· 

Wenn Englisch sprechen Überwindung kostet: 4 Tipps zur Selbstmotivation

mentale-selbststaerkung-beim-englisch-sprechen

Gehören Sie zu den Menschen, die am liebsten weglaufen würden, wenn Sie mit Englisch konfrontiert werden? Lesen Sie hier, wie Sie sich selbst motivieren können, Ihre Englisch Hemmungen über Bord zu werfen:

Tipp Nr. 1: Wie könnte eine andere Reaktion aussehen?

Stellen Sie sich folgende Frage: Wenn jemand Sie auf Englisch anspricht, wie könnte da eine andere, ungewohnte, neue und positive Reaktion von Ihnen aussehen? Es geht darum, sich diese andere Reaktion zunächst einmal nur vorzustellen. Wie könnten Sie alternativ reagieren, wenn Sie nicht vor Englisch davonlaufen oder es vermeiden? Stellen Sie sich die Situation bildlich vor, imaginieren Sie, wie Sie die Situation gerne hätten. Also zum Beispiel so: "Wenn jemand mich auf Englisch anspricht, bleibe ich stehen, lächele freundlich und antworte. Auch wenn mein Englisch nicht auf Anhieb perfekt ist, wird mein Gegenüber sich freuen, dass ich mit ihm in seiner Muttersprache kommunizieren kann." Es ist wichtig, dass Sie sich diese Situation genau ausmalen, auch wenn das am Anfang eine große Hürde ist. Mehr dazu im folgenden Tipp:

Tipp Nr. 2: Neue Gedankenpfade legen

Der erste Tipp ist deswegen am Anfang so schwierig, weil Schüchternheit beim Englisch sprechen ein antrainiertes Verhalten ist und damit eine Gewohnheit darstellt. Und Gewohnheiten lassen sich nur sehr schwer ändern, man braucht Durchhaltevermögen und vor allem viele Wiederholungen. Und hier kommt Tipp Nr. 2 ins Spiel: Sie müssen durch Wiederholungen neue Gedankenpfade legen. Zum Beispiel, indem Sie sich die alternative Situation aus dem ersten Tipp immer und immer wieder vorstellen. Es wird am Anfang vielleicht fast unmöglich sein, sich eine positive, entspannte Reaktion in Bezug auf Englisch vorzustellen. Aber bleiben Sie dran, stellen Sie sich vor, Sie sind ein Regisseur, der einen Film konzipiert. Der Film lautet: Ich spreche selbstbewusst und locker Englisch. Malen Sie sich die Szene genau aus, entwickeln Sie das Drehbuch mit allen Einzelheiten. Wenn Sie sich diese alternative Reaktion wiederholt vorstellen und das gute Gefühl dabei genießen, werden Sie feststellen, dass sich Ihre Haltung zum Englisch sprechen ändern wird.

Tipp Nr. 3: Was könnte ich mir noch vorstellen?

Der dritte Tipp geht in die Richtung, sich die alternative Reaktion noch weiter auszubauen, und zwar nach Ihren eigenen Wünschen. Zum Beispiel können Sie sich - wenn Sie die Vorstellung der alternativen Reaktion eine Weile geübt haben - noch folgendes hinzunehmen: Ich spreche nicht nur selbstbewusst und locker Englisch, sondern ich gehe auch ganz gelassen mit meinen Fehlern um und verzeihe mir diese. Stellen Sie sich bildlich vor, wie Sie auf Englisch Fehler machen und das ganz OK finden, auch Ihr Gegenüber sieht darin kein Problem. Spüren Sie, wie gut es sich anfühlt, sich Fehler zu erlauben und geniessen Sie die Bewertungsfreiheit. Diese mentale Übung wird Ihr Selbstvertrauen beim Englisch sprechen enorm steigern.

Tipp Nr. 4: Der ultimative Test

Nun kommt der abschliessende Test, damit Sie feststellen können, ob sich an Ihrer Englisch Vermeidung tatsächlich etwas getan hat. Sie müssen dazu den folgenden Satz laut aussprechen:

 

Mein Englisch ist gut.

 

Sprechen Sie den Satz in den Raum. Stellen Sie sicher, dass niemand Sie dabei hören kann. Und beobachten Sie, wie Sie sich fühlen, wenn Sie den Satz sagen: Spüren Sie Unsicherheit oder Unglauben oder Widerstand? Noch besser funktioniert diese Übung, wenn Sie sich beim Sprechen des Satzes aufnehmen (z.B. mit dem Handy) und dann die Aufnahme mehrfach abspielen. Was hören Sie? Klingt es überzeugend? Wenn nicht, müssen Sie die vorherigen Tipps vielleicht nochmal wiederholen. Man kann mit einem solchen Satz sehr gut feststellen, ob negative Glaubenssätze noch unbewusst in einem wirken oder nicht. Ein Mensch, der glaubt, dass sein Englisch nicht gut ist, wird den Satz vermutlich nicht überzeugend sagen können. Wenn Sie Unsicherheit beim Sprechen des Satzes spüren, können Sie auch folgendes tun: Wiederholen Sie den Satz immer und immer wieder, bis er für Sie überzeugend klingt. Auch damit können Sie neue Gedankenpfade legen, denn unser Gehirn neigt dazu, Dinge, die wir uns wiederholt sagen, irgendwann zu glauben (das funktioniert im Positiven genauso wie im Negativen). Es genügt übrigens auch, den Satz nur zu denken, wenn Sie ihn nicht laut aussprechen wollen. Egal ob gedacht oder laut ausgesprochen - Ihr Gehirn registriert alles und wenn es oft genug als Gedanke oder als gesprochenes Wort erscheint, wird es irgendwann zu Ihrer Wahrheit und Ihr Verhalten wird sich danach ausrichten.

Zum Weiterlesen:

Über mich:

Ich bin Natalie Marby, zweisprachig (Englisch/Deutsch) und Therapeutin in Hamburg. Ich habe mich auf die Behandlung von Englisch Phobie spezialisiert und biete diese Arbeit auch telefonisch an. Mehr zu meiner Arbeit lesen Sie hier: Psychotherapie bei Angst vor dem Englisch reden.

Ihnen gefällt mein Blog?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0