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Warum wir es uns beim Englischsprechen oft schwerer machen, als nötig

Viele Menschen kennen eine Situation wie diese:

 

Sie sind nicht vorbereitet.

 

Jemand spricht Sie plötzlich auf Englisch an.

 

Oder ein neuer Kollege wird vorgestellt.

 

Oder in einem Meeting wechselt das Gespräch unerwartet ins Englische.

 

Und innerhalb weniger Sekunden entsteht Druck.

 

Nicht unbedingt von außen.

 

Sondern im Inneren.

Der eigentliche Stress entsteht oft nicht durch Englisch

Was viele Menschen überrascht:

 

Oft ist nicht die Sprache selbst das größte Problem.

 

Sondern das, was in den wenigen Sekunden danach passiert.

 

Gedanken tauchen auf:

 

„Ich muss jetzt sofort etwas Kluges sagen.“

 

„Ich darf nicht stocken.“

 

„Ich muss kompetent wirken.“

 

„Die anderen merken sonst, dass mein Englisch nicht gut genug ist.“

 

Innerhalb kürzester Zeit entsteht ein Anspruch, der deutlich höher ist als die Situation selbst.

Die Situation ist oft einfacher als die innere Reaktion

Wenn wir Menschen in ihrer Muttersprache begegnen, erwarten wir selten Perfektion.

 

Wir freuen uns über Freundlichkeit.

 

Über Interesse.

 

Über einen echten Kontakt.

 

Interessanterweise vergessen viele Menschen genau das, sobald sie selbst Englisch sprechen.

 

Dann wird aus einer einfachen Begegnung plötzlich eine Prüfung.

Manchmal hilft es, zuerst langsamer zu werden

Wer sich unter Druck fühlt, versucht oft, schneller zu denken.

 

Schneller zu reagieren.

 

Schneller die richtigen Worte zu finden.

 

Doch oft entsteht dadurch noch mehr Anspannung.

 

Manchmal hilft das Gegenteil:

 

Ein Atemzug.

 

Ein kurzer Moment des Ankommens.

 

Ein freundlicher Blick.

 

Ein einfaches „Hello“.

 

Nicht als Technik.

 

Sondern als Erinnerung daran, dass man bereits in Kontakt ist, bevor der perfekte Satz gefunden wurde.

Einfache Sprache ist oft ausreichend

Viele Menschen warten innerlich auf den perfekten Satz.

 

Dabei entstehen die meisten Gespräche aus etwas viel Einfacherem:

 

Einer Begrüßung.

 

Einer Frage.

 

Einem ehrlichen Interesse am Gegenüber.

 

Kommunikation besteht nicht nur aus Wortschatz und Grammatik.

 

Sie besteht auch aus Präsenz.

Die Verbindung ist wichtiger als die perfekte Formulierung

Wer Angst vor Englisch hat, richtet seine Aufmerksamkeit oft auf das, was fehlen könnte:

 

das richtige Wort,

 

die richtige Zeitform,

 

die perfekte Antwort.

 

Doch der andere Mensch erlebt meist etwas ganz anderes.

 

Er erlebt, ob jemand offen ist.

 

Ob jemand zuhört.

 

Ob jemand versucht, in Kontakt zu treten.

 

Das bedeutet nicht, dass Sprache unwichtig wäre.

 

Aber viele Menschen tragen beim Englischsprechen deutlich mehr Last, als die Situation eigentlich verlangt.

 

Vielleicht beginnt Veränderung manchmal genau dort:

 

Nicht indem man mehr leistet.

 

Sondern indem man aufhört, jede Begegnung zu einer Prüfung zu machen.


Wenn Sie mehr über die möglichen Hintergründe von Englischangst (Angst, Englisch zu sprechen) erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen: