"Englisch sprechen ist wie springen und hoffen, dass Flügel wachsen"

englisch-sprechen-lernen

Englische Worte kommen nicht auf Kommando. Das wissen vor allem Menschen, die sehr nervös werden, wenn sie Englisch sprechen. Man muss vertrauen: auf sich selbst und auf die Worte, die einem einfallen werden, wenn man sich entspannt. Hier erfahren Sie, wie man das lernt:

Oberste Regel: Aufhören, die Worte im Kopf zu "suchen"

In Stresssituationen fallen einem die einfachsten englischen Worte nicht ein - das Gefühl kennen viele Menschen. Hat man davor Angst, wird es noch schlimmer und es entsteht ein Teufelskreis aus Angst und Anspannung. Englische Worte sind wie scheue Tiere in einem Wald: Sie verstecken sich, sobald sie spüren, dass man etwas von ihnen will. Je mehr man nach ihnen sucht, umso tiefer verstecken sie sich. Es nützt nichts: Man muss seine Strategie ändern, "wollen" bringt da rein gar nichts. Also übe ich mit meinen Kunden zuallererst, sich zu entspannen und darauf zu vertrauen, dass die Worte schon kommen, wenn man einige Sekunden wartet. Wie ich das mache? Dafür habe ich verschiedene Methoden entwickelt, die den passiven Wortschatz aktivieren und Worte mit Bildern und Emotionen verknüpfen. Es ist tatsächlich wie "springen und hoffen, dass einem dabei Flügel wachsen". Nach einiger Zeit hoffen meine Kunden nicht mehr, sondern sie springen und sie wissen, dass ihnen Flügel wachsen werden, noch während sie sprechen.

 

Warum einem manchmal die einfachsten Worte nicht einfallen

Weil man genau davor Angst hat: Dass einem die einfachsten Worte nicht einfallen. Und Angst blockiert die Kreativität, die man zum Sprechen einer fremden Sprache benötigt. Wenn ein Mensch Angst hat, werden Fluchtreflexe aktiviert, das Sprachzentrum ist in dem Moment, in dem es ums Überleben geht, nicht mehr so wichtig. Mit einem Angstgefühl kann man eine fremde Sprache nicht sprechen. Wenn nun jemand ein schwieriges Erlebnis mit Sprache, Lernen oder einer Lehrperson hatte, kann es sein, dass er beim Sprechen einer Fremdsprache plötzlich diese Gefühle unbewusst noch einmal durchlebt und sich damit selbst blockiert. Deshalb ist es wichtig, zu analysieren, woher die Angst kommt. Es sind meistens alte, verdrängte Gefühle aus der Kindheit oder Jugend, die sich wieder melden, ohne dass man es direkt zuordnen oder erinnern kann. Ohne professionelle therapeutische Hilfe ist es meist schwer, einer solchen Angst Herr zu werden.

 

Mit Hilfe der Therapie vertrauen lernen

Darum geht es am Ende: Sich selbst, aber auch anderen zu vertrauen. Das kann für jemanden, der damit in seiner Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht hat, sehr schwer sein. Aber eine Therapie stärkt das Selbstvertrauen und das Vertrauen in andere, so dass man springen kann mit dem Wissen, dass man getragen wird, und zwar in erster Linie von sich selbst und seinen eigenen Fähigkeiten, auf die man sich verlassen kann. Das hat jedoch absolut nichts mit Vokabellernen zu tun, sondern mit der inneren Haltung, mit der man der Fremdsprache begegnet.

 

Zu mir: Ich arbeite therapeutisch mit Menschen, die Angst haben, Englisch zu sprechen. Hier finden Sie weitere Informationen: Therapie bei Englischangst.

 

Zum Weiterlesen: Xenoglossophobie - Die Angst vor der Fremdsprache.

 

Ich schreibe regelmässig über das Thema Psychotherapie & Fremdsprache, hier können Sie meinen Blog abonnieren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0