"Ich kriege beim Englisch sprechen kein Wort raus" - häufig ist ein ungeduldiges Elternteil der Grund

Wenn Ihre Mutter oder Ihr Vater früher sehr ungeduldig mit Ihnen waren, kann das im Erwachsenenleben zu einer  Fremdsprachenangst führen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand - lesen Sie hier, weshalb:

Ungeduld führt zu emotionalem Stress

Eine Mutter, die ungeduldig vor ihrem Kind steht und es zurechtweist, weil es zu langsam ist, erzeugt im Kind das Gefühl, sich keine Zeit lassen zu dürfen und das führt dazu, dass sein kreativer "Flow" unterbrochen wird. Natürlich müssen Kinder ab und zu ermahnt werden, sich zu beeilen, aber wenn ein Elternteil permanent unter Druck steht, produziert es auch im Kind erheblichen Stress. Dadurch können Hemmungen im Ausdruck entstehen, wie zum Beispiel Sprechangst. Vor allem eine Fremdsprache bereitet dann Schwierigkeiten, weil man dort automatisch langsamer ist und meistens länger braucht, um die richtigen Worte zu finden.

 

Elterliche Unfähigkeit, mit den Schwierigkeiten ihrer Kinder umzugehen

Dies erlebe ich als einen häufigen Grund für Ängste und Hemmungen beim Englisch sprechen: Die Mutter oder der Vater waren nicht in der Lage, ruhig abzuwarten, bis das Kind soweit ist. Sie empfanden es als langsam, störrisch oder bockig. Oft sind solche Eltern auch sehr ungeduldig mit sich selbst (und wurden als Kind ebenfalls so behandelt) und deshalb können sie nicht auf die Gefühle ihres Kindes schauen, sondern sehen nur sein Verhalten und interpretieren es als "falsch". Gerade bei einer Fremdsprache ist es jedoch enorm wichtig, sich innerlich Zeit zu lassen, denn Sprache ist nichts, was man mechanisch - auf Knopfdruck - produzieren kann. Sprache (vor allem eine Fremdsprache) ist sehr eng mit Emotionen verbunden. Lesen Sie mehr dazu im folgenden Abschnitt:

 

Wenn man sich schlecht fühlt, spricht man schlechtes Englisch

... denn die Gefühle steuern massgeblich unsere Fähigkeit, etwas in Sprache auszudrücken. In einer fremden Sprache ist dieser Zusammenhang sogar noch stärker, denn eine Fremdsprache zu sprechen ist keine Kopfsache, sondern eine Sache des Gefühls. Sie können zwar Grammatikregeln und Vokabeln lernen, aber das Sprechen der Sprache erfolgt zum grossen Teil aus dem Gefühl heraus. Irgendwann "weiss man, wie es geht" und denkt nicht mehr darüber nach, ob die Zeitform oder das Verb jetzt richtig waren - man "weiss" es einfach.  Wenn Sie sich allerdings unter Druck fühlen, ist diese Fähigkeit unterbunden, und damit auch die Fähigkeit, die richtigen Worte zu finden. Daher kommt das Phänomen, kein englisches Wort rauszubekommen, obwohl man die Sprache doch eigentlich kann.

 

Wie lautet die Lösung?

Wenn Sie darunter leiden, nicht ins Sprechen zu kommen, obwohl Sie Englisch gut verstehen, können Sie in Eigenregie daran arbeiten, weniger streng mit sich zu sein, sich selbst mehr Zeit zu lassen und Strategien zu entwickeln, um andere davon abzuhalten, Sie beim Sprechen unter Druck zu setzen. Üben Sie, bewusst erst ein, zwei Sekunden zu warten, bevor Sie jemandem antworten. Sprechen Sie einmal betont langsam und halten Sie das unangenehme Gefühl aus, dass jemand auf Sie warten muss. Sie werden sehen: Nach einiger Zeit lässt der Druck nach.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, zweisprachige Therapeutin in Hamburg mit dem Schwerpunkt Englischangst. Falls Sie nicht in Hamburg leben: kein Problem, Sie können mich auch am Telefon buchen. Hier finden Sie weitere Informationen: Therapie bei Angst vor Englisch.

 

Zum Weiterlesen: NLP-Technik gegen nervöse Angst beim Englisch reden.

 

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