Englisch Sprachbarriere: Wurzel ist oft die Geschwister-Rangfolge

Ob man Erstgeborener, "Sandwich-Kind" oder Nesthäkchen ist, hat oft einen entscheidenden Einfluss darauf, wie man sich später in einer Fremdsprache fühlt. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Artikel:

 

Erstgeborene sind Perfektionisten

Als Erstgeborener wird man von den Eltern oft schon früh mit der Verantwortung für die jüngeren Geschwister beaufragt. Oft sind Erstgeborene eine Art "Lehrer" für die jüngeren Geschwister, die den grossen Bruder oder die grosse Schwester kopieren. Sprachlich hat man als Erstgeborener seinen Geschwistern immer etwas voraus, deshalb sind diese Menschen oft sehr selbstbewusst, was Sprache angeht. Meist sind sie auch recht geschickt in ihrer Rhetorik. Das Problem bei Erstgeborenen ist jedoch, dass Eltern bei ihrem ersten Kind sehr hohe Erwartungen haben und ihm sehr viel Aufmerksamkeit schenken. Dadurch entsteht der lebenslange Druck, "perfekt" sein zu müssen. Somit kann die Tatsache, dass man ein erstgeborenes Kind ist, dazu führen, dass man eine Englisch Sprachbarriere entwickelt, weil einem der eigene Perfektionsdrang im Weg steht. Wenn Sie mehr zu diesem Thema lesen möchten, empfehle ich Ihnen folgenden Artikel: Die 5 häufigsten Ursachen von Englisch Hemmungen

 

"Sandwich-Kinder" tarnen sich oft als faul

Als mittleres Kind hat man das Gefühl, an das erstgeborene Geschwisterkind nicht heranreichen zu können. Aus Gegenwehr und um sich irgendwie zu profilieren, entwickeln Sandwich-Kinder dann oft eine (konstruierte) Faulheit. Damit stechen sie zumindest hervor und bekommen Aufmerksamkeit von den Eltern - wenn auch negativer Art. Diese Menschen entwickelt später das Gefühl, dass sie für Dinge, die sie nicht so gut können, einfach zu faul sind. Sie haben den Glaubenssatz "Du bist faul" absolut verinnerlicht. Gleichzeitig sind sie aber sehr kreativ und von einem klassischen Unterricht beispielsweise sehr schnell gelangweilt. Bei diesen Menschen ist es wichtig, zu verdeutlichen, dass sie nicht faul sind, sondern dass sie ihre Kreativität mehr nutzen sollten. Wenn Sandwich-Kinder mit einer Englischblockade zu mir kommen, fordere ich sie meist auf, "mal so richtig faul zu sein", um so ihre kreative Seite zu aktivieren. Sandwich Kinder blockieren auf Englisch, weil sie sich tief im Inneren langweilen - zumindest ist das die Erfahrung aus meiner Praxis.

 

Nesthäkchen wollen verstanden werden

Als Kleinster in der Familie hat man immer das Problem, sich nicht so gut ausdrücken zu können, wie der Rest der Familie. Man wird vielleicht nicht richtig ernst genommen oder schnell übergangen, weil man nicht schnell genug die richtigen Worte findet. Für Nesthäkchen ist die Zeit der Spracherlernung sehr frustrierend und sie wollen dorthin nicht zurückkehren. Eine fremde Sprache konfrontiert diese Menschen aber mit genau diesem Gefühl des nicht-schnell-genug-seins und der fehlenden Worte. Besonders schlimm ist meiner Erfahrung nach für diese Menschen die Vorstellung, nicht verstanden (und dann abgelehnt) zu werden. Aus diesen Befürchtungen kann sich eine Englischangst oder eine Sprachbarriere entwickeln. Damit schützen sich diese Menschen unbewusst davor, wieder in die Situation des sich-klein-fühlens und der Unwissenheit zu kommen.

 

Wenn Sie an Englisch Angst, Sprachblockaden oder Panikattacken leiden, sobald Sie Englisch sprechen, lohnt es sich, familiäre Konstellationen als Ursache in Betracht zu ziehen. Auch wenn die Blockade gross ist, lässt sie sich meist in wenigen Sitzungen beheben. Ich arbeite als Therapeutin mit Menschen, die starke Englischängste haben - kontaktieren Sie mich bei Bedarf gern! Hier finden Sie weitere Infos: Therapie bei Englischangst.

 

Zum Weiterlesen: Xenoglossophobie, die Angst vor der Fremdsprache - und wie eine Kurztherapie helfen kann.

 

Ich schreibe regelmässig über das Thema Psychotherapie & Fremdsprache, hier können Sie meinen Blog abonnieren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0