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Business Englisch für Firmen: So haben Mitarbeiter Spaß daran

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Die folgenden vier Dinge sind aus meiner Sicht wichtig, damit Mitarbeiter von einem Business Englisch Kurs nicht nur profitieren, sondern auch Spaß an der englischen Sprache entwickeln und diese kreativ einsetzen:

1. Ein Englisch Coach, der auch Deutsch versteht

Das ist aus folgendem Grund so wichtig: Wenn Sie einen Englisch Coach engagieren, der zwar Englisch Muttersprachler ist, aber kein Deutsch versteht und auch kein Deutsch spricht, sitzen Ihre Mitarbeiter buchstäblich in der Falle. Einige Sprachenschulen sehen dies als Vorteil, ich bin jedoch der Ansicht, dass dies - gerade für Gruppenkurse - absolut kontraproduktiv ist. Denn stellen Sie sich einmal vor, Sie sitzen mit Ihren Kollegen in einem Englischkurs und alle scheinen den Lehrer gut zu verstehen. Nur Sie nicht. Nun sind Sie an der Reihe, etwas sagen zu müssen und Sie verstehen den Lehrer einfach nicht. Das kann sehr viel Schamgefühle und Widerstand wecken. Ein Teilnehmer sollte immer die Möglichkeit haben, kurz auf Deutsch ausweichen zu können, damit er sich während des Kurses nicht wie ein Schulkind fühlen muss. 

2. Kreative Unterrichtsmethoden

Die meisten firmeninternen Englischkurse sind nicht wirklich kreativ. Dabei hätten das die meisten Mitarbeiter dringend nötig, denn wenn man sowieso schon acht oder neun Stunden am Tag linear und strukturiert denken muss, kann eine kreative Englisch Stunde wahre Wunder bewirken. Hier ein Beispiel dafür, was ich mit "kreativen Unterrichtsmethoden" meine:

 

Beispiel: Verhandlungssicheres Englisch

Die meisten Sprachkurse führen hier Rollenspiele ein. Ein Mitarbeiter spielt den Vertriebler, der andere spielt den Kunden. In diesem Beispiel wird der Mitarbeiter, der den Vertriebsjob spielt, sich einfach nur limitiert fühlen, denn wenn man plötzlich auf Englisch verhandeln soll, merkt man schnell, wieviel einem noch fehlt, um genauso sicher wie auf Deutsch zu sein. Eine kreative Methode, um Englisch verhandlungssicher zu sprechen, könnte dagegen wie folgt aussehen: 

 

Kreative Methode: Verhandlungssicheres Englisch

Eine kreative Übung könnte darin bestehen, dass zunächst ein Mitarbeiter versucht, einem anderen Mitarbeiter etwas auf Deutsch zu verkaufen. Das kann humorvoll ablaufen, wie zum Beispiel indem er versucht, ihm seine Mittagspause zu verkaufen oder seinen Urlaub. Die anderen Teilnehmer sind aufgefordert, während des Gesprächs so viele deutsche Ausdrücke wie möglich auf Karten zu notieren, die sie als typische Verhandlungsfloskeln identifizieren können. Beispiele hierfür sind:

  • "Haben Sie denn schon (dieses Jahr Urlaub gemacht)?"
  • "Was halten Sie von der Idee, ...?"
  • ""Könnten Sie sich vorstellen,...?"
  • "Ich hätte da ein besonders Angebot für Sie"
  • "Nein danke, kein Interesse"
  • "Lassen Sie mich vielleicht noch folgendes erklären"
  • "Der besondere Vorteil für Sie liegt darin, dass..."
  • "Und was habe ich davon?"

