Panik vor englischer Präsentation entsteht meist in der Schulzeit

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Eine Englischblockade hat oft ein  Schlüsselerlebnis als Ursache. Sehr oft liegt dieses Schlüsselerlebnis in der Schulzeit. Lesen Sie hier 3 typische Beispiele für negative Englisch-Schulerlebnisse:

1. Man wurde vom Lehrer "vorgeführt"

Manche Lehrer verfahren nach der Methode, sich einzelne Schüler herauszupicken, die dann vor der ganzen Klasse Aufgaben lösen müssen. Beispiele hierfür sind: Vor der ganzen Klasse auf Englisch vorlesen, an die Tafel gerufen werden, um bestimmte Aufgaben zu lösen oder gezieltes Abfragen von Englischvokabeln. Ein besonders negatives Beispiel hat mir ein Klient einmal geschildert: Der Englischlehrer hat alle Schüler gebeten, aufzustehen und dann Vokabeln abgefragt. Diejenigen Schüler, die eine Vokabel wussten, durften sich hinsetzen. Wer einen Fehler machte oder nichts zu sagen wusste, musste stehenbleiben. Ich kann mir kaum etwas Demütigerendes vorstellen und frage mich, was in einem solchen Lehrer vorgeht - es kann sich doch jeder vorstellen, welchen immensen Druck man damit aufbaut und welcher Widerstand sich unweigerlich durch eine solche Übung gegen die englische Sprache bilden muss. Solche Erlebnisse führen später dazu, dass man im Beruf alles vermeidet, was auch nur ansatzweise an dieses "vorgeführt werden" erinnert. Statt des Lehrers fürchtet man dann die Beurteilung des Chefs und statt des Spotts der Klasse fürchtet man die Blamage vor den Kollegen.

 

2. Vernichtendes Urteil durch den Lehrer

"Aus dir wird sowieso nichts!" oder "Du bist einfach zu dumm" sind nur einige Beispiele von Sätzen, die Lehrer oft ganz nebenbei und ohne böse Absicht fallen lassen. Oft wehren sich Lehrer mit solchen Aussagen gegen aufmüpfige oder zu selbstbewusste Schüler. Was sie meist nicht beachten, ist, dass Kinder und Teenager noch in einem Alter sind, wo Lehrer einen prägenden Eindruck hinterlassen, auch wenn sie den Lehrer gar nicht mögen. Ein vernichtendes Urteil durch eine Lehrperson kann im Schüler schnell zu einem Glaubenssatz führen, der das ganze spätere Leben negativ beeinflusst und ein berufliches Fortkommen blockiert. Ich habe zahlreiche solcher Beispiele in meinem Klientenkreis: Diese Menschen fürchten, als "dumm" oder "unprofessionell" zu gelten, wenn sie in der Präsentation steckenbleiben, weil sie gerade ein englisches Wort nicht wissen.

 

3. Der Lehrer nutzt seine Machtposition aus

Ein Lehrer hat gegenüber Schülern viel Macht: Er kann schlechte Noten vergeben oder sich gegenüber den Eltern negativ über einen Schüler äussern. Ausserdem geben Lehrer die Struktur des Unterrichts vor und Schüler müssen den Anweisungen folgen. Trotzdem fühlen sich viele Lehrer machtlos - und das führt dazu, dass sie ihre formale Machtposition ausnutzen, um besonders rebellische oder schwer zu steuernde Schüler zu "entmachten". Beispiele für solches Entmachten ist regelmässiges Aufrufen, obwohl der Schüler sich nicht meldet, wiederholtes Fragen, obwohl ein Schüler die Antwort nicht weiss oder ein körperliches Bedrängen des Schülers (dazu genügt schon, dass der stehende Lehrer sich vor dem sitzenden Schüler "aufbaut"). Solche Erlebnisse führen bei Schülern dazu, dass sie sich machtlos und der Willkür des Lehrers ausgeliefert fühlen. Später im Beruf werden sie Situationen vermeiden, in denen sie der Macht eines anderen ausgeliefert sind. Dazu gehört auch Englisch: Sobald man eine Fremdsprache spricht, ist man "unwissender" als der andere und damit machtloser. Dadurch werden Erinnerungen an die Schulzeit aktiviert, was zu unbewussten Blockaden führen kann, weil man solche Situationen nicht noch einmal durchleben will.

 

Wenn auch Sie von plagenden Selbstzweifeln betroffen sind, was die englische Sprache angeht, lohnt es sich, die emotionalen Gründe hierfür zu analysieren. Hier erfahren Sie mehr: Therapie bei Angst vor Englisch.

 

Zum Weiterlesen: Klientenbericht: "Meine Angst vor Englisch hat mich komplett verstummen lassen"

 

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