Mein Rat bei fehlenden englischen Worten

Sie müssen von Null auf Hundert Englisch sprechen und plötzlich geht gar nichts mehr? Komplette "Leere im Kopf" und Ihnen fallen die einfachsten Worte nicht ein? Dazu möchte ich Ihnen heute einen Ratschlag geben...

Die meisten Deutschen reagieren in einer solchen Situation so: Sie erstarren, ziehen die Schultern hoch, dann geht eine Hand zum Kopf (oder zur Stirn - um sich selbst zu schützen), dann beginnt meist eine Selbstkritisierung ("Oh Nein... warum fällt mir das jetzt nicht ein...?") und die ganze Körperhaltung ist in sich gekehrt, introvertiert, mit sich selbst beschäftigt und am Kämpfen.

 

Währenddessen beobachtet das englischsprachige Gegenüber diese Szene und fühlt sich wahrscheinlich ebenfalls schlecht. Er oder sie weiss oft gar nicht, was los ist und würde ja gerne helfen, wenn er wüsste, was dem anderen fehlt. Deswegen lautet mein Ratschlag: Gehen Sie nicht aus dem Kontakt raus, wenn Ihnen ein Wort fehlt! Halten Sie den Blickkontakt, signalisieren Sie, was Ihnen fehlt, versuchen Sie es zu umschreiben, machen Sie eine Geste oder zeichnen Sie es auf, wenn Sie Stift und Papier zur Hand haben. Sie machen sonst einen entscheidenden Fehler, nämlich den anderen nicht mehr wahrzunehmen und dadurch unhöflich zu wirken.

 

Auch im Business ist es besser, bei einem fehlenden Wort auf den anderen gedanklich zuzugehen, offen zu sein und seine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Viele Deutsche denken: "Das kann ich doch nicht machen! Der hält mich ja für unfähig!" Aber das Gegenteil wird der Fall sein. Für andere Nationen ist es überhaupt kein Problem, sich bei einem fehlenden Wort helfen zu lassen. Nur Deutsche glauben erstaunlicherweise, dass sie alles selbst und allein schaffen müssten.

 

Es ist OK, auch mal nervös zu sein, wenn man eine Fremdsprache spricht. Und es ist eine gute Erfahrung, sich von anderen helfen zu lassen, von denen man sich vermeintlich bewertet fühlt. Am Anfang ist es sehr schwer, den Blickkontakt zu halten, wenn einem ein Wort fehlt. Das hängt mit der Selbst-Abwertung, dem Schamgefühl und der Angst vor Bewertung zusammen. Riskieren Sie es, probieren Sie es aus und Sie werden feststellen: Sie haben sich das Leben unnötig schwergemacht. Ihr Englisch wird umso perfekter werden, wenn Sie sich von der Vorstellung lösen, dass jeder für sich allein an seinem Englisch feilen muss. Gutes Englisch entwickelt sich aus dem Umgang mit anderen Menschen, es ist Teamarbeit!

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