"Ich kann keine englischen Sätze bilden": Warum ein Sprachkurs im Ausland oft nichts bringt

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Sie überlegen, 3 Wochen in England oder Amerika zu verbringen, um die Sprache endlich fliessend sprechen zu können? Oft verstärken solche Auslandsaufenthalte aber bereits bestehende Englisch Blockaden. Warum, lesen Sie hier:

Der Druck verdoppelt sich nach der Rückkehr

"Jetzt warst du ja im Ausland, dann zeigt doch mal, wie gut dein Englisch ist" - so oder so ähnlich wird man oft von seinen Kollegen, Freunden oder Familienangehörigen empfangen, wenn man wieder in Deutschland ist. Hatte man bereits vorher eine Fremdsprachenblockade, kann die Angst, Englisch zu sprechen nach der Rückkehr sogar noch größer sein. Denn es geht bei Englisch Redeproblemen meist nicht um Englisch, sondern um das darunter liegende Gefühl, das sich in der Fremdsprache nur einen Ausdruck verschafft. (Wenn diese Information neu für Sie ist, dann lesen Sie am besten diesen Artikel von mir: Wie entsteht eine Barriere, Englisch zu sprechen?)

 

Was man im Ausland konnte, ist plötzlich nicht mehr da

Diese Erfahrung kann für Betroffene richtig schlimm sein, denn wenn sie nicht wissen, dass es sich um ein psychisches Problem handelt, geben sie sich selbst nun noch mehr die Schuld für ihre eigene "Dummheit". Das kann fatale Folgen haben. Menschen, die Kosten und Mühen auf sich nahmen, um Englisch im Ausland zu lernen und denen dann später in Deutschland keine Vokabel mehr einfällt, stehen oft beruflich oder privat mit dem Rücken zur Wand. Der Auslandsaufenthalt war meist die letzte Hoffnung und diese Menschen wissen dann nicht mehr weiter und verzweifeln oft komplett.

 

Vorsicht bei vom Arbeitgeber finanzierten Sprachreisen

Ich rate davon ab, sich vom Arbeitgeber den Auslandssprachkurs finanzieren zu lassen, wenn Angst oder sehr starke Hemmungen bestehen, Englisch zu sprechen. Der Grund dafür ist, dass man bei der Rückkehr einem sehr hohen Erwartungsdruck ausgesetzt ist. Menschen, die unter Fremdsprachenangst leiden, können mit einem solchen Druck überhaupt nicht umgehen, selbst wenn sie im Ausland erfolgreich den Sprachkurs absolviert haben. Allein der Druck genügt, um die Fremdsprachenbarriere sozusagen wieder neu zu implementieren - und der Auslandsaufenthalt scheint dadurch umsonst gewesen zu sein. Oft ist die Enttäuschung auf beiden Seiten riesengross und kann den Betroffenen damit erneut sehr verletzen oder sogar retraumatisieren. Für Unternehmen ist es aus meiner Sicht oft besser, Mitarbeitern eine therapeutische Begleitung zu finanzieren, wenn unerklärbare Fremdsprachenbarrieren vorliegen, als sie ins Ausland zu schicken.

 

Zu mir: Ich bin Natalie Marby, Therapeutin mit dem Schwerpunkt Englischangst und Englischphobie. Ich arbeite mit Menschen in ganz Deutschland und auch im Ausland über das Telefon (was sehr gut funktioniert). Hier erfahren Sie mehr: Therapie bei Englisch Redeangst.

 

Zum Weiterlesen: "Xenoglossophobie" - wie eine Therapie helfen kann, Fremdsprachenangst abzubauen.

 

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