3 familiäre Ursachen für die Angst, eine Fremdsprache zu sprechen

Fremdsprachenangst wird meist durch negative Kindheitserlebnisse verursacht. In diesem Artikel stelle ich Ihnen die drei häufigsten familiären Verursacher vor:

#1: Unklare Kommunikation in der Familie

Wenn man als Kind das Gefühl hatte, das man sich sehr anstrengen musste, um in der Familie überhaupt wahrgenommen zu werden, dann kann dieses Gefühl später beim Sprechen einer Fremdsprache als Erinnerung wieder auftauchen. Eine fremde Sprache lässt jeden Menschen sich mehr oder weniger "klein", "dumm" oder "hilflos" fühlen. Manche Menschen kommen mit diesem unsicheren Gefühl gut zurecht, andere werden (unbewusst) von tiefsitzenden Erinnerungen aus der Kindheit übermannt und vermeiden dann die fremde Sprache, wo es nur geht. War die Kommunikation in der Ursprungsfamilie unklar, dann wird die fremde Sprache genau die Gefühle wieder aktivieren, die man als Kind bezüglich dieser schlechten Kommunikationskultur hatte. Das kann zum Beispiel eine generelle Unsicherheit bezüglich der eigenen Person, der eigenen Fähigkeiten oder ein Infragestellen von zwischenmenschlichen Beziehungen nach sich ziehen. Diesen Menschen fällt es sehr schwer, eine Fremdsprache zu sprechen - hier kann eine Therapie helfen, die alte Unsicherheit zu überwinden.

 

#2: Überforderung als Kind

Wenn Eltern schon sehr früh sehr viel von einem Kind erwarten, entsteht im Kind das Gefühl, sich keine Fehler erlauben zu dürfen. Die hohen Erwartungen der Eltern müssen erfüllt werden und unbewusst ist dies an die elterliche Liebe gekoppelt. Enttäuscht man die Eltern, wird man nicht geliebt. Solche Menschen werden später zu Perfektionisten und sie führen den Erwartungsdruck der Eltern fort, indem sie sich selbst massiv unter Druck setzen und sehr hohe Erwartungen an sich selbst stellen. Eine Fremdsprache ist für solche Menschen oft eine Katastrophe, denn es weckt unbewusst das Gefühl, sich unglaublich für etwas anstrengen zu müssen, um geliebt und akzeptiert zu werden. Diese Menschen haben dann zum Beispiel sehr grosse Angst, aufgrund ihres "schlechten" Englisches ihren Job zu verlieren oder zur generellen englischsprachigen Unternehmenskultur nicht dazu zu gehören. Eine Hilfe kann dann sein, den eigenen Wert nicht über Leistung zu definieren - hierbei kann es sinnvoll, sein sich professionelle psychologische Unterstützung zu suchen.

 

#3: Machtkämpfe innerhalb der Familie

In Familien, in denen bewusst oder unbewusst grosse Machtkämpfe stattfinden, entwickeln Kinder oft die Fähigkeit, ihre Emotionen zu verbergen. Das Zeigen von Emotionen macht manipulierbar, daher werden Gefühle nicht vor den Eltern oder den Geschwistern zur Schau getragen, um sich nicht verletzbar oder bedürftig zu zeigen. Wenn ein solcher Mensch später als Erwachsener eine Fremdsprache sprechen soll, hat er das Gefühl, zu viel zu zeigen, denn die fremde Sprache macht vieles sichtbarer, was man in der Muttersprache gut verbergen kann. Dies kann unbewusst das Bedürfnis wecken, die Fremdsprache zu vermeiden, wo es nur geht. Vor allem im beruflichen Umfeld, das aus psychologischer Sicht oft eine Art Wiederholung der Situation aus der Ursprungsfamilie darstellt, fühlen sich solche Menschen dann extrem unsicher, was sogar bis zur Entwicklung von Angst oder Panik führen kann. Auch hier kann eine Therapie helfen, die Angstgefühle zunächst zu verstehen und dann zu lösen.

 

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie von tiefsitzenden Ängsten bezüglich einer Fremdsprache, z.B. Englisch, beherrscht werden und dadurch Schwierigkeiten haben, die Sprache zu lernen oder anzuwenden, dann kann Ihnen vielleicht meine spezielle Therapie helfen, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf, wenn Sie Interesse an einem Probetermin haben.

 

Hier finden Sie weitere Informationen: Therapie bei Englischangst.

 

Zum Weiterlesen: Englisch Sprachbarriere: Wurzel ist oft die Geschwister-Rangfolge.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0