Angst, auf Englisch was Falsches zu sagen: Dahinter stecken 3 unbewusste Wünsche

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Menschen, die Angst haben, Englisch zu sprechen, weil sie Angst haben, Fehler zu machen, haben im Grunde 3 unbewusste Wünsche (der dritte ist der wichtigste!) Lesen Sie hier mehr:

Wunsch Nr. 1: Bedürfnis nach Zugehörigkeit

Englisch zu sprechen und dabei Fehler zu machen, bedeutet demnach, "nicht zur Gruppe dazuzugehören". Ein Mensch, der Angst vor Englisch hat, glaubt, dass in der Gruppe (Kollegenkreis, Freundeskreis oder auch in einem Einzelgespräch) der andere perfekt Englisch spricht, nur man selber nicht. Der Betroffene glaubt, dass seine englischen Fehler ihn als jemanden "enttarnen", der es nicht wert ist, dazuzugehören. Dieser Wunsch spricht einen Urinstinkt und eine soziale Überlebensstrategie an, deshalb ist er so mächtig: Wir wollen zu bestimmten Gruppen dazugehören, um uns sicher zu fühlen.

 

Wunsch Nr. 2.: Bedürfnis nach Wertschätzung

Es ist einer der wichtigsten Gründe für Burn-Out: Mangelnde Wertschätzung. Wenn diese z.B. im Job fehlt, fühlt ein Mensch sich existentiell bedroht, denn auch dieser Wunsch rührt von einem Urinstinkt her: Wir alle wollen bestimmte Aufgaben erfüllen, um zur sozialen Herde dazuzugehören. Erfüllt jemand seine Aufgabe nicht, kommt das einer Ausstossung gleich und führt zu einer tiefen Verunsicherung und im schlimmsten Fall zu Krankheit. Weil Englisch sprechen heute quasi vorausgesetzt wird, ist "schlechtes Englisch" in den Augen von jemandem mit Englischangst ein Grund, ausgegrenzt zu werden und stellt damit unbewusst eine grosse soziale Gefahr dar.

 

Wunsch Nr. 3: Selbstverwirklichung

Einer der Hauptgründe für Englischangst ist der Wunsch nach Selbstverwirklichung, und zwar aus dem folgenden Grund: Ein Mensch will sich entfalten können, z.B. durch Kommunikation, Kreativität und dem Knüpfen von sozialen Kontakten. Englisch schränkt den Menschen zunächst sehr ein: Er kann nicht so, wie sonst. Ein ansonsten sehr redefreudiger Mensch wird in Englisch vielleicht stiller und ein sehr dominanter Mensch wird womöglich zurückhaltender. Durch perfektes, fehlerfreies Englisch versuchen diese Menschen, ihre Selbstentfaltung auch in Englisch voranzutreiben. Frei nach dem Motto: Wenn ich das Werkzeug (Sprache) perfekt beherrsche, kann ich genauso verfahren, wie in Deutsch. Das funktioniert nur leider in der Praxis höchst selten, weil eine Fremdsprache uns automatisch anders fühlen und denken lässt, als die Muttersprache. Menschen, die grosse Angst haben, auf Englisch Fehler zu machen, haben somit im Grunde Angst davor, ihren Selbstverwirklichungstrieb in der Fremdsprache nicht voll ausleben zu können. Die Lösung liegt darin, einen anderen Weg für die Selbstverwirklichung zu finden. Das kann eine kreative Herausforderung sein, aber es lohnt sich, denn das ist so, als ob man bereits ein Meisterkoch war und dann gezwungen wird, wieder mit ganz wenigen und einfachen Mitteln zu kochen. Daraus können ganz neue Gerichte entstehen - und in Englisch dann ein ganz neues Kommunikationsverhalten, das einem interessanterweise im Deutschen dann wieder zugute kommt.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby und ich arbeite therapeutisch mit Menschen, die Angst haben, Englisch zu sprachen (auch online). Wenn Sie mehr erfahren wollen, dann klicken Sie hier: Therapie bei Angst vor Englisch.

 

Zum Weiterlesen: Blockade, auf Englisch zu sprechen - wieso gibt es das überhaupt?

 

Ich schreibe regelmässig über das Thema Psychotherapie & Fremdsprache, hier können Sie meinen Blog abonnieren.