Und so weiter. Nun geht der Englisch Coach daran, mit den Teilnehmern diese deutschen Floskeln ins Englisch zu übersetzen und wiederum auf Karten zu schreiben. Im Anschluss daran kann jeder Teilnehmer sich eine Karte nehmen und spontan eine englische Verhandlung mit einem anderen Teilnehmer beginnen, indem er bei dieser Karte ansetzt. Kreativ ist diese Übung deshalb, weil die Teilnehmer selbst etwas erschaffen, was sie dann im Anschluss lernen und üben können. Selbst erschaffene Themen und Inhalte sind um vieles wertvoller als Standardübungen, denn sie bleiben einfach besser hängen. Außerdem macht es mehr Spaß. Sehr wichtig ist dabei jedoch auch der folgende, dritte Punkt:

3. Ein Englisch Coach, der die kulturellen Gepflogenheiten der Deutschen versteht

Es reicht nicht, die englische Sprache nur zu sprechen oder zu verstehen. Das war in der Schule vielleicht ausreichend, um eine gute Note zu bekommen - im Job jedoch kommt es darauf an, die richtige Tonlage, die richtigen Worte und die richtigen Floskeln auf Englisch anzuwenden. Eine einzige falsche Antwort auf die Frage "How are you?" kann ein englisches Gespräch schon von Anfang an kippen lassen. Denn Deutsche wirken leider immer ein Spur unhöflich, wenn sie Englisch reden - dafür können sie nichts. Es liegt in der Natur der deutschen Sprache. Leider kommt dies bei englischsprachigen Menschen jedoch oft nicht positiv an, sondern wirkt distanziert und kühl. Ein Englisch Coach, der die deutsche Mentalität kennt, kann als Brücke fungieren und wertvolle Tipps geben. So können Ihre Mitarbeiter die englische Sprache nicht nur sprechen, sondern als echtes Kommunikationsinstrument nutzen. Um auf das Beispiel des verhandlungssicheres Englisch zurückzukommen: Wenn Mitarbeiter ihre deutschen Verhandlungsfloskeln 1:1 ins Englische übersetzen würden, käme dabei nichts Gutes heraus. Die oben beschriebene kreative Übung kann aus meiner Sicht nur von einem Englisch Coach durchgeführt werden, der das typische "Verhandlungsdeutsch" kennt und weiß, was damit gemeint ist, so dass er das entsprechende englische Äquivalent liefern kann. Nur so kann aus meiner Sicht ein Englischkurs nicht nur Spaß machen, sondern wirklich den Zweck erfüllen, Mitarbeitern ein Gefühl von Selbstbewusstsein zu geben, während sie Englisch sprechen.

4. Erfolgserlebnisse

Dieser Punkt wird ebenfalls in den meisten Business Englisch Kursen vernachlässigt: Menschen, die normalerweise Erfolg gewöhnt sind und diesen auch brauchen, um sich gut zu fühlen und den Spaß an der Sache nicht zu verlieren, werden sich unwohl fühlen, wenn sie plötzlich gefühlt wieder die Schulbank drücken müssen. Wenn der Englisch Coach mehr Lehrer als Coach ist, kommt schnell bei den Teilnehmern das Gefühl auf, "dumm" zu sein. Die englische Sprache (wie übrigens jede Fremdsprache) verstärkt dieses Gefühl, denn auf Englisch kann man sich nicht so gut ausdrücken und das erinnert an unsere Kindheit, als wir klein waren und unsere Muttersprache noch nicht so gut sprechen konnten. Außerdem haben wir damals die "Großen" noch nicht so gut verstanden - all diese Gefühle kann ein Sprachkurs reaktivieren, deshalb sollte ein Englisch Coach darauf achten, Mitarbeitern genügend Erfolgserlebnisse während des Kurses zu ermöglichen, so dass sie gar nicht erst in dieses Gefühl des "Dumm-seins" hineinkommen. Auch hier gibt es viele kreative Methoden, um diese Erfolgserlebnisse zu schaffen. Der Fokus muss immer darauf liegen, dass Mitarbeiter selbst etwas kreieren und nicht nur etwas nachreden oder auswendig lernen.

Zum Weiterlesen:

Über mich:

Ich bin Natalie Marby, zweisprachig (Englisch/Deutsch) und ich coache Menschen, die sich selbstbewusster beim Englisch sprechen fühlen wollen. Mehr zu meiner Arbeit erfahren Sie hier: Frei und selbstbewusst Englisch sprechen. 

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