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Englischangst: Wie man beim Sprechen den Kontakt zu sich selbst nicht verliert

Viele Menschen mit Englischangst berichten von einer ähnlichen Erfahrung:

 

Sobald sie sprechen sollen, richtet sich ihre gesamte Aufmerksamkeit nach außen.

 

Was denken die anderen?

 

Mache ich Fehler?

 

Wirke ich unsicher?

 

Versteht man mich überhaupt?

 

Je stärker diese Fragen werden, desto schwieriger wird das Sprechen.

Wenn die Aufmerksamkeit nur noch bei den anderen ist

Wer nervös ist, beobachtet oft jede Reaktion seines Gegenübers.

 

Jeden Blick.

 

Jede Pause.

 

Jede Rückfrage.

 

Das ist verständlich.

 

Doch manchmal entsteht dadurch zusätzlicher Druck.

 

Denn die eigene Aufmerksamkeit ist fast vollständig mit der Frage beschäftigt, wie man auf andere wirkt.

 

Der Kontakt zu den eigenen Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen geht dabei leicht verloren.

Kontakt zu sich selbst bedeutet nicht Perfektion

Viele Menschen glauben, sie müssten zunächst selbstbewusst werden, bevor sie entspannt Englisch sprechen können.

 

Nach meiner Erfahrung ist oft etwas anderes hilfreicher:

 

Den Kontakt zu sich selbst auch dann zu behalten, wenn Unsicherheit da ist.

 

Das bedeutet zum Beispiel:

  • wahrzunehmen, dass man gerade nervös ist
  • den eigenen Atem zu bemerken
  • die Anspannung im Körper wahrzunehmen
  • freundlich mit sich selbst zu bleiben, auch wenn Fehler passieren

Der entscheidende Punkt ist nicht, die Nervosität loszuwerden.

 

Sondern sich selbst während der Nervosität nicht zu verlieren.

Eine kleine Übung

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem englischen Meeting.

 

Anstatt sich zu fragen:

 

“Wie wirke ich gerade?”

 

versuchen Sie für einen Moment eine andere Frage:

 

“Wie geht es mir gerade?”

 

Vielleicht bemerken Sie Nervosität.

 

Vielleicht Anspannung.

 

Vielleicht Unsicherheit.

 

Versuchen Sie nicht, diese Gefühle sofort zu verändern.

 

Nehmen Sie sie einfach wahr.

 

Wenn Ihnen das schwerfällt, sind Sie damit nicht allein.

 

Viele Menschen mit Englischangst stellen fest, dass sie ihre Aufmerksamkeit automatisch nach außen richten — auf andere Menschen, mögliche Fehler oder die Frage, wie sie wirken.

 

Der Kontakt zu sich selbst fühlt sich dann oft ungewohnt an und entwickelt sich meist erst nach und nach.

 

Manche Menschen erleben bereits dadurch eine kleine Veränderung.

 

Denn ihre Aufmerksamkeit kehrt zurück zu dem Menschen, der spricht — statt ausschließlich bei den Menschen zu bleiben, die zuhören.

Warum das hilfreich sein kann

Viele Menschen mit Englischangst kämpfen nicht nur mit der Sprache.

 

Sie kämpfen gleichzeitig mit ihrer eigenen Selbstkritik.

 

Deshalb entsteht häufig ein Gefühl, ständig beobachtet und bewertet zu werden.

 

Der Kontakt zu sich selbst kann helfen, diesen inneren Druck etwas zu verringern.

 

Nicht weil die Situation verschwindet.

 

Sondern weil man sich selbst in der Situation wieder begleitet.

Es geht nicht darum, die anderen auszublenden

Beim Englisch sprechen geht es nicht darum, andere Menschen zu ignorieren.

 

Es geht auch nicht darum, sich zurückzuziehen.

 

Vielmehr geht es darum, die Aufmerksamkeit wieder etwas ausgewogener zu verteilen.

 

Ein Teil darf beim Gespräch sein.

 

Und ein Teil darf bei Ihnen bleiben.

 

Für viele Menschen beginnt genau dort eine neue Erfahrung:

 

Sie sprechen nicht perfekt.

 

Aber sie verlieren sich nicht mehr vollständig im Blick der anderen.

 

Für viele Menschen besteht die eigentliche Veränderung nicht darin, perfekter Englisch zu sprechen, sondern darin, sich selbst in solchen Situationen besser begleiten zu können.


Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, welche Erfahrungen und inneren Muster bei Englischangst eine Rolle spielen können, finden Sie hier weitere Informationen: