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Verhandlungssicheres Englisch: Drei Tipps

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Emotionen können der größte Killer, aber auch das größte Potential beim Business English sein: Wenn einem die eigenen Emotionen in die Quere kommen, ist verhandlungssicheres Englisch fast unmöglich. Hier drei Tipps:

Tipp Nr. 1: Intention formulieren

Entscheiden Sie vor dem Gespräch, wie Sie sich während des Gesprächs fühlen möchten. Das kann zum Beispiel folgendes sein:

  • entspannt
  • erfolgreich
  • zuversichtlich
  • freudig
  • inspiriert

Formulieren Sie Ihre Intention zum Beispiel so:

  • "Ich möchte mich während des Gesprächs vollkommen entspannt fühlen"
  • "Ich will mich während dieses Gesprächs inspiriert fühlen"

Stellen Sie sich dann im nächsten Schritt vor, wie Sie sich entspannt fühlen oder inspiriert oder was auch immer Sie anstreben. Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit, um die vor Ihnen liegende Situation und vor allem das Gefühl, das Sie dabei haben wollen, zu visualisieren. Es wird dann im Gespräch für Sie leichter sein, dieses Gefühl herzustellen, denn Ihr Gehirn hat bereits vorher die entsprechenden "Pfade" gelegt. Das ist ungefähr so, wie bei einer Schneedecke: Wenn jemand für Sie einen Pfad gelegt hat, ist es für Sie leichter, dort entlang zu laufen. Sie würden nicht durch den tiefen Schnee stapfen, wenn es bereits einen fertigen, begehbaren Pfad für Sie gäbe. Genauso funktioniert auch unser emotionales Zentrum: Wenn Sie bestimmte positive "Gefühlspfade" bereits vor der Situation kreieren, wird Ihr Gehirn folgen und diese Gefühle für Sie herstellen. Zugegeben: Das ist eine sehr simple Darstellung, aber vielleicht hilft Ihnen dieses Bild, sich zum Visualisieren zu motivieren. Die meisten Menschen empfinden Visualisierungsübungen als unnötig und anstrengend, weil sie den Sinn dahinter nicht erkennen. Wenn man jedoch etwas nicht visualisiert, kann man es schlichtweg auch nicht erreichen.  

Tipp Nr. 2: Englische Sätze auswendig lernen und mit einem Gefühl koppeln

Nehmen wir einmal an, Ihr Gesprächspartner verhandelt unfair: In Ihnen wird vielleicht ein Gefühl von Protest aufkommen, oder auch Enttäuschung. Erstellen Sie eine Liste von Gefühlen, die Sie üblicherweise während Verhandlungen haben. Dies können zum Beispiel folgende sein:

  • Ärger
  • Überraschung
  • Vorsicht
  • Abwarten
  • Verwirrung
  • Aggression
  • Verbundenheit
  • Zufriedenheit
  • etc.

Jeder Mensch, der viel verhandelt, wird eine solche Liste für sich erstellen können. Im nächsten Schritt sollten Sie für jedes Gefühl einen passenden englischen Satz parat haben, den Sie vorher auswendig gelernt haben. Hier ein Beispiel:

  • Wenn Sie während des Verhandlungssgesprächs plötzlich Ärger spüren, können Sie folgenden englischen Satz sagen: "From my perspective, it's a little more complicated. Let me explain." (Deutsch: Aus meiner Sicht ist die Sache etwas komplizierter. Lassen Sie es mich Ihnen erklären)

Natürlich passt dieser Satz nicht zu jeder Situation, in der Sie Ärger empfinden - oft aber vermutlich schon. Um einen solchen Satz souverän und vor allem ruhig zu formulieren, müssen Sie Ihn vorher auswendig gelernt und mit dem Gefühl von Ärger gekoppelt haben. Dies ist ein guter Trick, um Verhandlungssicherheit beim Englisch sprechen aufzubauen, denn es sind genau diese Momente, wo einen die eigenen Emotionen überrollen, in denen das Englisch dann nicht mehr verhandlungssicher ist. Verhandlungssicheres Englisch ist eine Sache des Gefühls, nicht der Worte. Englische Vokabeln zu lernen bringt wenig, es sei denn, man koppelt sie mit einem Gefühl (Wenn Sie mehr darüber lesen möchten, empfehle ich Ihnen folgenden Artikel: So lernen Sie leichter Englisch Vokabeln: Vier Tipps)

Tipp Nr. 3: Formulieren Sie vorher auf Englisch, was Ihr Verhandlungspartner will

Verhandlungskompetenz bedeutet, dass ich mein Gegenüber verstehe. Wenn Sie einen englischsprachigen Verhandlungspartner haben und das, was er will, in Ihrem Kopf nur auf Deutsch existiert, erschaffen Sie ein inneres Problem. Um das zu vermeiden, erstellen Sie am besten ein kurzes Profil auf Deutsch von Ihrem Gesprächspartner und übersetzen es dann ins Englische. Zum Beispiel:

  • Mein Verhandlungspartner will ...
  • Ihm ist wichtig, dass ...
  • Er kann es überhaupt nicht leiden, wenn ...
  • Er freut sich über ...
  • Folgende Dinge sind ihm nicht so wichtig: ...
  • Das Ziel meines Verhandlungspartners für dieses Gespräch ist: ...

Selbst wenn Sie diese Punkte nicht so genau wissen: Schreiben Sie etwas auf, von dem Sie glauben, dass es stimmen könnte. Sie werden sehen: Es wird Ihre Verhandlung um ein Vielfaches vereinfachen, wenn Sie diese Punkte vorher für sich formuliert haben. Wichtig ist jedoch, dass Sie alles auf Englisch für sich im Kopf formuliert haben. Ähnlich wie bei Tipp Nr. 2 wird Ihr Gehirn Ihnen leichter bestimmte Verhandlungsskills zur Verfügung stellen, wenn Sie die entsprechenden Pfade bereits in der jeweiligen Sprache formuliert haben, um die es geht. Es klingt kompliziert, aber mein Rat ist, es einmal auszuprobieren. Sie werden sehen, dass diese Tipps Ihre englischen Verhandlungen sehr schnell sehr viel effektiver, erfolgreicher und angenehmer für Sie machen werden.

Haben Sie Sprachblockaden beim Englisch reden? Hier finden Sie Tipps:

Über mich:

Ich bin Natalie Marby, zweisprachig (Englisch/Deutsch) und Therapeutin in Hamburg. Ich habe mich auf die psychotherapeutische Behandlung von Englisch Phobie spezialisiert. Meine Praxis ist in Hamburg, ich biete diese Beratung jedoch auch online oder telefonisch an. Mehr zu meiner Arbeit lesen Sie hier: Psychotherapie bei Angst vor dem Englisch reden.

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