlich mit Ihrer Muttersprache verbunden. Sie hören fremde Worte und verbinden diese mit etwas Vertrautem, nämlich der deutschen Sprache. Das ist deswegen einfacher, weil Sie natürlich näher dran sind an ihrer Muttersprache.

 

Gesprochenes Englisch muss aktiv produziert werden

Wenn Sie einen deutschen Satz vor Augen haben und diesen auf Englisch sagen wollen, müssen Sie die Worte erst suchen. Die Fremdsprache ist weiter weg. Im ersten Fall (Englisch verstehen) ist also das Fremde da und Sie müssen es mit etwas Vertrautem, Nahen, verbinden. Im zweiten Fall (Englisch sprechen) ist das Vertraute (Deutsch) da und Sie müssen das Fremde, Entfernte erst suchen.

 

Ein Beispiel

Falls Sie jetzt verwirrt sind: Hier ist ein einfaches Bild dazu. Stellen Sie sich einen Wald vor, durch den Sie gehen. Im ersten Fall (Englisch verstehen) kommen ganz viele Tiere auf Sie zugelaufen. Obwohl Sie nicht täglich solche Tiere sehen, können Sie alle irgendwie zuordnen, einordnen, "verstehen". Im zweiten Fall (Englisch sprechen) müssen Sie im Wald die Tiere finden. Das ist schwieriger. Sie haben im Kopf den "Hasen", aber jetzt müssen Sie ihn auch finden. Bevor der Hase und Sie zusammenkommen, müssen Sie erst etwas Arbeit investieren.

 

Die Lösung: In Bildern denken

Wie kann man das passive Englisch nutzen, um aktiv besser zu sprechen? Mein Tipp ist: Suchen Sie nicht nach Worten. Lassen Sie sie einfach kommen. Wie bei den Tieren im Wald verhält es sich auch mit den englischen Vokabeln - je verkrampfter man danach sucht, umso mehr verstecken sie sich. Wenn Sie locker lassen und vor allem in Bildern denken (das ist ganz wichtig!), dann kommen die Worte von allein.

 

Keine Angst vor fehlenden Wörtern

Die Fähigkeit, in Bildern zu denken nimmt einen sehr großen Teil meiner therapeutischen Arbeit ein und ist ein wichtiger Bestandteil meiner Methode. Ich habe verschiedene Techniken entwickelt, mit denen Sie ins Englisch sprechen kommen, ohne Angst vor dem fehlenden Wort zu haben. Falls ein passiver Wortschatz vorhanden ist, können Sie mit meiner Methode trainieren, diesen für sich arbeiten zu lassen, so dass Englisch sprechen nicht mehr anstrengend, sondern im Gegenteil sehr entspannt wird. Englisch wird dann wie zu einem Tanz, den man schon immer konnte, ohne darüber nachzudenken, welcher Schritt als nächstes kommt.

 

Zu mir: Ich arbeite als Therapeutin mit Menschen, die starke Probleme haben, Englisch zu sprechen, obwohl sie Englisch sehr gut verstehen. Die Sprechangst hat ihre Wurzel meist in der frühen Kindheit oder Schulzeit. Schwierige, schmerzhafte Erlebnisse werden verdrängt und kommen später in der Fremdsprache wieder an die Oberfläche. Hier erfahren Sie mehr zum Thema: Angst vor Englisch.

 

Zum Weiterlesen: "Englisch sprechen ist wie springen und hoffen, dass Flügel wachsen" und Mein Rat bei fehlenden englischen Worten.

 

Ich schreibe regelmässig über das Thema Psychotherapie & Fremdsprache, hier können Sie meinen Blog abonnieren.

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