· 

Englischblockade: Warum gerade der Gesprächsanfang so schwerfallen kann

Komplette Leere im Kopf, bevor das Gespräch überhaupt begonnen hat – kennen Sie das?

 

Aus meiner Arbeit mit Klientinnen und Klienten habe ich einige Beobachtungen mitgebracht, die vielleicht etwas entlasten können.

Small Talk fühlt sich oft unnötig oder unangenehm an

Viele Menschen berichten, dass Small Talk für sie keinen Sinn macht oder dass er sich sogar künstlich anfühlt.

 

Sie möchten lieber „zum Punkt kommen“ und keine Zeit mit Oberflächlichkeiten verbringen.

 

Gleichzeitig zeigt sich immer wieder: Gerade am Anfang eines Gesprächs in einer Fremdsprache kann ein leichter, freundlicher Einstieg helfen.

 

Nicht unbedingt, weil Small Talk besonders wichtig wäre.

 

Sondern weil er Druck herausnimmt.

 

Positive oder alltägliche Themen lassen sich oft leichter ausdrücken als komplexe oder kritische Gedanken.

 

Nicht, weil sie bedeutender wären.

 

Sondern weil sie häufig einfacher fließen.

Die Versuchung, alles im Kopf zu kontrollieren

Ein weiteres Muster begegnet mir häufig:

 

Der Satz wird zuerst innerlich auf Deutsch formuliert und anschließend ins Englische übertragen.

 

Das fühlt sich verständlicherweise sicher an.

 

Man versucht, die Kontrolle zu behalten.

 

In der Praxis führt dieser innere Übersetzungsvorgang jedoch oft zu Stocken oder Anspannung.

 

Gesprochene Sprache folgt anderen Wegen als sorgfältig formulierte Gedanken.

 

Besonders am Anfang eines Gesprächs kann das den Sprachfluss erschweren.

Eine Beobachtung, die vielen Menschen hilft

Manche Menschen berichten, dass ihnen etwas anderes leichter fällt:

 

Sie konzentrieren sich nicht auf den deutschen Satz.

 

Sondern auf das, was sie eigentlich ausdrücken möchten.

 

Statt einzelner Wörter entsteht innerlich ein Bild.

 

Eine Szene.

 

Ein Eindruck.

 

Ein Gefühl.

 

Das Gehirn scheint oft erstaunlich gut mit solchen Bildern arbeiten zu können.

 

Ein Beispiel

 

Sie möchten erzählen, dass Sie gestern in einem Restaurant waren, das Ihnen gefallen hat.

 

Anstatt den deutschen Satz innerlich vorzubereiten und anschließend zu übersetzen, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die eigentliche Erfahrung:

 

Das Restaurant.

 

Die Atmosphäre.

 

Das Essen.

 

Das Gefühl, dort gesessen zu haben.

 

Viele Menschen erleben, dass aus diesem inneren Bild leichter Worte entstehen als aus dem Versuch, jeden Satz vorher zu kontrollieren.

Vielleicht geht es nicht darum, alles richtig zu machen

Keine dieser Beobachtungen gilt für alle Menschen.

 

Und manchmal gibt es ganz andere Gründe, warum ein Gesprächsbeginn schwerfällt.

 

Trotzdem scheint sich in vielen Gesprächen ein ähnliches Thema zu zeigen:

 

Je mehr Druck entsteht, sofort die richtigen Worte finden zu müssen, desto schwieriger wird der Einstieg.

 

Manchmal hilft es, sich selbst etwas mehr Raum zu geben.

 

Nicht um perfekt zu sprechen.

 

Sondern um überhaupt ins Gespräch zu kommen.


Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst (Angst, Englisch zu sprechen) erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen: