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"Ich war schon in der Schule schlecht in Englisch"

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Eine Aussage wie in der Überschrift wird in der Psychologie als "falscher Glaubenssatz" bezeichnet. Er hindert einen daran, zu wachsen und Vertrauen in sich aufzubauen. Wie man solche Glaubenssätze überwindet, lesen Sie hier:

ein falscher Glaubenssatz wird meist in der Kindheit verinnerlicht

Hat man zum Beispiel während der Schulzeit Probleme mit dem Fach Englisch gehabt, entwickelt sich oft später im Leben die tiefe Überzeugung, dass man "Englisch einfach nicht kann". Als Gründe werden häufig ein mangelndes Sprachtalent, ein demotivierender Lehrer oder Faulheit genannt. Die tiefe Überzeugung, Englisch nicht zu können wird dann im Erwachsenenleben dadurch bestätigt, dass andere Menschen mit Englisch offenbar kein Problem haben und es frei und fließend sprechen können, während man selbst mit den einfachsten Sätzen hadert. Dabei wird oft nicht erkannt, dass es die eigenen Gedanken in Form von Überzeugungen sind, die eine Englisch Blockade oder eine Englisch Hemmung überhaupt erst erschaffen und aufrecht erhalten. Der Ausweg aus diesem Dilemma muß daher in der Identifikation und Auflösung der limitierenden Glaubenssätze liegen. Wie das geht, lesen Sie im folgenden Abschnitt:

Ein negativer Glaubenssatz muss durch einen positiven überschrieben werden

Glaubenssätze lassen sich nicht "wegmachen", sie müssen durch neue Glaubenssätze überschrieben und damit unwirksam gemacht werden. Der Glaubenssatz "ich war schon in der Schule schlecht in Englisch" muss beispielsweise durch einen positiven Glaubenssatz wie "Schulenglisch hat nichts mit Job Englisch zu tun" überschrieben werden. Oft muss man sich schrittweise an die Überwindung der negativen Glaubenssätze herantasten. Dabei wird der negative Glaubenssatz Schritt für Schritt entkräftet, indem andere Überzeugungen an Kraft gewinnen. Hier ein Beispiel für ein solches schrittweises Vorgehen:

  1. "Ich war schon in der Schule schlecht in Englisch"
  2. "Schulenglisch hat nichts mit Job Englisch zu tun"
  3. "Heute weiß ich, dass man eine Fremdsprache nur mit Freude lernt"
  4. "Heute will ich Freude haben, wenn ich Englisch spreche"
  5. "Niemand bewertet mein Englisch. Mein berufliches Können ist wichtiger"
  6. "Englisch ist nur ein Werkzeug."
  7. "In mir schlummert vermutlich ein Sprachtalent, das in der Schule nicht erkannt wurde."
  8. "In der Schule war Englisch langweilig. Heute will ich Spaß am Englisch sprechen haben."

Beim Lesen der Sätze haben Sie sicherlich gespürt, dass der negative Druck, den ein falscher Glaubenssatz in einem aufbaut, Schritt für Schritt nachlässt. Es gibt bei falschen Glaubenssätzen kein pauschales Vorgehen. Jeder Mensch reagiert anders auf Worte und Sätze. Als Therapeut muss man sich bei jedem Menschen behutsam an die Sätze herantasten, die dem Klienten eine Erleichterung oder ein positiveres Gefühl verschaffen. So kann man sich Schritt für Schritt bis zu dem neuen Glaubenssatz vorarbeiten, der letztendlich den alten, falschen Glaubenssatz aushebelt. 

Eine Fünf in Englisch sagt überhaupt nichts aus!

Schlechte Schulnoten in Englisch haben aus meiner Sicht überhaupt keine Aussagekraft. Denn oft sind so viele Faktoren an einer schlechten Note beteiligt, dass man nicht generell sagen kann, dass jemandem aufgrund der schlechten Schulnote kein Sprachtalent hat. Im Gegenteil: Meiner Erfahrung nach stellen schlechte Noten für viele Schüler eine Falle dar, aus der sie nur schwer wieder herauskommen. Schüler sind meist noch nicht in der Lage, ihre Fähigkeiten eigenständig und unabhängig zu bewerten. Sie sind im Gegenteil sehr empfänglich für Bewertungen von außen, wie zum Beispiel Bewertungen von Lehrern. Vergibt ein Lehrer eine schlechte Note, wird der Schüler dies in den meisten Fällen unbewusst als Bewertung seiner Fähigkeiten oder als Bewertung seines Talents in dem jeweiligen Fach interpretieren. Kaum ein Lehrer gibt sich die Mühe, das jeweilige Potential eines Schülers zu sehen und zu artikulieren, unabhängig von der Note, die er für eine Klassenarbeit vergibt. Dabei wäre das aus meiner Sicht immens wichtig: Wenn ein Schüler nicht an sein Potential glaubt, dann wird er die schlechte Note in Form eines Glaubenssatzes  abspeichern, der dann kaum Raum für Verbesserungen lässt. Deshalb sind Schüler oft jahrelang auf dem gleichen Notenniveau, und ich habe mich schon oft gefragt, warum das kaum jemand hinterfragt. 

Was ist der beste Glaubenssatz in Bezug auf Englisch?

Der wirkungsvollste Glaubenssatz, den man in Bezug auf das Sprechen der englischen Sprache verinnerlichen kann, ist aus meiner Sicht der folgende:

 

"Ich habe Freude am Englisch sprechen."

 

Damit löst man sich aus der Schülerhaltung, denn in der Schule war die Freude am Englisch sprechen irrelevant. Es kam nur darauf an, alles korrekt zu machen. Im Beruf kann überkorrektes Englisch jedoch sogar zu Falle werden, denn man wirkt dadurch schnell unsympathisch. Vertrauen Sie lieber darauf, dass Ihnen die Freude am Englisch sprechen viel mehr Pluspunkte bei Ihrem Gesprächspartner verschaffen wird, als jede noch so perfekte Grammatik oder Vokabel.

Zum Weiterlesen:

Über mich:

Ich bin Natalie Marby, zweisprachig (Englisch/Deutsch) und Therapeutin in Hamburg. Ich habe mich auf die Behandlung von Englisch Phobie spezialisiert und biete meine Beratung auch telefonisch an. Mehr zu meiner Arbeit lesen Sie hier: Psychotherapie bei Angst vor dem Englisch reden.

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