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„Englisch sprechen ist mir peinlich“ — warum fühlt sich das manchmal so an?

Viele Menschen beschreiben ein ähnliches Gefühl:

 

Sie können Englisch.

 

Oder zumindest genug, um sich verständlich zu machen.

 

Und trotzdem fühlt es sich unangenehm an, vor anderen Englisch zu sprechen.

 

Manche nennen es Nervosität.

 

Andere sprechen von Scham.

 

Wieder andere sagen ganz direkt:

 

“Es ist mir peinlich.”

 

Aber warum eigentlich?

Was genau ist peinlich?

Diese Frage wirkt zunächst einfach.

 

Oft ist sie es nicht.

 

Denn wenn man genauer hinschaut, zeigt sich häufig, dass die Fremdsprache selbst gar nicht das eigentliche Problem ist.

 

Vielleicht ist es die Vorstellung, Fehler zu machen.

 

Vielleicht die Sorge, ins Stocken zu geraten.

 

Vielleicht die Angst, weniger kompetent zu wirken als sonst.

 

Oder die Befürchtung, anders gesehen zu werden.

 

Viele Menschen kennen Gedanken wie:

 

“Ich müsste das eigentlich besser können.”

 

“Das wirkt unprofessionell.”

 

“Die anderen merken bestimmt, dass ich unsicher bin.”

 

Solche Gedanken können enormen Druck erzeugen.

Warum wird zögerndes Englisch oft mit mangelnder Kompetenz verbunden?

Diese Frage finde ich interessant.

 

Denn der Zusammenhang wirkt auf den ersten Blick selbstverständlich.

 

Schaut man genauer hin, wird er weniger eindeutig.

 

Wie gut muss Englisch eigentlich sein, damit jemand kompetent wirkt?

 

Wer entscheidet das?

 

Und woran erkennen wir Kompetenz überhaupt?

 

An fehlerfreien Sätzen?

 

An Fachwissen?

 

An Erfahrung?

 

An Freundlichkeit?

 

An der Fähigkeit, Probleme zu lösen?

 

Viele Menschen würden vermutlich zustimmen, dass Kompetenz aus weit mehr besteht als aus perfekten Sprachkenntnissen.

 

Und dennoch scheint genau dieser Maßstab beim Englischsprechen oft plötzlich sehr streng zu werden.

Vielleicht geht es auch um Sichtbarkeit

Eine Beobachtung aus meiner Arbeit ist diese:

 

In einer Fremdsprache fühlen sich manche Menschen sichtbarer.

 

Nicht unbedingt, weil andere genauer hinschauen.

 

Sondern weil etwas weniger kontrollierbar wird.

 

Worte kommen langsamer.

 

Sätze entstehen spontaner.

 

Man kann sich nicht ganz so präzise ausdrücken wie in der Muttersprache.

 

Für manche Menschen ist das kaum der Rede wert.

 

Für andere fühlt es sich überraschend persönlich an.

 

Warum das so ist, scheint von Mensch zu Mensch unterschiedlich zu sein.

Was passiert, wenn man die Peinlichkeit ernst nimmt?

Viele Menschen versuchen sofort, das Gefühl loszuwerden.

 

Vielleicht lohnt sich manchmal eine andere Frage:

 

Was genau möchte dieses Gefühl zeigen?

 

Wovor schützt es?

 

Was befürchte ich eigentlich in diesem Moment?

 

Nicht jede Unsicherheit muss sofort verschwinden.

 

Manchmal verändert sich etwas bereits dadurch, dass man genauer hinschaut.

Vielleicht muss nicht alles perfekt wirken

Je mehr Gespräche ich mit Menschen über Englischangst geführt habe, desto häufiger begegnete mir derselbe Eindruck:

 

Die eigentliche Belastung entsteht oft nicht durch die Sprache selbst.

 

Sondern durch die Anstrengung, eine bestimmte Wirkung erzielen zu müssen.

 

Kompetent.

 

Souverän.

 

Fehlerfrei.

 

Unangreifbar.

 

Vielleicht liegt darin eine Entlastung:

 

Nicht jede Unsicherheit bedeutet, dass etwas falsch läuft.

 

Manchmal bedeutet sie nur, dass man etwas zeigt, das normalerweise besser verborgen bleibt.

 

Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem ein Gespräch menschlicher wird.


Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst (Angst, Englisch zu sprechen) erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen: