Lesen Sie hier den Erfahrungsbericht von Markus H., Zahnarzt, der sich viele Jahre lang schwer damit tat, Englisch vor anderen Menschen zu sprechen.
"Ich schämte mich, Englisch zu sprechen"
„Ich betreibe eine kleine Zahnarztpraxis in einem Vorort von Hamburg. Dorthin verirren sich normalerweise keine englischsprachigen Patienten, aber im Sommer 2012 sagte meine Assistentin plötzlich diesen einen, entscheidenden Satz: „In der Zwei sitzt einer, der spricht nur Englisch“.
Mir rutschte das Herz in die Hose und ich dachte nur: Hilfe! Ich hatte seit der Schule kein Englisch mehr gesprochen, im Studium habe ich mich irgendwie durchgemogelt. Ich mochte Englisch absolut nicht und ich war so sehr aus der Übung, dass ich mich total unter Druck fühlte, bis hin zur kompletten Blockade. Hinzu kam, dass ich in der Praxis ja der Chef bin und meine überwiegend jungen Angestellten mit Englisch kein Problem haben. Ich schämte mich zutiefst.
Ich ging aber tapfer in den Behandlungsraum und befürchtete das Schlimmste. Der Patient war Brasilianer, ein freundlicher, offener Mann, der ganz bestimmt nicht erwartete, dass ich perfektes Englisch sprach. Ich war aber so verkrampft, dass ich auf ihn sehr unfreundlich gewirkt haben musste. Ich habe gar nicht mehr auf ihn geachtet, nur auf mich und mein miserables Englisch. Im Nachhinein weiss ich, dass ein Lächeln und ein paar Handzeichen vielleicht gereicht hätten, um mit ihm zu kommunizieren – vielleicht wäre mir sogar das eine oder andere englische Wort wieder eingefallen.
So aber gestaltete sich unser erstes Zusammentreffen für mich zu einem sehr peinlichen und für ihn wahrscheinlich zu einem sehr befremdlichen Moment. Trotzdem gelang es mir, ihn zu behandeln und er kam sogar wieder.
Ich dachte damals allen Ernstes, dass er wegen meines schlechten Schulenglisches nicht mehr wiederkommen würde. Nach diesem Erlebnis machte ich mich auf die Suche nach einer Lösung für dieses Problem, ich wollte das nicht mehr hinnehmen. Im Internet fand ich die Seite von Natalie Marby, die mit ihrem Konzept zur Überwindung von Fremdsprachenangst genau das anbot, was ich suchte, denn ich wusste instinktiv, dass ein einfacher Sprachkurs meine tiefe Blockade nicht lösen würde.
In der Therapie bei Frau Marby habe ich gelernt, meiner Inuition mehr zu vertrauen und auf die Körpersprache, Gestik und Mimik anderer zu achten, um nicht nur mit Worten zu kommunizieren, sondern auch nonverbale Signale zu verstehen. Es gab einige tiefgreifende Erlebnisse in meinem Leben, die dazu geführt haben, dass ich in stressigen Situationen kognitiv blockiere und aus dem Kontakt mit anderen Menschen unbewusst herausgehe.
Ich habe durch die Therapie gelernt, dass ich von englischsprachigen Situationen getriggert werde und dass alte, unbewusste und schmerzhafte Erfahrungen aus meiner Kindheit plötzlich wieder nach oben kommen.
Als Mediziner war es für mich am Anfang ungewohnt, mich auf eine Psychotherapie einzulassen. Rückblickend hat mir die Arbeit geholfen, die Hintergründe meiner Angst besser zu verstehen und mit Englischsituationen entspannter umzugehen. Heute fühle ich mich deutlich sicherer und kann besser damit umgehen, wenn mir einmal ein Wort fehlt oder etwas nicht perfekt läuft."
Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen:
