Viele Menschen kennen diesen Moment.
Sie sollen spontan Englisch sprechen – und plötzlich ist alles weg.
Die einfachsten Wörter fallen Ihnen nicht mehr ein.
Der Kopf wird leer.
Sie spüren nur noch Anspannung.
Oft wirkt es so, als hätte man sein Englisch verloren.
In meinen Therapiesitzungen habe ich jedoch häufig beobachtet, dass nicht die Sprache verschwindet.
Vielmehr scheint der Körper für einen Moment nur noch mit der Anspannung beschäftigt zu sein.
Wenn der Körper aus der Situation heraus möchte
Jeder Mensch reagiert etwas anders auf Stress.
Dennoch gibt es einige Reaktionen, die ich in den letzten Jahren immer wieder beobachtet habe.
Vielleicht erkennen Sie etwas davon bei sich wieder.
Sie schauen plötzlich nach unten.
Sie ziehen die Schultern an.
Sie halten den Atem an.
Sie werden ganz still.
Oder Sie beginnen innerlich sofort, sich selbst zu kritisieren.
Nichts davon bedeutet, dass Sie unfähig sind.
Es können einfach Zeichen dafür sein, dass Ihr Nervensystem sich gerade schützen möchte.
Allein das wahrzunehmen, verändert oft schon etwas.
Sie müssen sich nicht zu Blickkontakt zwingen
Früher hätte ich empfohlen, den Blickkontakt unbedingt aufrechtzuerhalten.
Heute sehe ich das etwas anders.
Wenn Sie große Angst haben, ist es verständlich, dass Ihr Blick zunächst nach unten geht.
Sie müssen sich deshalb nicht unter Druck setzen.
Vielleicht bemerken Sie einfach nur, dass Ihr Körper gerade Abstand sucht.
Und vielleicht entsteht einige Augenblicke später ganz von selbst wieder der Wunsch, den anderen anzuschauen.
Nicht, weil Sie es müssen.
Sondern weil wieder etwas mehr Sicherheit da ist.
"Ich muss das allein schaffen."
Ein Gedanke begegnet mir in meiner Arbeit immer wieder.
“Ich muss das alleine schaffen.”
Wenn dieser Satz auftaucht, lohnt sich manchmal eine kleine Frage.
Was würde es eigentlich über Sie aussagen, wenn Sie während eines Gesprächs einmal Hilfe bräuchten?
Viele Menschen entdecken dabei, dass sie von sich erwarten, eine Fremdsprache jederzeit fehlerfrei und ohne Unterstützung sprechen zu müssen.
Eine Erwartung, die sie an andere oft gar nicht stellen würden.
Englisch ist Begegnung
Englisch zu sprechen ist keine Prüfung, die Sie allein bestehen müssen.
Es ist eine Begegnung zwischen Menschen.
Wenn Ihnen ein Wort fehlt, darf das sichtbar werden.
Sie können nachfragen.
Ein anderes Wort verwenden.
Eine kleine Pause machen.
Oder sich helfen lassen.
In vielen Gesprächen ist das nichts Ungewöhnliches.
Im Gegenteil.
Oft entsteht gerade dadurch ein natürlicher Kontakt.
Vielleicht beginnt Veränderung genau dort
Manchmal glauben wir, wir müssten zuerst unsere Angst überwinden, bevor wir offen auf andere zugehen können.
Vielleicht geschieht es manchmal auch andersherum.
Vielleicht entsteht etwas mehr Sicherheit genau in dem Moment, in dem Sie entdecken, dass Sie die Situation nicht allein tragen müssen.
Nicht, weil Ihr Englisch plötzlich perfekt geworden ist.
Sondern weil Sie aufgehört haben, alles allein tragen zu wollen.
Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst (Angst, Englisch zu sprechen) erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen:
