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Wie sich Englisch Hemmungen von Eltern auf Kinder übertragen können

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Starke Hemmungen, Englisch zu reden, basieren oft auf unbewussten negativen Glaubenssätzen, die sich von Eltern auf ihre Kinder übertragen können. Wie das passiert, lesen Sie hier:

Was sind Glaubenssätze?

Als Glaubenssätze bezeichnet man in der Psychologie tiefe Überzeugungen, die ein Mensch von sich selbst, von anderen Menschen und von der Welt generell hat. Diese Glaubenssätze erwirbt man meist während der Kindheit, und zwar indem Eltern ihren Kindern die eigenen Glaubenssätze vermitteln. Glaubenssätze sind wichtig, um im Leben bestehen zu können, denn sie liefern uns eine Art "Koordinatensystem", indem wir uns so verhalten können, dass wir uns sicher fühlen. Es gibt positive Glaubenssätze (z.B. "Ich bin intelligent"), aber auch negative und einschränkende Glaubenssätze (z.B. "Ich muss mich anstrengen, um akzeptiert zu werden"). Jeder Mensch entwickelt seine ganz eigenen, individuellen Glaubenssätze im Laufe seines Lebens. Dabei sind den meisten Menschen ihre Glaubenssätze nicht bewusst - dennoch funktionieren sie nach diesen Glaubenssätzen, die quasi wie ein "Programm" in uns laufen und unser Denken, Fühlen und Verhalten steuern. Aufgrund dieser unbewussten Programmierungen können auch bestimmte Hemmungen von Eltern auf ihre Kinder übertragen werden, wie ich nachfolgend am Beispiel von Englisch Hemmungen darstellen möchte:

Wie sich Englisch Hemmungen von Eltern auf die eigenen Kinder übertragen:

Hat ein Elternteil starke Hemmungen, Englisch zu sprechen und vermeidet die Sprache, um sich nicht zu blamieren, dann basiert eine solche Hemmung immer auf einem einschränkenden Glaubenssatz. Welcher Glaubenssatz das im Einzelfall ist, lässt sich nicht pauschal sagen, Beispiele für solche Glaubenssätze sind jedoch:

  • "Ich werde nicht ernstgenommen, wenn ich nicht fließend spreche"
  • "Die Kommunikation wird nicht klappen, wenn ich Englisch Fehler mache"
  • "Ich bekomme nicht das, was ich will, wenn ich nicht perfektes Englisch spreche"
  • "Andere Menschen können mich manipulieren, wenn ich die Sprache nicht perfekt beherrsche"

Es gibt unzählige solcher Beispiel für negative Glaubenssätze und jeder Mensch mit einer Englisch Blockade hat seinen ganz eigenen, aus seinem Leben entstandenen Glaubenssatz, der ihn am freien Sprechen hindert. Der Grund, warum Glaubenssätze so mächtig sind und den Sprachfluß quasi zum Erliegen bringen können, ist der, dass ein Glaubenssatz während der Kindheit in uns angelegt wird und dadurch mehr als Gefühl gespeichert ist. Dadurch ist ihm mit Logik nicht beizukommen. Oft braucht es die Hilfe eines erfahrenen Therpeuten, um die Glaubenssätze zu identifizieren, die einen im Leben am Weiterkommen hindern. Eltern können unbewusste Glaubenssätze an ihre Kinder übertragen, indem sie - ohne es zu merken - durch ihr Handeln, ihre Kommunikation und ihre emotionale Reaktion auf bestimmte Situationen ihrem Kind dasselbe Gefühl geben, dass bei ihnen selbst zur Sprechblockade geführt hat. Am Beispiel des Glaubenssatzes "Ich werde nicht ernstgenommen, wenn ich nicht fließend spreche" möchte ich diese unbewusste Übertragung von Eltern auf ihre Kinder erläutern:

Beispiel: "Ich werde nicht ernstgenommen, wenn ich nicht fliessend spreche"

Hat ein Elternteil diesen Glaubenssatz von klein auf vermittelt bekommen, zum Beispiel aufgrund dessen, dass in der Ursprungsfamilie das kleinste Geschwisterkind aufgrund seiner mangelnden Sprachfähigkeit am wenigsten ernstgenommen wurde, dann wird dieser Mensch später unbewusst die gleiche "Brille" aufsetzen, wenn es um seine eigenen Kinder geht. Meistens geht dieser Vorgang jedoch komplett unbemerkt vonstatten. Oft nehmen sich Eltern sogar vor, genau das Gegenteil zu machen, zum Beispiel, indem sie gerade das Kind besonders ernst nehmen, das noch nicht so gut sprechen kann. Aber egal wie man als Elternteil sein Verhalten ausrichtet, die eigenen Glaubenssätze machen einem meist einen Strich durch die Rechnung. Wenn ein Vater zum Beispiel seinem jüngsten Kind besonders viel Aufmerksamkeit schenkt, um zu vermeiden, dass es sich nicht ernstgenommen fühlt, dann bewirkt er oft, ohne es zu merken, das Gegenteil. Obwohl seine Intention gut ist, ist sein Fokus auf einem Mangel in seinem Kind ausgerichtet, und er versucht, diesen Mangel zu kaschieren oder auszugleichen. Kinder haben jedoch ein ausgesprochen gutes Gespür für den jeweiligen mentalen Fokus der Eltern und sie sind sehr gut darin, aus diesem mentalen Fokus ihre eigenen Glaubenssätze (vor allem über ihre eigene Person) abzuleiten. Was der 'mentale Fokus' bei Eltern genau bedeutet, erkläre ich im folgenden Abschnitt:

Warum der mentale Fokus bei Eltern so wichtig ist

Kinder reagieren weniger auf Worte und mehr auf Gefühle der Eltern. Wenn ein Elternteil etwas sagt, wird ein Kind immer auch emotional 'hören'. Das bedeutet, dass die emotionale Botschaft vom Kind immer mit empfangen wird. Stimmen Worte und Emotion der Eltern nicht überein, wird das Kind zunächst verwirrt sein und in den meisten Fällen der Emotion mehr Gewicht verleihen, weil Kinder überwiegend emotional kommunizieren und erst später lernen, Worten mehr Bedeutung zu schenken. Wenn nun ein Elternteil nicht gerne Englisch spricht und nun das eigene Kind mit Englisch in der Schule konfrontiert ist, wird der Elternteil mit einem Konflikt in sich selbst konfrontiert. In den allermeisten Fällen wird das Elternteil mit Besorgnis auf das Kind schauen, in der Hoffnung, dass es die Hemmung nicht 'geerbt' hat. Und genau da liegt das Problem: Der mentale Fokus des Elternteils lautet: "Mein Kind ist in Gefahr" (ausgelacht zu werden, zu scheitern, etc.). Um dem eigenen Kind zu helfen, müsste das Elternteil seinen Fokus jedoch etwa wie folgt ausrichten:

  • "Ich weiß, mein Kind schafft das!"
  • "Mein Kind ist mutiger/schlauer/kreativer als ich!"
  • "Ich freue mich darauf, zukünftig von meinem Kind zu lernen, wie man fließend Englisch spricht"
  • "Mein Kind ist selbstbewusst!"
  • "Mein Kind fühlt sich bedingungslos geliebt und darf sich Fehler erlauben, ohne sich zu schämen"
  • "Mein Kind hat Spaß am Englisch lernen!"

Schafft man es als Elternteil, solche Sätze tatsächlich auch zu glauben (denn da liegt der springende Punkt!), dann wird das eigene Kind vermutlich keinerlei Probleme mit Englisch haben. Denn Kinder spüren genau, wie ihre Eltern über sie denken. Und daraus leiten sie ihre Identität und ihr Selbstvertrauen ab. Das Beste, was Sie ihrem Kind geben können, ist ein positiver, zutrauender und liebevoller mentaler Fokus, denn dann wird Ihr Kind immer das Gefühl haben, dass es alles schaffen kann. Und dann schafft man auch wirklich fast alles im Leben, denn wer an sich glaubt, wird alles erreichen - nichts ist wichtiger im Leben als dieser Glaube an sich selbst und an die eigenen Fähigkeiten.

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Über mich:

Ich bin Natalie Marby und ich arbeite therapeutisch mit Menschen, die an starken Englisch Blockaden leiden. Mehr zu meiner Arbeit erfahren Sie hier: Therapie bei Fremdsprachenangst

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