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Warum Menschen mit Migrationshintergrund manchmal besondere Schwierigkeiten mit Englisch haben

Auf den ersten Blick erscheint es unlogisch:

 

Wer bereits eine neue Sprache gelernt hat, sollte mit einer weiteren Fremdsprache doch eigentlich weniger Schwierigkeiten haben.

 

In der Praxis ist das jedoch nicht immer so.

 

Manche Menschen, die selbst mehrsprachig aufgewachsen sind oder eine Migrationserfahrung haben, berichten von besonders starkem Druck beim Englisch sprechen.

 

Warum kann das so sein?

Sprache ist manchmal mehr als Sprache

Für viele Menschen mit Migrationshintergrund war Sprache nie nur ein Schulfach.

 

Sprache war oft eng verbunden mit:

 

  • Zugehörigkeit
  • Integration
  • Anerkennung
  • Erfolg
  • Sicherheit

Manche Menschen erinnern sich an einen starken Druck, möglichst schnell Deutsch lernen zu müssen.

 

Andere haben erlebt, wie wichtig Sprache für die ganze Familie war.

 

Wieder andere waren häufig die Ersten, die übersetzen, erklären oder vermitteln mussten.

 

Nicht jeder macht diese Erfahrungen.

 

Doch für manche Menschen hinterlassen sie Spuren, die später beim Lernen weiterer Sprachen wieder berührt werden können.

Wenn Englisch alte Gefühle aktiviert

Viele Betroffene beschreiben, dass Englisch sprechen Gefühle auslöst, die größer erscheinen als die Situation selbst.

 

Zum Beispiel:

 

  • Angst, Fehler zu machen
  • Angst, negativ bewertet zu werden
  • Angst, Erwartungen nicht zu erfüllen
  • das Gefühl, sich besonders anstrengen zu müssen
  • Unsicherheit, dazuzugehören
  • starker Perfektionismus

Diese Gefühle müssen nicht zwangsläufig mit Englisch entstanden sein.

 

Manchmal waren sie schon vorher da und werden durch die Fremdsprache lediglich sichtbarer.

Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit

Nicht jeder Mensch mit Migrationshintergrund erlebt Englisch auf dieselbe Weise.

 

Deshalb geht es aus meiner Sicht weniger darum, allgemeine Erklärungen zu finden.

 

Viel wichtiger ist die Frage:

 

Welche Bedeutung hat Sprache für diesen Menschen?

 

Für manche steht Leistung im Vordergrund.

 

Für andere Zugehörigkeit.

 

Für wieder andere die Angst, nicht verstanden zu werden oder andere zu enttäuschen.

Typische Gedanken, die auftreten können

Viele Menschen berichten von Gedanken wie:

  • „Ich darf keine Fehler machen.“
  • „Ich muss besonders gut sein.“
  • „Die anderen können das besser als ich.“
  • „Wenn ich mich blamiere, verliere ich etwas Wichtiges.“
  • „Ich muss beweisen, dass ich dazugehöre.“

Natürlich erlebt nicht jeder diese Gedanken.

 

Aber sie zeigen, dass Englischangst oft mehr berührt als Grammatik oder Vokabeln.

Es geht oft nicht nur um Englisch

Wenn Englisch sprechen starken Stress auslöst, lohnt es sich manchmal, genauer hinzuschauen.

 

Nicht um die Vergangenheit zu analysieren.

 

Sondern um zu verstehen, welche Gedanken, Gefühle und Erfahrungen heute wirksam werden.

 

Denn häufig wird dadurch klarer, warum eine Situation, die für andere nur eine Fremdsprache ist, sich für manche Menschen so belastend anfühlen kann.


Wenn Sie mehr über mögliche Hintergründe von Englischangst erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen: