Flüssiger Englisch sprechen, indem man gedanklich im Hier und Jetzt bleibt: 3 Tipps

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Kennen Sie das: Während Sie einen englischen Satz formulieren, denken Sie bereits über den nächsten nach. Oder noch schlimmer: Sie korrigieren sich im Kopf. Wie Sie das ändern und dadurch besser Englisch sprechen, lesen Sie hier:

1. Nicht bewerten

Auch wenn es schwer fällt: Versuchen Sie, Ihr eigenes Englisch nicht im Kopf zu bewerten. Denn das geht fast immer nach hinten los: Sobald Sie den inneren Kritiker anschalten, unterbrechen Sie Ihren kreativen Sprachfluß - und der ist beim Sprechen einer Fremdsprache enorm wichtig. Ohne den kreativen Sprachfluß werden Sie eine Fremdsprache niemals wirklich flüssig sprechen können. Wenn Sie sich innerlich fortlaufend korrigieren, wird Ihr Englisch immer irgendwie bruchstückhaft und unlebendig klingen. Übrigens: Auch die Bewertung anderer Menschen stört Ihren kreativen Sprachfluß. Versuchen Sie, Gedanken wie "der spricht ja super Englisch" oder "die kann ja gar kein Englisch!" so gut es geht zu vermeiden. Üben Sie, grundsätzlich positiv auf jeden Menschen zu schauen, der eine Fremdsprache spricht. Allein der Versuch verdient in jedem Fall Anerkennung und Wertschätzung. Wenn Sie diesen positiven Blick auf andere üben, wird es Ihnen leichter fallen, auch auf sich selbst positiv zu schauen. Dies wiederum wird sich sehr positiv auf Ihr eigenes Englisch auswirken.

2. Nicht darüber nachdenken, was andere über einen denken

Damit hadern die meisten Menschen beim Englisch sprechen: Sie überlegen permanent, wie ihr Englisch bei anderen "ankommt" und was diese über sie denken könnten. Englisch ist zu einer Art Statussymbol geworden und viele denken: "Wer was auf sich hält, spricht fließend Englisch. Wer mit stotterigem Schulenglisch daherkommt, ist entweder ungebildet oder dumm" - diese Aussagen sind jedoch grundsätzlich falsch. Jeder muss irgendwann anfangen, Schulenglisch in Alltagsenglisch umzuwandeln. Das geht nur durch Üben und dadurch, dass man Fehler macht. Üben Sie vor allem, anderen Menschen nicht so viel Macht über sich zu geben, indem Sie deren negative Bewertung fürchten. Legen Sie sich ein paar aufmunternde Sätze zurecht, die Sie sich selbst sagen können, wenn Sie der Zweifel packt. Hier sind ein paar Beispiele:

  1. Mein Englisch wird von Minute zu Minute besser, wenn ich weiter übe.
  2. Jede Englischsituation bringt mich meinem Ziel ein Stück näher.
  3. Peinlich ist es nur, Englisch zu vermeiden. Ich bin stolz auf mich, dass ich die englischen Situationen in Angriff nehme.
  4. Ich fokussiere mich nur auf mein Ziel, nicht auf die Fehler, die ich dabei unterwegs mache.
  5. Die anderen machen genauso viele Fehler wie ich.
  6. Ich mache meinen Job gut und Englisch ist nur ein Werkzeug.
  7. Englisch ist eine einfache Sprache. Man kann sie an einem Wochenende lernen. Fließend Englisch zu sprechen ist kein Beweis von Intelligenz.

3. Auf den Körper achten

Der Körper ist enorm wichtig beim Englisch sprechen. (Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, empfehle ich Ihnen folgenden Artikel: Warum der Körper beim Englisch sprechen so wichtig ist). Wir erhalten permanent Signale vom Körper, die uns helfen können, in schwierigen Situationen die Lage emotional besser zu manövrieren. Das Problem ist jedoch: Die meisten Menschen blocken in Gefahrensituationen ihre körperlichen Reaktionen aus. Hier ein Beispiel: Wenn jemand eine englische Präsentation halten muss und sehr nervös ist, wird er vermutlich versuchen, diese Nervosität mit aller Macht zu unterdrücken. Das ist verständlich - es macht die Lage jedoch nicht besser, sondern schlimmer. Was Sie stattdessen tun sollten, ist folgendes: Akzeptieren Sie, dass Ihr Körper Ihnen Signale sendet. Das können Signale sein wie Anspannung, Schwitzen, roter Kopf, Herzklopfen, leichte Übelkeit oder Schwindel. Wenn Sie nicht dagegen ankämpfen, werden sich diese leichten Angstsymptome abschwächen. Der Körper ist darauf trainiert, in Gefahrensituationen Alarm zu schlagen. Wenn Sie diesen Alarm "nicht da haben wollen", schrillt die Glocke nur umso stärker, denn Sie sollen es ja wahrnehmen und nicht ignorieren. So funktioniert unser Überlebensmechanismus. Wenn Sie die Zeichen Ihres Körper wahrnehmen und akzeptieren, dann beruhigt sich der Körper meist nach einiger Zeit. Diese Übung ist eine Übung aus der Achtsamkeitspraxis und sie hilft, beim Sprechen einer Fremdsprache im Hier und Jetzt zu bleiben. Wenn Sie gegen Nervosität ankämpfen, werden Sie kein flüssiges Englisch sprechen können. Wenn Sie die Nervosität akzeptieren (das bedeutet, einfach loszulassen, wie mitten in einem Regensturm, bei dem Sie es aufgeben, trocken bleiben zu wollen), dann kann der kreative Sprachfluß wieder die Oberhand gewinnen und das Englisch sprechen wird dadurch viel einfacher - probieren Sie es am besten beim nächsten englischen Meeting einfach mal aus.

Zum Weiterlesen:

Über mich:

Ich bin Natalie Marby, zweisprachig (Englisch/Deutsch) und Therapeutin in Hamburg. Ich habe mich auf die psychotherapeutische Behandlung von Englisch Phobie spezialisiert. Meine Praxis ist in Hamburg, ich biete diese Beratung jedoch auch online oder telefonisch an. Mehr zu meiner Arbeit lesen Sie hier: Psychotherapie bei Angst vor dem Englisch reden.

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